Elektroautofahrerinnen und -fahrer, die genug davon haben, mit zehn verschiedenen Apps und Ladekarten zu hantieren, erhalten ab Montag, dem 29. Juni, ein neues Angebot: Electra bringt eine universelle Karte zu einem besonders niedrigen Preis auf den Markt.
Electra gilt in Frankreich als einer der Vorreiter und Marktführer für ultraschnelles Laden von Elektrofahrzeugen. Am Montag, dem 29. Juni 2026, vollzieht das französische Unternehmen nun einen wichtigen strategischen Schritt. Bislang auf Betrieb und Ausbau des eigenen Stationsnetzes konzentriert, wird der Anbieter offiziell zum Mobilitätsdienstleister (eMSP). Damit verfolgt Electra das Ziel, die weiterhin stark zersplitterte Ladeinfrastruktur zu bündeln und den Alltag von Autofahrenden zu erleichtern.
Electra als Mobilitätsdienstleister für einfacheres Laden
Der Schritt folgt einer grundlegenden Marktentwicklung: Etablierte Anbieter wollen das Nutzungserlebnis zunehmend zentralisieren. Bereits Anfang dieses Jahres hatte der Branchenriese Allego einen vergleichbaren Weg eingeschlagen und seine eigene App für Roaming in Netzen anderer Betreiber geöffnet.
Mit diesem Vorgehen reagiert Electra auf die wichtigste Ärgernis vieler Autofahrender. Das Unternehmen betont: „Elektromobilität darf nicht daran scheitern, dass Fahrerinnen und Fahrer zwischen unterschiedlichen Apps, Ladekarten und Tarifmodellen wechseln müssen“.
Eine günstige Universalkarte
Vor diesem Hintergrund führt das Unternehmen die Electra-Ladekarte ein. Der universelle RFID-Pass ermöglicht sofortigen Zugang zu mehr als 800.000 Ladepunkten in ganz Europa. Er umfasst die wichtigsten öffentlichen Netze – von langsameren Lademöglichkeiten in Städten bis hin zu Ultraschnellladepunkten an Autobahnen, darunter Ionity, Fastned, TotalEnergies und Allego. Der einheitliche Preis beträgt lediglich 4,99 Euro; für Kundinnen und Kunden der Tarife Electra+ Essential und Smart ist die Karte sogar vollständig kostenlos.
Zugleich sagt der Betreiber vollständige Kostentransparenz zu: Bei Ladevorgängen außerhalb des eigenen Stationsnetzes fallen weder versteckte Gebühren noch zusätzliche Provisionen an. Nutzende zahlen exakt den Tarif, den der jeweilige Drittanbieter festlegt. Dieser Betrag ist vorab in der mobilen Oberfläche einsehbar und bleibt während des gesamten Ladevorgangs unverändert.
Abonnentinnen und Abonnenten des Premiumtarifs Electra+ Smart erhalten zudem einen weiteren wesentlichen Vorteil: feste, ausgehandelte Vorzugspreise an allen Schnellladestationen der „ChargeLeague“. Zu diesem Bündnis gehören Ionity, Fastned und Atlante.
Überarbeitete Electra-App mit intelligentem Routenplaner
Doch die Neuerungen gehen weiter. Auch die mobile Anwendung von Electra wurde vollständig neu gestaltet und entwickelt sich zu einem echten „intelligenten Copiloten“. Sie nutzt nun einen intern entwickelten Algorithmus, der Ladestationen in Echtzeit auswertet. Abgegebene Leistung, aktuelle Verfügbarkeit, technische Zuverlässigkeit und die Kosten des Ladevorgangs werden miteinander abgeglichen. Auf dieser Grundlage empfiehlt die App aktiv die Station, die am besten zum Profil der fahrenden Person passt – und nicht einfach nur den nächstgelegenen Ladepunkt.
Darüber hinaus bietet sie einen umfassenden Routenplaner, der besonders für Langstrecken geeignet ist und erforderliche Ladestopps automatisch in die Strecke einbindet. „Eine App, eine Ladekarte, kein Aufschlag auf den Ladepreis. Genau diese Einfachheit braucht der Markt“, fasst Alessandro Inderbitzin, Geschäftsführer von Electra für die Schweiz, Deutschland und Österreich, zusammen.
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