Juli 2026 zeichnet sich für die Franzosen bereits als belastender Monat ab. Gas, Strom und Wasser werden gleichzeitig teurer – eine direkte Folge des Konflikts im Iran. Dabei handelt es sich keineswegs um geringfügige Aufschläge.
Gaspreise steigen zum 1. Juli
Zunächst zum Gas: Einen regulierten Tarif gibt es seit dem 1. Juli 2023 nicht mehr, da die einzelnen Anbieter ihre Preise selbst festlegen. Zur Orientierung für Verbraucher veröffentlicht die französische Energieregulierungsbehörde CRE deshalb monatlich einen Referenzpreis, den sogenannten Gasverkaufsrichtwert. Dieser ist kein Tarif, der abgeschlossen werden kann, sondern dient als Vergleichsbarometer. Zum 1. Juli steigt er um 7,4 % von 152,86 auf 164,21 Euro je Megawattstunde.
Wen betrifft das? Rund 60 % der privaten Gaskunden haben einen Vertrag mit variablem Preis abgeschlossen, der an diesen Referenzwert gekoppelt ist. Für sie fallen im Juli etwa 2,7 Euro zusätzliche Kosten pro Monat an. Rechnet man die aufeinanderfolgenden Erhöhungen seit Januar zusammen, belasten sie die Gasrechnung inzwischen mit rund zehn Euro mehr im Monat.
Die übrigen 40 %, die einen Festpreisvertrag gewählt haben, kommen ebenfalls nicht vollständig ohne Mehrkosten davon, auch wenn der Anstieg für sie weniger stark ausfällt. Denn der sogenannte Netzentgeltanteil, also die Kosten für den Transport des Gases bis zur Wohnung, erhöht sich ausnahmslos für alle Kunden.
Auch Wasser und Strom werden teurer
Beim Strom fällt der Aufschlag geringer aus, er betrifft jedoch ebenfalls sämtliche Verbraucher. Das Netzentgelt erhöht sich zum 1. Juli um 3 %, was je nach Stromverbrauch des Haushalts Mehrkosten von 1 bis 2 Euro pro Monat bedeutet.
Auch die Wasserkosten ziehen an – allerdings nicht wegen des Kriegs im Iran, sondern aufgrund einer neuen europäischen Richtlinie namens DRE 2. Sie schreibt strengere Vorgaben für die Aufbereitung von Trinkwasser und Abwasser vor. Einer gemeinsamen Studie der Banque Postale des Intercommunalités und der öffentlichen Entwicklungsbank Siel zufolge dürften die Preise zur Finanzierung dieser Anpassungen jährlich um mindestens 3,5 bis 6 % steigen.
Explosive Lage durch den Iran-Konflikt
Seit mehreren Wochen müssen die Franzosen bereits eine Reihe von Preissteigerungen bei Alltagsprodukten verkraften. Die Schließung der Straße von Hormus setzt die gesamte weltweite petrochemische Lieferkette unter Druck: Naphtha, der Grundstoff für 90 % der Gegenstände in unserem Umfeld, wird zu großen Teilen durch diese Meerenge transportiert. In der Folge sind Eier, Wurstwaren, Kunststoffverpackungen und Medikamente teurer geworden. Bei einigen Produkten erreichen die Preisaufschläge 10 % oder sogar mehr.
Damit gerät das gesamte Haushaltsbudget unter Druck, während die Kaufkraft der Franzosen weiter sinkt.
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