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Benzinpreise: Was passiert an den Tankstellen?

Junger Mann an einer Tankstelle betankt ein graues Auto bei Sonnenuntergang.

Was passiert an den Tankstellen?

Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Kraftstoffpreise deutlich gestiegen. Angesichts der Sorge mancher Menschen vor einer Knappheit könnte man erwarten, dass Autofahrer vorsorglich zu den Zapfsäulen strömen. Die Rückmeldungen aus der Praxis zeichnen jedoch ein völlig anderes Bild.

Kraftstoffverbrauch an Tankstellen deutlich gesunken

Tatsächlich ist der Kraftstoffverbrauch in den ersten zehn Maitagen nach Angaben von Premierminister Sébastien Lecornu „um 30 %“ zurückgegangen. Zudem seien die Steuereinnahmen in diesem Zeitraum gegenüber 2025 um 300 Millionen Euro eingebrochen. Viele Franzosen fahren weniger, um Geld zu sparen; andere haben ihren Tank bereits frühzeitig gefüllt und verschieben den nächsten Besuch an der Tankstelle.

Im März hatten Reporter von TF1 eine Tankstelle besucht. Die hohen Preise haben dort eine unmittelbar sichtbare Folge: Die Franzosen bleiben aus. Warteschlangen sind nirgends zu sehen. Eine Kundin erläutert den Grund: „Früher habe ich 75 Euro für eine Tankfüllung bezahlt“ – nun müsse sie mehr als 100 Euro ausgeben.

Francis Pousse, Präsident des Branchenverbands Mobilians, der 5.800 klassische Tankstellen vertritt, hatte gegenüber unseren Kollegen bereits vor einigen Wochen erklärt: „Seit Ende der vergangenen Woche beobachten wir an unseren Stationen einen Rückgang von 5 bis 10 %.“ Seiner Einschätzung nach sei dieser Rückgang „wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Tanks voll sind, weil Menschen, die nicht viel fahren, bereits vollgetankt haben, und zweitens auf die steigenden Preise, die die Menschen vom Fahren abhalten“.

Hohe Benzinpreise verändern das Mobilitätsverhalten

Laut dem ersten Sender führt die Lage zu neuen Gewohnheiten. Wer die Möglichkeit hat, arbeitet verstärkt im Homeoffice, während Fahrgemeinschaften durch diese Krise wieder attraktiver werden.

Regierung lehnt Steuersenkung ab

Zur Erinnerung: Der Anstieg der Preise an den Zapfsäulen zwang die Regierung zum Handeln. Der Premierminister hatte sich zu Beginn der Krise geäußert und eine Maßnahme angekündigt, um überzogene Aufschläge bei der Weitergabe steigender Ölpreise durch Fachleute an Kunden zu begrenzen:

Der Krieg im Nahen Osten darf nicht als Vorwand für missbräuchliche Preiserhöhungen an den Zapfsäulen dienen. Auf meine Anweisung hin wird die Betrugsbekämpfung (DGCCRF) zwischen Montag und Mittwoch in Tankstellen einen außergewöhnlichen Plan mit 500 Kontrollen durchführen. Das entspricht einem vollständigen Halbjahr des üblichen Kontrollplans, der in nur drei Tagen umgesetzt wird. Ich danke allen mobilisierten Beschäftigten dafür, die Franzosen vor diesen missbräuchlichen Praktiken zu schützen.

Für viele Franzosen und die parlamentarische Opposition reicht diese Maßnahme allerdings nicht aus. Vorerst beschränkt sich der Premierminister jedenfalls auf eine gezielte Unterstützung für Vielfahrer, etwa durch die Ende Mai gewährte Kraftstoffhilfe.

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