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Chaos bei Digitalisierung und Kraftstoffpreisen

Frau überprüft Rechnungen und Belege am Tablet mit Taschenrechner auf Holztisch in der Küche.

Chaos bei der Digitalisierung der Abschlussprüfungen

  1. Die Regierung sieht es nicht gern, wenn im Zusammenhang mit der Digitalisierung und Bewertung der Abschlussprüfungen von „Chaos“ gesprochen wird. Dass sie dieser Einschätzung widersprechen will, ist nachvollziehbar, doch eine andere Darstellung ist kaum glaubhaft. Die Infopédia erklärt „Chaos“ mit den Begriffen „Unordnung; Durcheinander; Verwirrung“. Wer die Entwicklungen der vergangenen Wochen verfolgt hat, erkennt, wie treffend diese Beschreibung ist – auch wenn er die Digitalisierung und die neuen Verfahren grundsätzlich befürwortet.

Man kann Vertrauen in den Ablauf und in die Regierung haben, doch die Realität lässt sich nicht leugnen. Die Bilder der vergangenen beiden Tage – Schulleitungen, die im Fernsehen unter Druck gesetzt wurden, Schulen, denen Verzögerungen beim Versand der Prüfungen angelastet wurden, Notenlisten, die erst spät in der Nacht ausgehängt wurden, und Schülerinnen und Schüler, die wegen ausstehender Ergebnisse verunsichert waren – entsprechen der Definition von „Chaos“. Jeder vernünftige Mensch hofft, dass nach dem Sturm wieder Ruhe einkehrt und die Bewerbungen für die Hochschulen ohne Zwischenfälle ablaufen. Ob durch Audits oder parlamentarische Untersuchungen: Es muss jedoch geklärt werden, was schiefgelaufen ist und wer technisch sowie politisch Verantwortung trägt.

Steigende Kraftstoffpreise verschärfen die Krise

  1. Eine weitere Krise belastet das Land und wird sich morgen durch höhere Kraftstoffpreise verschärfen. Diesel und Benzin erreichen erneut die Marke von zwei Euro. Millionen Menschen spüren die Folgen unmittelbar im Geldbeutel, doch die Risiken auf mittlere Sicht wiegen schwerer. Steigen die Energiekosten und bleiben sie auf hohem Niveau, ziehen die Preise kettenartig an. Das verschärft die Inflation und führt zu höheren Zinssätzen, größeren Schwierigkeiten für Bürgerinnen und Bürger bei der Zahlung ihrer Immobilienrate sowie zu erschwertem Zugang von Unternehmen zu Finanzierungen.

Die Lebenshaltungskosten steigen, während die Wirtschaft an Dynamik verliert. Der von der Umweltministerin ins Spiel gebrachte Vorschlag, Kraftstoffpreise festzusetzen, ist gesetzlich vorgesehen und könnte hilfreich sein. Seine Wirkung wäre jedoch begrenzt. Er schützt nicht vor der Unberechenbarkeit Trumps, einem Krieg, dessen Ende nicht absehbar ist, und dem wirtschaftlichen „Chaos“, dem fast immer soziale Unordnung und politische Verwirrung folgen.

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