Eine Initiative, die seit einigen Wochen ausgesprochen erfolgreich ist.
Das nennt man wohl den richtigen Riecher. Im vergangenen Jahr beschlossen Alexis Rarchaert und Mateo Bonneton, zwei Studierende eines IUT in der Nähe von Toulouse, eine Website zu entwickeln, die Verbraucherinnen und Verbrauchern den besten Zeitpunkt zum Tanken anzeigen soll.
Das Portal namens carburants.chiffrex.fr ist inzwischen auch als mobile App verfügbar. Es nutzt öffentliche Daten sowie einen Algorithmus für kurzfristige Prognosen. Nach Angaben von France 3 Centre-Val-de-Loire wertet das Werkzeug die Schwankungen des Ölpreises je Barrel aus, um die Entwicklung der Kraftstoffpreise an den Tankstellen vorauszusagen.
Von dem öffentlich-rechtlichen Medium zitiert, erläutert Alexis Rarchaert, wie das Projekt entstanden ist:
„Ein Freund und ich langweilten uns, also schauten wir uns öffentliche Datensätze auf der Website der Regierung an. Dann dachten wir, dass wir über klassische Kraftstoffpreisvergleiche hinausgehen und Preisprognosen ergänzen könnten.“
Wie zuverlässig sind die Preisprognosen von carburants.chiffrex.fr?
Wie zu erwarten, bewiesen die Studierenden mit ihrer Initiative ein gutes Gespür: Seit dem Beginn des Iran-Kriegs, der die Preise an den Zapfsäulen stark steigen liess, wächst der Erfolg des Angebots. Die Zahl der täglichen Besuche stieg von etwa zehn auf mehrere Hundert.
Wer die App oder die Website nutzt, erhält Vorhersagen für die kommenden sieben bis vierzehn Tage. Das kann für mehr Orientierung sorgen und möglicherweise helfen, durch besser geplante Tankstellenbesuche etwas Geld zu sparen.
Prognosen für Kraftstoffpreise mit Vorbehalt
Der Nutzen scheint sich eindeutig zu lohnen: Die Betreiber der Website geben an, dass zwischen ihren Vorhersagen und den in den vergangenen Monaten tatsächlich beobachteten Preisen lediglich 4 Cent Differenz lagen. Dennoch sollten diese Prognosen kritisch betrachtet werden, denn sie sind lediglich „unverbindliche Schätzungen“ und „garantieren keine zukünftigen Preise“. Politische und wirtschaftliche Entwicklungen können sich sehr schnell ändern – umso mehr, seit Donald Trump wieder im Weissen Haus ist.
Finanzierung von Website und App
Eine wichtige Frage bleibt jedoch: Wie soll das Projekt finanziert werden? Aktuell tragen die beiden Gründer die laufenden Kosten für ihre Werkzeuge selbst: rund zehn Euro monatlich für das Hosting sowie hundert Euro pro Jahr für die Veröffentlichung der App in den mobilen App-Stores. Um zumindest kostendeckend arbeiten zu können, haben sie beschlossen, einige Werbeanzeigen in ihren Dienst einzubinden.
Ihre Initiative verdient in jedem Fall Anerkennung und Aufmerksamkeit – genau dazu wollten wir mit diesem Artikel in bescheidenem Rahmen beitragen. Nutzen Sie vor dem Tanken bereits solche Dienste? Schreiben Sie es uns in die Kommentare.
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