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Volta in Portugal: Neues Pfandsystem für Getränkeflaschen und Dosen

Junger Mann gibt Plastikflasche und Dosen in einen Pfandautomaten vor einem Recycling-Symbol ab.

JN KIDS – Portugal hat ein neues Pfand- und Rückerstattungssystem für Getränkeverpackungen eingeführt: Volta, grafisch durch ein V dargestellt. Zahlreiche Rückgabestellen sind über das ganze Land verteilt. Ziel ist es, Abfälle zu recyceln und die Kreislaufwirtschaft richtig in Gang zu bringen. Davon profitiert die Umwelt.

Plastikflaschen und Metalldosen

Seit dem 10. April gibt es in Portugal das neue Recyclingsystem Volta, das mit einem V gekennzeichnet ist. Was darf zurückgegeben werden? Derzeit sind es Plastikflaschen sowie Dosen aus Metall oder Aluminium mit einem Fassungsvermögen von weniger als drei Litern, sofern sie das Logo „Volta“ tragen. Beim Kauf dieser Getränkeverpackungen wird ein Pfand von 10 Cent erhoben. Dieses Geld erhältst du zurück, wenn du die Verpackung wieder abgibst. Es geht darum, Abfall zu recyceln und ihm damit einen Wert zu geben.

Wo?

Die Rückgabe erfolgt an Automaten in Supermärkten sowie an Volta-Kiosken im ganzen Land. Du musst das Getränk nicht an dem Ort zurückgeben, an dem du es gekauft hast: Kauf und Rückgabe können an unterschiedlichen Orten stattfinden. Wichtig: Verpackungen ohne V gehören in den jeweiligen Recyclingcontainer und nicht in die neuen Automaten.

So gibst du Verpackungen mit dem Volta-Symbol zurück

  • Nicht zusammendrücken
  • Ohne Flüssigkeitsreste
  • Mit Deckel
  • Der Barcode muss lesbar sein
  • Die Verpackung an den Volta-Standorten in der vorgesehenen Position einführen

Nehmen und zurückgeben

Verpackung kaufen, Getränk trinken und Verpackung zurückgeben – doch wie bekommst du die 10 Cent pro Flasche oder Dose? Du kannst die Art der Rückerstattung selbst auswählen: einen in Bargeld umwandelbaren Gutschein, einen Einkaufsgutschein, einen Rabattgutschein für das Geschäft, eine Gutschrift auf einer Kundenkarte oder künftig digitale Lösungen. Du bist nicht verpflichtet, den Betrag in dem Geschäft auszugeben, in dem du die Verpackung abgegeben hast. Auf Wunsch kannst du dir das Geld bar auszahlen lassen.

Je nach Volta-Punkt kannst du den Pfandbetrag auch an eine Organisation spenden. Möglich sind die Portugiesische Feuerwehrvereinigung, Caritas Portugal, die Liga für den Schutz der Natur oder die Portugiesische Liga für Tierrechte. Wenn du für steuerliche Zwecke eine Spendenquittung benötigst, musst du dich unter Angabe der Nummer auf deinem Beleg an die betreffende Organisation wenden. Der Beleg dient als Nachweis der Spende.

Die Realität ist noch nicht grün

Portugal hat die für 2025 festgelegten Ziele für das Recycling von Verpackungen erneut verfehlt und die europäischen Vorgaben nicht erreicht. Zwar trennten die Portugiesinnen und Portugiesen im vergangenen Jahr 2 % mehr Verpackungen als 2024, doch das reichte weiterhin nicht aus. Glas bleibt mit 212.693 Tonnen der am wenigsten recycelte Werkstoff; von 2024 auf 2025 entspricht das einem Rückgang um 1 %. Papier und Karton entwickelten sich besser: Hier gab es einen Anstieg um 4 % auf 164.531 Tonnen.

Was läuft also schief? Mehr Investitionen führen offenbar nicht automatisch zu mehr Recycling: Es steht mehr Geld zur Verfügung, aber nicht mehr Verpackungen werden wiederverwertet. Die Sensibilisierungskampagnen scheinen nicht die gewünschte Wirkung zu erzielen. Braucht es mehr Aufklärung in Schulen und mehr Aufmerksamkeit zu Hause? Vielleicht beides. Die Herausforderung ist enorm, damit jeder in das Recycling investierte Cent tatsächlich etwas bewirkt.

Fachleute betonen, dass kommunale Dienstleistungen effizienter werden müssen und mehr Innovation sowie transparentere Daten über die Leistung des Systems erforderlich sind. Auch bei Sammlung und Sortierung müsse eine höhere Servicequalität eingefordert werden. Einige vertreten die Ansicht, dass das Verpackungsrecycling einen strukturellen Wandel und eine leistungsorientierte Steuerung braucht.

Warum gibt es Widerstand?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Vielen Menschen fehlen Informationen über die tatsächlichen Auswirkungen des Recyclings. Wer nicht versteht, dass verwendete Materialien erneut genutzt werden können, wer nicht erkennt, dass der Planet bald keine weiteren Verpackungen mehr verkraften wird, und wer nicht sieht, dass Deponien ihre Kapazitätsgrenzen erreichen, handelt nicht.

Müll zu trennen bedeutet Aufwand. Alles zusammen in eine Mülltonne zu werfen, ist einfacher. Zu Hause wird nicht darüber gesprochen. Manche interessieren sich nicht für eine nachhaltige Zukunft, die die Natur respektiert – oder schlicht für gar nichts davon.

Zahlen

2,1 Milliarden Verpackungen werden jedes Jahr in Portugal verbraucht
486.990 Tonnen Verpackungen wurden 2025 von den Portugiesinnen und Portugiesen recycelt
220 Millionen Euro wurden 2025 in das Recyclingsystem investiert, fast doppelt so viel wie die 98 Millionen Euro im Jahr 2024

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