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Frankreich: Kraftstoffe zum Selbstkostenpreis und 100-Euro-Tankgutschein

Mann füllt Auto an Tankstelle auf und zahlt kontaktlos mit dem Smartphone.

Die hohen Kraftstoffpreise belasten weiterhin viele Menschen in Europa – und Frankreich bildet dabei keine Ausnahme. Um diese Belastung abzufedern, hat die französische Regierung mit den wichtigsten Kraftstoffhändlern des Landes eine Vereinbarung getroffen. Das Ziel: den Endpreis von Benzin und Diesel zu senken.

Ursprünglich hatte die Regierung vorgeschlagen, Kraftstoffe unter dem Marktpreis zu verkaufen, wodurch den Händlern Verluste entstanden wären. Dieser Ansatz wurde erwartungsgemäß sofort abgelehnt. Dennoch erreichte die Regierung, dass einige Anbieter Kraftstoffe künftig zum „Selbstkostenpreis“ anbieten.

Die Maßnahme soll bis zum Jahresende an rund 4.000 Tankstellen gelten. Wie stark die Preise konkret sinken, wurde allerdings nicht bekannt gegeben, da jeder Händler seine eigene Preisstrategie festlegt.

Geringe praktische Wirkung

Die Tankstellennetze von Carrefour und Leclerc kündigten an, diese neue Preisstrategie bis zum Jahresende täglich umzusetzen. Trotz des Verkaufs zum „Selbstkostenpreis“ dürfte die tatsächliche Entlastung jedoch gering ausfallen: Schätzungen zufolge könnte sie in manchen Fällen bei höchstens zwei Cent liegen.

Bei anderen Tankstellenketten – darunter Casino, Cora und Intermarché – wird das Tanken zum „Selbstkostenpreis“ nur an bestimmten Wochentagen möglich sein.

100-Euro-Gutschein zum Tanken

Die neue Regelung ergänzt eine weitere Unterstützungsmaßnahme, die die französische Regierung bereits eingeführt hat. Einkommensschwächere Haushalte, die für den Arbeitsweg auf ein Auto angewiesen sind, erhalten einen Gutschein über 100 Euro.

Nach Angaben der französischen Regierung entspricht dies einer Ermäßigung von rund 20 Cent pro getanktem Liter Kraftstoff.

Überprüfung im Dezember

Die nun vorgestellten Maßnahmen werden im Dezember erneut bewertet. Dabei soll ihre Wirkung geprüft und eine Bilanz für den Sektor gezogen werden.

Zusätzlich wird die französische Regierung parallel dazu über die Generalinspektion für Finanzen sowie die Generalinspektion für Umwelt und nachhaltige Entwicklung untersuchen lassen, wie sich die Kraftstoffpreise zusammensetzen. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Nettomargen.

Damit die Informationen zu den Kraftstoffpreisen in diesem Zeitraum möglichst zuverlässig bleiben, sollen auch die Aktualisierungen der offiziellen Regierungsseite Le Prix des Carburants ausgeweitet werden.

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