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Stromzählerbetrug: Neun Monate Haft für Manipulationen an Linky-Zählern

Elektriker mit Taschenlampe prüft Stromzähler in Innenraum mit Tablet auf Wagen neben ihm.

Er manipulierte Stromzähler.

Ende März setzte das Strafgericht in Nancy ein deutliches Zeichen: Ein Mann, der über Kleinanzeigen in sozialen Netzwerken Manipulationen an Stromzählern angeboten hatte, wurde zu neun Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Er war besonders aktiv und bot sogar Schulungen zu dieser illegalen Methode an.

Das Gericht sprach ihn wegen „Beihilfe zum Betrug beim Stromverbrauch“ schuldig. Wie das öffentliche Medienangebot Ici berichtet, ist eine derart harte Strafe in Frankreich bislang beispiellos. Enedis trat in dem Verfahren als Nebenkläger auf.

Stromzählerbetrug nimmt seit vier Jahren zu

Gegenüber unseren Kollegen erklärte Hervé Luthringer, Referenzdirektor für die Region Grand Est und Regionaldirektor Lothringen bei Enedis, dass dieses Phänomen seit vier Jahren zunehme. Bereits 100.000 Betrugsverdachtsfälle seien festgestellt worden.

Nach seinen Angaben entsprechen diese Methoden einem Diebstahl von zwei Terawattstunden Strom. Im Verhältnis gesehen „ist das, als würde jeder zweite Einwohner von Meurthe-et-Moselle seine Stromrechnung nicht bezahlen“, so der Manager.

Enedis verstärkt Kontrollen und Zusammenarbeit mit Behörden

Enedis will nun entschlossen handeln, intensiviert seine Überprüfungen und baut die Zusammenarbeit mit Justiz und Sicherheitsbehörden aus. Insgesamt sollen in diesem Jahr 60.000 Kontrollen stattfinden; 2024 waren es laut dem Direktor lediglich 12.000 Prüfungen jährlich. Dabei gehe es um Fairness, denn der Betrug einzelner werde letztlich auf alle Nutzer umgelegt.

Ein weit verbreitetes Betrugsphänomen

Bereits im Dezember 2023 berichteten wir über einen Fall, in dem zwei Männer wegen „Betrugs als organisierte Bande“ verfolgt worden waren. Sie warben Kunden an und installierten anschliessend ein Umleitungssystem, das den vom Linky-Zähler erfassten Stromverbrauch künstlich reduzierte. Dafür verlangten sie Beträge zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Laut Étienne Manteaux, Staatsanwalt von Besançon, handelte es sich keineswegs um Einzelfälle. Vielmehr breite sich diese Praxis in ganz Frankreich aus: Zehntausende Linky-Zähler sollen von diesem Trick betroffen sein, der einen „finanziellen Mehraufwand für alle Kunden“ verursache. Für weitere Hintergründe können Sie unseren damaligen Artikel erneut lesen.

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