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Französischer LNG-Tanker durchquert die Straße von Hormus erstmals seit dem Konflikt

Tankerschiff mit zwei großen kugelförmigen Tanks fährt bei Sonnenuntergang auf dem Meer nahe einer Küste.

Ein französischer LNG-Tanker hat die Straße von Hormus durchquert – erstmals seit Beginn des Konflikts zwischen Iran und den Vereinigten Staaten. Dieses Ereignis könnte auf ein Ende des starken Anstiegs der Energiepreise hindeuten.

Konflikt in der Straße von Hormus

Seit dem 28. Februar sorgt der Krieg zwischen Iran und den Vereinigten Staaten in der strategisch bedeutenden Straße von Hormus für vollständige Ungewissheit. Die Seeroute, über die ein wesentlicher Anteil des weltweiten Erdöls und Erdgases befördert wird, war über mehrere Monate nahezu blockiert. Aus Sorge vor einer militärischen Eskalation verschoben Reeder ihre Durchfahrten oder ließen ihre Schiffe stillliegen, statt das Risiko einzugehen. Zumal Teheran Minen ausgelegt hat, um jeden Durchquerungsversuch abzuschrecken.

Die Blockade wirkte sich unmittelbar auf die Energiemärkte aus. Die Preise für Erdöl und Gas stiegen drastisch; einige Analysten sprachen sogar von der schwersten Energiekrise seit Jahren. Für Verbraucher ebenso wie für Fluggesellschaften und Industrieunternehmen erhöhte sich die Rechnung Woche für Woche.

Das am 17. Juni im Schloss Versailles unterzeichnete Friedensabkommen gibt nun jedoch Anlass zur Hoffnung. Denn Iran hat sich verpflichtet, die Straße von Hormus unverzüglich wieder zu öffnen. Seither nimmt der Verkehr nur langsam wieder Fahrt auf: In den vergangenen Wochen machten zunächst ein französisches Containerschiff und danach ein erster LNG-Tanker den Anfang. Eine vorsichtige, aber spürbare Normalisierung scheint damit begonnen zu haben.

Ein 300 Meter langes Schiff

Sein Name ist Mraikh. Der LNG-Tanker wird von Knutsen LNG France betrieben, der in Nantes ansässigen Tochtergesellschaft des norwegischen Unternehmens Knutsen OAS Shipping. Für die Überfahrt hat QatarEnergy das Schiff gechartert.

Mit einer Länge von 299 Metern und einer Breite von 46,43 Metern gehört es zur Kategorie großer LNG-Tanker, die für den Transport erheblicher Mengen verflüssigten Erdgases (LNG) zwischen Fördergebieten und Verbrauchermärkten ausgelegt sind. An Bord befinden sich 76 535 Tonnen LNG, die in Ras Laffan in Katar geladen wurden und für Port Qasim in Pakistan bestimmt sind.

LNG: Transport von Erdgas über weite Strecken

LNG entsteht, indem Erdgas auf eine sehr niedrige Temperatur heruntergekühlt wird, wodurch sich sein Volumen erheblich verringert. Dadurch kann es per Schiff über lange Distanzen transportiert werden, die Pipelines nicht erreichen können. Am Zielort wird es wieder regasifiziert und anschließend in Heiznetze eingespeist oder für die Industrie und die Stromerzeugung genutzt.

Ermutigendes Signal

Die Passage der Mraikh ist ein ermutigendes Zeichen. Jede weitere Durchfahrt trägt dazu bei, den über Monate hinweg stark geschwächten Verkehr wieder in Gang zu bringen, und könnte langfristig zu einer Entspannung bei den Erdöl- und Gaspreisen beitragen.

Dennoch ist weiterhin Vorsicht geboten. Bis zum 17. Juni waren laut Daten von Kpler, einem Anbieter zur Verfolgung von Rohstofftransportschiffen, seit der teilweisen Wiederaufnahme des Verkehrs erst sechs Durchfahrten in der Straße bestätigt worden. Diese Zahl verdeutlicht, dass die Seeverbindungen noch weit von ihrem üblichen Niveau entfernt sind. Reeder bewerten die Risiken weiterhin für jeden einzelnen Einsatz, bevor sie Schiffe in das Gebiet schicken.

Was die Sicherheitslage betrifft, wurde seit dem 10. Mai kein weiterer Angriff auf Handelsschiffe registriert. Frankreich hat den Flugzeugträger Charles-de-Gaulle jüngst zurückbeordert, der Begleitmissionen übernehmen sollte, und ersetzt ihn durch einen seiner drei amphibischen Hubschrauberträger.

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