Eine Entscheidung der russischen Regierung, die Bände spricht.
Diese Meldung wird vermutlich keine Schlagzeilen machen, doch sie zeigt, wie wirksam die ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien sind. Am Montag, dem 1. Juni, beschloss die von Wladimir Putin geführte Regierung, die Ausfuhr von Flugkraftstoff bis zum kommenden 30. November zu untersagen.
Bislang exportierte Russland sein Kerosin laut der Nachrichtenagentur Reuters gewöhnlich per Bahn in zentralasiatische Staaten wie Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan.
In einer äußerst knappen Mitteilung erklärte die Regierung: „Ziel dieser Entscheidung ist es, die Stabilität des inländischen Kraftstoffmarktes zu gewährleisten“. Die Maßnahme folgt auf ähnliche Ankündigungen, mit denen der Kreml unter anderem bereits die Benzinausfuhren eingeschränkt hatte.
Russische Kerosinexporte bis November verboten
Nach Angaben unserer Kollegen sank die Dieselproduktion in Russland im Mai um 10 % und bereits im April um 10 %. Ursache sind ukrainische Drohnenangriffe, die äußerst präzise und schwer abzuwehren sind. Raffinerien müssen ihre Produktion deshalb häufig einstellen; diese Zermürbungstaktik scheint offenbar Wirkung zu zeigen.
Wie Air Journal zudem berichtet, waren die Kerosinexporte vor dem nun verhängten Verbot noch gestiegen. Die Behörden befürchteten daher offenbar ein Ungleichgewicht zwischen dem Bedarf im Inland und den Verkäufen ins Ausland.
Schwerer Schlag für die zentralasiatischen Länder
Laut unseren Kollegen könnte Russlands Entscheidung für die zuvor genannten zentralasiatischen Staaten gravierende Folgen haben. Einige von ihnen beziehen 80 oder 90 % ihres Erdöls aus Russland. Damit könnten Engpässe entstehen, wie sie in der Vergangenheit bereits nach Exportbeschränkungen für Benzin und Diesel auftraten. Für diese Länder gibt es derzeit leider nur wenige Alternativen zu diesem Lieferanten, insbesondere vor dem Hintergrund des Kriegs im Iran.
Mehrere Länder der Europäischen Union und auch das Vereinigte Königreich haben zudem Einschränkungen für die Einfuhr von Diesel und Flugkraftstoff eingeführt. Der weltweite Markt wird dadurch immer komplexer und beunruhigender.
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