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Plastikflaschen-Pfand: Macron könnte die Teom um fast 20 % erhöhen

Frau wirft Plastikflaschen in grünen Pfandautomaten vor einem öffentlichen Gebäude ein.

Eine Initiative des französischen Staatspräsidenten, die auf heftige Ablehnung stößt.

Emmanuel Macron und die Regierung treiben dieses Vorhaben voran: Die Exekutive will ein Pfandsystem für Plastikflaschen einführen, wie BFM berichtet. Sollte dieses Ziel umgesetzt werden, könnte es die französischen Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Denn die Maßnahme könnte Kommunen dazu zwingen, die Müllabfuhrsteuer Teom zu erhöhen.

Gilles Vincent, Vorsitzender des Kommunalnetzwerks Amorce, wird von unseren Kollegen zitiert und findet klare Worte:

„Wir sind verpflichtet, (…) unsere Haushalte auszugleichen. Wenn wir also morgen geringere Einnahmen über unser Sortierzentrum erzielen, werden wir die Teom deutlich erhöhen müssen – ich sage deutlich, möglicherweise um fast 20 %.“

Pfandsystem für Plastikflaschen: Kommunen warnen vor Folgen

Auf Initiative des Staatspräsidenten hat die Regierung im vergangenen Monat einen Konsultationsprozess gestartet, um ein Pfand auf Plastikflaschen festzulegen. Das Ziel ist grundsätzlich nachvollziehbar: Frankreich möchte seinen Rückstand gegenüber anderen europäischen Ländern beim Recycling aufholen. Zahlen aus dem Jahr 2022 zufolge werden im Land nur 25,2 % der Kunststoffverpackungen recycelt, während der Durchschnitt in den übrigen EU-Staaten bei 40,7 % liegt.

Die Kommunen stellen sich jedoch entschieden gegen die Maßnahme und schlagen andere Wege vor. Dazu zählen Trinkwasserbrunnen in den Gemeinden, der Ausbau von unverpackt angebotenen Produkten sowie die Mülltrennung an Arbeitsplätzen und an sämtlichen Orten mit Publikumsverkehr, berichtet BFM. Die Beteiligten fürchten vor allem wegfallende Erlöse aus dem Weiterverkauf recycelbarer Materialien, mit denen ein Teil der Sammlung und Abfallbehandlung finanziert wird.

Teom: Eine wenig bekannte Steuer mit hohen Kosten

Bereits 2025 hatten wir über diese kaum bekannte Abgabe berichtet. Die Teom wird von 32 Millionen Steuerzahlern zusammen mit der Grundsteuer entrichtet. Sie wird auf derselben Grundlage berechnet und ist auf dem Steuerbescheid aufgeführt. Einer Untersuchung von UFC-Que Choisir zufolge ist sie in jüngster Zeit allerdings regelrecht in die Höhe geschnellt.

Im Durchschnitt zahlten die Franzosen 2023 144 Euro pro Einwohner für diese Steuer. Das entspricht laut unseren Kollegen einem Anstieg von 20 % innerhalb von 5 Jahren und von 7 % binnen eines Jahres. Noch problematischer: Ein von Le Monde enthüllter vertraulicher Bericht der französischen Umwelt- und Energieagentur ADEME zeigt, dass manche Kommunen bei dieser Steuer deutlich zu hohe Beträge einnehmen.

So verlangen mehr als 50 % von ihnen erheblich mehr als die tatsächlichen Kosten für Müllsammlung und -behandlung. In einzelnen Fällen liegt der Satz bei über 150 % des wirklich notwendigen Betrags. Weitere Informationen dazu finden Sie hier in unserem früheren Artikel.

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