Der Umweltverband Zero hat am Samstag davor gewarnt, dass Portugal seine Klimaziele für 2030 verfehlen könnte. Im Jahr 2024 seien die Treibhausgasemissionen (THG) lediglich um 3 % gesunken.
Treibhausgasemissionen Portugals 2024 und die Rolle erneuerbarer Energien
In einer Stellungnahme zu den offiziellen THG-Emissionsdaten für 2024 erklärt der Verband, der Rückgang beruhe auf erneuerbar erzeugtem Strom und auf temporären Faktoren wie den Niederschlägen. Gleichzeitig verursache der Verkehrssektor 35 % der gesamten Emissionen.
Ohne grundlegende Veränderungen im Verkehr werde Portugal seine Vorgaben möglicherweise nicht erreichen, warnt Zero. Das THG-Inventar bestätige zwar wichtige Fortschritte, „zeigt jedoch tiefgreifende strukturelle Schwächen auf“ – sowohl im Verkehrssektor als auch „beim Fehlen einer starken und kohärenten Klimagovernance im Rahmen des Klimarahmengesetzes“ (LBC).
Nach den Daten, die den Zeitraum von 1990 bis 2024 erfassen, stieß Portugal 2024 51,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent (MtCO2e) aus. Die Angaben schließen den Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft aus. Das entspricht 3 % weniger als 2023 und liegt rund 40 % unter dem Wert von 2005.
Damit setzt sich die seit 2005 erkennbare Abwärtstendenz fort, die mit dem Ausstieg aus besonders schadstoffintensiven Brennstoffen, höherer Energieeffizienz und dem Ausbau erneuerbarer Energien zusammenhängt. Die erneuerbare Stromerzeugung nahm 2024 um etwa 18 % zu.
„Der Energiesektor verursacht 65,6 % der nationalen Emissionen, wobei der Verkehr mit 35,2 % des Gesamtvolumens weiterhin den größten Belastungsfaktor darstellt“, so Zero.
Seit 2013 ist beim Verbrauch von Diesel und Benzin ein Aufwärtstrend oder eine Stagnation zu beobachten; 2024 blieb der Verbrauch stabil.
Verkehr als zentrale Hürde für Portugals Klimaziele 2030
Zero verweist jedoch darauf, dass die neuesten Zahlen eine besorgniserregende Kehrtwende erkennen lassen: 2025 stieg der Verbrauch erneut um rund 0,9 %. Im ersten Quartal dieses Jahres fiel der Anstieg gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum mit etwa 2,5 % noch deutlicher aus.
Als Ursache nennt der Verband die wiederholte Unfähigkeit von Regierung und Parlament, in diesem Bereich tragfähige öffentliche Maßnahmen umzusetzen. Dadurch würden wirtschaftliche Risiken sowie Folgen für Umwelt und öffentliche Gesundheit verschärft.
Weitere Auswertungen der Daten für 2024 zeigen, dass die Verbrennung in der Industrie, auf die etwa 10 % der Emissionen entfallen, zunehmend an Bedeutung verliert. In der Landwirtschaft, die für 13,5 % verantwortlich ist, blieb die Lage dagegen stabil.
Bei den Abfällen, die 11 % der Emissionen ausmachen, gab es keinen Rückgang. Fluorierte Gase, deren Anteil an den Gesamtemissionen bei etwa 4 % liegt, haben seit 1995 sehr stark zugenommen.
Zero betont erneut, dass Portugal zur Erfüllung des Ziels des Nationalen Energie- und Klimaplans (PNEC), die Emissionen bis 2030 gegenüber 2005 um 55 % zu senken, von derzeit 51,5 Millionen Tonnen auf etwa 38,7 Millionen Tonnen im Jahr 2030 kommen müsse. Das bedeute, innerhalb von nur sechs Jahren nahezu 13 Millionen Tonnen einzusparen.
Dafür sei, so der Verband, „eine strukturelle Beschleunigung der Klimapolitik erforderlich, insbesondere in den emissionsintensivsten Sektoren wie dem Verkehr“.
Nach Ansicht von Zero ist es zwingend notwendig, das LBC vollständig umzusetzen und die Reindustrialisierung an einer grünen Industriestrategie auszurichten. Im Verkehrsbereich müsse die Elektrifizierung intensiv genutzter Fahrzeuge dringend beschleunigt, stärker in den öffentlichen Verkehr und die Eisenbahn investiert sowie Mobilitätslösungen eingeführt werden, die die Abhängigkeit vom privaten Auto dauerhaft verringern.
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