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Angesichts begrenzter Haushaltsmittel sowie des gewaltigen technologischen, industriellen und finanziellen Aufwands für die Entwicklung eines atomgetriebenen U-Boots hat die brasilianische Marine Änderungen am Zeitplan des Programms zur U-Boot-Entwicklung (PROSUB) bestätigt: Der Stapellauf der Álvaro Alberto wurde auf 2038 verschoben. Die Anpassung verdeutlicht die Schwierigkeiten des ehrgeizigsten Marinevorhabens in der Geschichte Brasiliens. Das Programm soll dem Land sein erstes atomgetriebenes U-Boot verschaffen und eine in Lateinamerika bislang einzigartige strategische Fähigkeit aufbauen.
PROSUB: Stapellauf der Álvaro Alberto nun für 2038 vorgesehen
Das brasilianische Verteidigungsministerium teilte die neue Planung dem Nationalkongress in einem am 22. Juni übermittelten Schreiben mit. In der Aktualisierung führte die Marine zwei zentrale Faktoren an, die den Programmfortschritt weiterhin beeinträchtigen: fehlende Mittel und eine mangelnde Planbarkeit des Haushalts. Beide Einschränkungen wirken sich unmittelbar auf das Umsetzungstempo eines Vorhabens aus, das über viele Jahre hinweg kontinuierliche Investitionen erfordert.
Der ursprünglich 2008 festgelegte Zeitplan sah die Indienststellung der Álvaro Alberto für 2025 vor. Dieses Ziel wurde später auf 2034 verlegt und nun erneut auf 2038 verschoben.
Neben der Finanzierung bleibt die Entwicklung des Kernreaktors für die künftige Einheit die entscheidende Herausforderung. Während die Werft Itaguaí Construções Navais (ICN) mit Unterstützung der Naval Group den Bau des Druckkörpers auf Basis der Riachuelo-Klasse weiterführt, ist die Erprobung des vollständig in Brasilien entwickelten Reaktors weiterhin der kritische Punkt des Programms. Bevor seine endgültige Integration in das U-Boot beginnen kann, muss das System die Tests im Labor für nuklearelektrische Energieerzeugung (LABGENE) in Iperó erfolgreich abschließen.
Brasilianische Ingenieure entwickeln einen Reaktor, der zwei wesentliche Anforderungen zugleich erfüllt: Er muss kompakt genug sein, um in den Entwurf des U-Boots integriert werden zu können, und gleichzeitig ausreichend Leistung für die vorgesehenen Einsatzfähigkeiten liefern. Solange diese Validierungen nicht abgeschlossen sind, lassen sich die nachfolgenden Montageschritte nicht vollenden. Dadurch verlängert sich ein Zeitplan, der wegen der technologischen Komplexität und der Haushaltsbeschränkungen bereits mehrfach angepasst wurde.
Fortschritte bei den konventionellen U-Booten der Riachuelo-Klasse
Trotz der Verzögerung beim nuklearen Bestandteil verzeichnet PROSUB in seiner ersten Phase weiterhin Fortschritte. Nach Angaben der brasilianischen Marine befindet sich das U-Boot Riachuelo (S40) derzeit in seiner ersten umfassenden Wartungsperiode. Humaitá (S41) und Tonelero (S42) stehen dagegen im Einsatzdienst.
Die Indienststellung des vierten konventionellen U-Boots dieser Klasse, der Almirante Karam (S43), ist weiterhin für 2027 geplant. Damit würde die Serie von vier diesel-elektrischen Einheiten vollständig sein, die im Marinekomplex von Itaguaí gebaut werden.
Parallel dazu baut die brasilianische Marine die Infrastruktur zur Unterstützung des Programms weiter aus. Im März dieses Jahres wurden im Marinekomplex von Itaguaí neue Einrichtungen eröffnet. Dazu zählen das neue Gebäude des Ausbildungs- und Schulungszentrums Almirante Áttila Monteiro Aché (CIAMA) sowie das Kraftstoffversorgungssystem des U-Boot-Stützpunkts Ilha da Madeira. Diese Kapazitäten sollen die Ausbildung von U-Boot-Besatzungen verbessern und die logistische Unterstützung sowohl für die bestehende Riachuelo-Klasse als auch für die zukünftige Álvaro Alberto erweitern.
Humaitá nimmt am kombinierten Manöver FRATERNO XXXIX teil
Die Konsolidierung der brasilianischen U-Boot-Streitkräfte wird beim bevorstehenden kombinierten Manöver FRATERNO XXXIX auch praktisch sichtbar werden. Das U-Boot Humaitá (S41) wird bei Übungen mit der argentinischen Marine in den Gewässern des Südatlantiks seinen ersten internationalen Einsatz absolvieren. Zugleich handelt es sich um den ersten Auslandseinsatz einer Einheit der Riachuelo-Klasse seit ihrer Indienststellung. Dies zeigt den erreichten Reifegrad des konventionellen PROSUB-Zweigs, während die Entwicklung des atomgetriebenen U-Boots weiterläuft.
Auch wenn der neue Stapellauftermin die Álvaro Alberto erneut verzögert, betrachtet die brasilianische Marine das Projekt weiterhin als eine tragende Säule ihrer langfristigen Seestrategie. Da der Bau der Álvaro Alberto in der Region ohne Vergleich ist, soll das Programm Brasiliens technologische Eigenständigkeit festigen, den Schutz der sogenannten Blauen Amazonien stärken und die Abschreckungsfähigkeit des Landes im Südatlantik ausbauen. Die jüngste Verschiebung unterstreicht jedoch erneut, dass der Erfolg von PROSUB neben der technologischen Herausforderung auch von verlässlich verfügbaren Mitteln abhängt, um eines der komplexesten Verteidigungsprogramme Brasiliens dauerhaft zu finanzieren.
Die verwendeten Bilder dienen ausschließlich Illustrationszwecken.
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