Im Laufe des heutigen Vormittags teilte das U.S. European Command (EUCOM) mit, dass ein Team der U.S. Coast Guard unter Führung des USCGC *Munro* den russisch beflaggten Öltanker M/V *Bella 1* im Nordatlantik beschlagnahmt habe. Die Maßnahme erfolgte auf Grundlage einer Anordnung eines US-Bundesgerichts. Nach Angaben des US-Justizministeriums soll das Schiff gegen Sanktionen verstoßen haben, mit denen Washington den Handel mit iranischem und venezolanischem Öl blockiert. Dies sei Teil der Bemühungen, den Druck auf ein Regime hoch zu halten, das zuletzt einen schweren Rückschlag erlitten habe – mit der Festnahme und dem Abtransport von Nicolás Maduro zu seiner Überstellung nach New York.
Koordination der Aktion zwischen USA und Vereinigtem Königreich
EUCOM führte in seinem Beitrag aus, dass die Operation in Abstimmung zwischen dem Justizministerium, dem Department of Homeland Security und dem Pentagon durchgeführt wurde; letzteres habe militärische Unterstützung bereitgestellt, um den Erfolg des Einsatzes abzusichern. Den Angaben zufolge spielte sich das Geschehen in den Gewässern zwischen Island und dem Vereinigten Königreich ab.
Das Vereinigte Königreich war demnach ebenfalls beteiligt und leistete Beiträge bei Planung und Luftaufklärung sowie durch den Einsatz des Logistikunterstützungsschiffs der Royal Navy RFA *Tideforce*.
Flaggenwechsel, Namensänderung und Hinweise auf mögliche Eskorte
Laut Informationen aus Washington fuhr das Schiff zunächst unter guyanischer Flagge. Erst als die Route in Richtung Nordatlantik begann, sei ein Wechsel auf russisches Register und russische Flagge erfolgt; zudem sei sogar der Name geändert worden – von Bella 1 zu Marinera.
In dieser Phase hätten US-Marinevertreter gegenüber lokalen Medien sogar angedeutet, Moskau könne Marinekräfte (darunter auch ein U-Boot) zur Eskorte des betreffenden Schiffes eingesetzt haben. Analysten hätten daraufhin befürchtet, dass es im Falle einer Beschlagnahme zu einem Szenario erhöhter Spannungen kommen könnte.
Unter Verweis auf Erklärungen des britischen Verteidigungsministeriums hieß es dazu: „Das Schiff, das zunächst unter falscher Flagge fuhr, schaltete auf See seine Transponder ab und versuchte, während der Verfolgung die Flagge zu wechseln – ein Hinweis auf seine bösartigen Verbindungen zur globalen Umgehung von Sanktionen (…) Es gibt Einschätzungen, die mehrere Jahre zurückreichen, dass Bella I an illegalen Aktivitäten beteiligt war, mit Terrorismus und internationaler Kriminalität in Verbindung steht, einschließlich der Hisbollah, und Teil des wachsenden Netzwerks verdeckter Aktivitäten ist, die bösartige Handlungen weltweit antreiben und finanzieren.“
Eingesetzte Mittel und Bezug zu Operation Absolute Resolve
Auf Grundlage von Bildern, die britische und russische Medien veröffentlichten, soll bei der Mission der Einsatz von MH-6-*Little Bird-Hubschraubern erfolgt sein, um Kräfte auf das Deck der *Bella 1 abzusetzen. Das gilt als bemerkenswert, da dieses Muster vor allem vom 160th Special Operations Aviation Regiment (SOAR) genutzt wird.
Dieses Regiment soll nach verbreiteter Einschätzung auch an der Operation ** Absolute Resolve ** beteiligt gewesen sein, in deren Verlauf der venezolanische Staatschef festgenommen wurde. Unklar bleibt jedoch, von wo aus die genannten Mittel gestartet wurden. Das Pentagon habe zudem Anfragen spezialisierter lokaler Medien nicht bestätigen wollen, ob die Einheit tatsächlich beteiligt war.
Weitere beschlagnahmte Tanker mit Venezuela-Bezug
Abschließend wurde darauf hingewiesen, dass dies in jüngerer Zeit nicht der einzige mit Venezuela in Verbindung gebrachte Öltanker war, der beschlagnahmt wurde. Als weiteres Beispiel wurde der unter panamaischer Flagge fahrende Tanker M/T *Sophia* genannt. In diesem Fall habe veröffentlichtes Material gezeigt, dass ein Team der Küstenwache MH-60-Hubschrauber nutzte, um Personal auf das Schiff zu bringen, das anschließend ohne größere Zwischenfälle gesichert worden sei.
Ein weiteres Beispiel sei die M/T *Skipper* im Dezember gewesen: Damals hätten Einheiten, die von der USS *Gerald Ford* aus operierten, eine vergleichbare Aktion vor der Küste des lateinamerikanischen Landes durchgeführt.
Titelbild: @US_EUCOM auf X
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