Kraftstoffpreise in Portugal: Diesel und Benzin steigen stark
Wie bereits Ende der vergangenen Woche erwartet, hat die zweite März-Woche mit einem kräftigen Preissprung bei den wichtigsten Kraftstoffen begonnen. Besonders deutlich fällt der Anstieg beim einfachen Diesel aus, wie Branchenquellen berichten.
Bis 14:00 Uhr an diesem Montag, dem 9. März, hatte der Durchschnittspreis für einfachen Diesel bereits um 17,2 Cent pro Liter zugelegt. Damit steigt der Durchschnittspreis auf 1,807 Euro pro Liter. Der Durchschnittspreis für einfaches Benzin erhöhte sich um 6,7 Cent pro Liter und liegt nun bei 1,772 Euro pro Liter.
Um die tatsächliche Dimension dieser Erhöhungen - beim Diesel in historischem Ausmaß - einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf die großen Tankstellenketten.
BP, Galp und Repsol: so stark wurden die Preise angehoben
BP hat die Preise bislang am stärksten angezogen, insbesondere beim einfachen Diesel: 21,5 Cent pro Liter. Beim Benzin erhöhte BP den Preis um 8,5 Cent pro Liter. Auch Galp und Repsol haben ihre Tarife angepasst: Beim Diesel beträgt der Anstieg 20,5 Cent, während Benzin um sieben bzw. acht Cent teurer wurde.
Wichtig ist dabei: Im Dieselpreis ist der von der Regierung Ende der vergangenen Woche angekündigte außerordentliche Steuerabschlag bei der ISP bereits berücksichtigt, und zwar in Höhe von 3,55 Cent pro Liter. Nach den Prognosen hätte dies den erwarteten Anstieg von rund 23 Cent pro Liter auf 19 Cent senken sollen. Tatsächlich sehen wir jedoch Erhöhungen von über 20 Cent - und damit mehr als vorhergesagt.
Grundlage für die Berechnung der Kraftstoffpreise sind, wie üblich, die von der Direção-Geral de Energia e Geologia (DGEG) veröffentlichten Daten. In diesem Fall beziehen sie sich auf den vergangenen Freitag, den 6. März.
Die von der DGEG ausgewiesenen Werte enthalten bereits die von den Tankstellen gewährten Rabatte sowie die aktuell geltenden Maßnahmen der Regierung. Dennoch gilt: Es handelt sich lediglich um Durchschnitts- und Richtwerte, die von den Preisen an einzelnen Tankstellen abweichen können.
Worum geht es?
Der Anstieg der Kraftstoffpreise in Portugal und in Europa hängt direkt mit der Eskalation der Spannungen im Nahen Osten zusammen. Diese führte zur Schließung der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Routen für den Abtransport von Öl aus dem Persischen Golf. Rund 20% des weltweiten Rohölhandels passieren diese Passage.
Die Auswirkungen waren an den Märkten sofort sichtbar: Der Brent-Preis, Referenz für Europa, stieg von etwa 72 US-Dollar pro Barrel vor der Offensive auf zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels mehr als 103 US-Dollar. Sollte sich die Lage in dieser Woche nicht ändern, ist damit zu rechnen, dass die Kraftstoffpreise in der kommenden Woche weiter steigen.
Der Konflikt begann vor etwas mehr als einer Woche, als Israel und die USA Angriffe gegen den Iran flogen und dies mit der Abwehr unmittelbar bevorstehender Bedrohungen begründeten. Als Reaktion griff Teheran US-Stützpunkte und israelische Ziele in der Region mit Raketen und Drohnen an, was die Instabilität weiter verschärfte.
Bislang gibt es keinerlei Hinweise auf einen Waffenstillstand. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Offensive werde „so lange wie nötig“ fortgesetzt - ein Hinweis auf einen Konflikt, der sich über mehrere Wochen hinziehen könnte.
Aktuelle Maßnahmen der Regierung
Seit 2022 gelten weiterhin Regierungsmaßnahmen, die den Anstieg der Kraftstoffpreise abfedern sollen, vor allem über Eingriffe beim Imposto sobre os Produtos Petrolíferos (ISP). Allerdings werden diese Maßnahmen schrittweise zurückgenommen - auch auf Druck der Europäischen Union.
Nachdem Prognosen aus dem Sektor historische Preissprünge angekündigt hatten - 23 Cent pro Liter beim einfachen Diesel und 7,5 Cent beim einfachen Benzin - gab die Regierung einen außerordentlichen Rabatt auf den ISP (Imposto sobre Produtos Petrolíferos e Energéticos) bekannt, in Höhe von 3,55 Cent pro Liter.
Portugal gewährt seit 2022 bereits einen steuerlichen Abschlag auf den ISP, der geschaffen wurde, um die Auswirkungen der Kraftstoffpreissteigerungen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine abzumildern. Dieser Mechanismus senkte die Steuerlast auf Benzin und Diesel teilweise und wurde fortlaufend angepasst, je nach Entwicklung der Preise.
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