Zum Inhalt springen

Historischer Preisanstieg bei Diesel und Benzin in Portugal

Mann tankt Auto an Zapfsäule und blickt auf Smartphone an einer Tankstelle im Freien.

Prognosen und Durchschnittspreise für Diesel und Benzin

Die kommende Woche dürfte mit einem historischen Anstieg der Kraftstoffpreise starten – sogar stärker als im Februar 2022 nach Beginn des Kriegs in der Ukraine, als Diesel um 14 Cent und Benzin um 8 Cent teurer wurde.

Nach Einschätzung der Branche ist mit einem Plus von 23 Cent pro Liter beim einfachen Diesel sowie von 7,5 Cent beim einfachen Benzin zu rechnen.

Sollten sich diese Werte bestätigen, dürfte der Durchschnittspreis für einfachen Diesel auf 1,864 €/l klettern. Damit würde Diesel teurer als Benzin, dessen durchschnittlicher Preis auf rund 1,78 €/l steigen soll.

So werden die Durchschnittswerte ermittelt

Die Berechnung der Kraftstoffpreise basiert auf den von der Direção-Geral de Energia e Geologia (DGEG) veröffentlichten Daten – in diesem Fall auf den Werten vom vergangenen Donnerstag, dem 5. März. In den von der DGEG ausgewiesenen Zahlen sind sowohl die von den Tankstellenketten gewährten Rabatte als auch die derzeit geltenden staatlichen Massnahmen bereits berücksichtigt.

Trotzdem ist wichtig: Das sind nicht zwingend die Preise, die Sie an der Zapfsäule sehen. Es handelt sich um Durchschnitts- und Richtwerte. Die Betreiber können ihre Preise weiterhin im Rahmen ihrer jeweiligen Strategie festlegen.

Worum geht es?

Der Preisanstieg bei Kraftstoffen in Portugal und in Europa hängt unmittelbar mit der Eskalation der Spannungen im Nahen Osten zusammen. Diese führte zur Schliessung der Strasse von Hormus, einer der wichtigsten Routen für den Abtransport von Erdöl aus dem Persischen Golf. Rund 20% des weltweiten Rohölhandels passieren diesen Seeweg.

Brent-Preis, Märkte und das Risiko von 100 US-Dollar

Die Folgen zeigten sich umgehend an den Märkten: Der Brent-Preis, der in Europa als Referenz gilt, stieg von etwa 72 US-Dollar pro Barrel vor der Offensive und lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels bei 87 US-Dollar. Analysten warnen, dass die Notierung auf 100 US-Dollar steigen könnte, falls sich die Lage in den kommenden Tagen oder Wochen nicht beruhigt.

Auslöser des Konflikts waren Angriffe am vergangenen Wochenende: Israel und die USA griffen den Iran an und begründeten dies damit, unmittelbare Bedrohungen neutralisieren zu wollen. Teheran reagierte mit Angriffen auf US-Stützpunkte und israelische Ziele in der Region – mit Raketen und Drohnen –, wodurch die Instabilität weiter zunahm.

Bislang gibt es keinerlei Hinweise auf einen Waffenstillstand. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Offensive werde „so lange wie nötig“ fortgesetzt, was auf einen Konflikt hindeutet, der sich über mehrere Wochen hinziehen könnte.

Die aktuell geltenden Massnahmen der Regierung

In dieser Woche hat die Regierung – mit Blick auf die Prognosen – eingeräumt, einen ausserordentlichen Rabatt auf die ISP (Imposto sobre Produtos Petrolíferos e Energéticos) zu gewähren, falls die Kraftstoffpreise im Vergleich zum aktuellen Niveau um mehr als 10 Cent pro Liter steigen.

Nach Angaben des Regierungschefs soll damit der automatische Anstieg der Steuereinnahmen aus der Mehrwertsteuer (IVA) ausgeglichen werden, die bei höheren Kraftstoffpreisen stets mitwächst. Über den entsprechenden Link lässt sich nachlesen, wie hoch der steuerliche Nachlass voraussichtlich ausfallen dürfte.

Portugal gewährt bereits seit 2022 einen steuerlichen Nachlass auf die ISP – eingeführt, um den Preisschock nach der Invasion der Ukraine durch Russland abzufedern. Dieses Instrument senkte einen Teil der Steuer auf Benzin und Diesel und wurde seither schrittweise angepasst, parallel zur Preisentwicklung.

Die Europäische Kommission drängt das Land jedoch darauf, diese Massnahmen zu beenden, und spricht sich für eine schrittweise Rückkehr zur normalen Struktur der Kraftstoffbesteuerung aus.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen