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USA, Israel und Iran: Straße von Hormus als Risiko für Öl und Gas

Junger Mann an Tankstelle zeigt Kreditkarte, im Hintergrund Meer mit mehreren Schiffen sichtbar.

Der Eintritt der USA in den Konflikt zwischen Israel und Iran hat eine neue Welle der Unsicherheit in die globale Politik und Wirtschaft getragen. Im Fokus der Sorgen steht die Straße von Hormus: Über diese Meerenge fließen rund 20 % des weltweit verbrauchten Erdöls und Erdgases – und sie könnte zum nächsten großen Bruchpunkt im internationalen Energiehandel werden.

Der US-Angriff auf iranische Atomanlagen erfolgte am Samstag, dem 21. Juni, doch die Folgen waren schnell spürbar. In Portugal stiegen an diesem Montag die Kraftstoffpreise um 6,5 Cent beim einfachen Diesel und um 2,4 Cent beim einfachen Benzin. Eine Garantie, dass es dabei bleibt, gibt es nicht.

Warum die Straße von Hormus für Öl und Gas so entscheidend ist

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und gilt als der wichtigste Korridor der Welt für den Öltransport. Etwa ein Fünftel des weltweit konsumierten Öls – zwischen 18 und 21 Millionen Barrel pro Tag – passiert diese Engstelle. Damit ist sie ein zentraler Durchgang für Länder wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Irak – alles Mitglieder der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder).

Blockade der Straße von Hormus: Was Iran darf – und was nicht

Trotz der Drohkulisse rund um eine mögliche Blockade gilt: Per Dekret können die iranischen Behörden diese Route nicht schließen, weil es sich um eine internationale Wasserstraße handelt, die durch das Völkerrecht geschützt ist. Hinzu kommt, dass Iran die Meerenge nicht vollständig kontrolliert – ein Teil der Territorialgewässer gehört ebenfalls zu Oman.

Mögliche „Disruptionen“ und die Rolle von USA, Israel und Iran

Wie Iran auf den Angriff der USA reagieren wird, ist derzeit offen. Das Land im Nahen Osten könnte jedoch auf „Disruptionen“ in der Straße von Hormus setzen, die die Ölpreise beeinflussen würden – etwa durch Gewaltandrohungen, das Abfangen von Schiffen oder andere Maßnahmen.

Auswirkungen auf die Kraftstoffpreise

Da mehrere Länder in Europa stark vom Öl aus dem Golf abhängig sind – besonders seit dem Krieg in der Ukraine –, hätte eine tatsächliche Blockade weitreichende Folgen. Ein Verschluss der Straße von Hormus könne, so der Ökonom Filipe Grilo gegenüber Antena 1, Reisen „mindestens 30 %“ teurer machen.

Zu Wochenbeginn lag ein Barrel Brent, das in London gehandelt wird und als Referenz für den europäischen Markt dient, bei 77 US-Dollar, stieg zwischenzeitlich jedoch auf über 81 US-Dollar. Analysten rechnen damit, dass der Preis dieses Rohstoffs die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschreiten könnte.

Die Folgen wären gravierend – höhere Kraftstoffpreise wären nur die „Spitze des Eisbergs“. Steigende Energiepreise und teurere Transporte von Waren erhöhen den Inflationsdruck und könnten die Weltwirtschaft in Richtung Stagnation schieben.

Ein breiter Anstieg der Kosten für Energie und den Transport von Gütern kann die Inflation anheizen und die globale Wirtschaft in einen neuen Stagnationszyklus drängen. Selbst Länder, die weniger von Energie aus dem Golf abhängig sind – wie Portugal –, würden die Auswirkungen spüren: Wenn das weltweit verfügbare Ölvolumen sinkt, ziehen die Preise überall an.

Mehrere Staaten haben bereits dazu aufgerufen, das schlimmste Szenario zu verhindern. China wäre besonders betroffen, da es zu den größten Abnehmern von iranischem Rohöl zählt.

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