Diese Woche hat – wie bereits zum Ende der vergangenen Woche erwartet – am 16. März mit einem weiteren deutlichen Sprung bei den Kraftstoffpreisen begonnen. Besonders stark fiel der Anstieg beim Diesel aus, wie Quellen aus der Branche berichten.
Aktuelle Entwicklung der Kraftstoffpreise
Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung an diesem Montag verteuerte sich Diesel um acht Cent pro Liter. Damit kletterte der Durchschnittspreis auf 1,916 Euro pro Liter. Auch Benzin zog an: Hier lag das Plus bei sieben Cent pro Liter, wodurch der Durchschnittspreis 1,849 Euro pro Liter erreichte.
Rechnet man seit Beginn des Konflikts im Iran zusammen, ergibt sich bislang ein Anstieg von 28 Cent pro Liter bei Diesel sowie von 14,4 Cent pro Liter bei Benzin.
Preise bei Galp, BP und Repsol
Ein Blick auf die großen Tankstellenketten zeigt: Galp, BP und Repsol erhöhten den Preis für Diesel heute jeweils um neun Cent pro Liter. Damit wurde bei allen drei Anbietern die Marke von zwei Euro pro Liter überschritten – zuletzt war das im Juni 2022 der Fall.
Beim Benzin verzeichnete Galp die stärkste Erhöhung (+7,8 Cent), gefolgt von BP (+7,5 Cent) und Repsol (+6 Cent). BP hob zusätzlich den Preis für GPL um 5,5 Cent an. Nach diesen Anpassungen gelten folgende Listenpreise: 1,957 €/l bei Galp, 1,979 €/l bei BP und 1,949 €/l bei Repsol.
Als Grundlage für die Berechnung der Kraftstoffpreise dienen – wie üblich – die von der Direção-Geral de Energia e Geologia (DGEG) veröffentlichten Daten. In diesem Fall beziehen sie sich auf Freitag, den 13. März.
Die von der DGEG ausgewiesenen Werte enthalten bereits sowohl die von den Tankstellen gewährten Rabatte als auch die aktuell gültigen Maßnahmen der Regierung. Dennoch gilt: Es handelt sich um Durchschnitts- und Richtwerte, die von den tatsächlich an den Zapfsäulen verlangten Preisen abweichen können.
Worum geht es?
Der Preisanstieg bei Kraftstoffen in Portugal und in Europa steht in direktem Zusammenhang mit der zunehmenden Spannung im Nahen Osten. Diese Entwicklung führte zur Schließung der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Routen für den Öltransport aus dem Persischen Golf. Rund 20 % des weltweiten Rohölhandels werden über diese Passage abgewickelt.
An den Märkten zeigte sich die Wirkung sofort: Der Brent-Preis, die Referenz für Europa, stieg von etwa 72 US-Dollar pro Barrel vor der Offensive auf mehr als 103 US-Dollar zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels. Sollte sich die Lage im Verlauf der Woche nicht ändern, ist damit zu rechnen, dass die Kraftstoffpreise weiter steigen oder auf diesem hohen Niveau bleiben.
Der Konflikt begann zu Monatsbeginn, als Israel und die USA Angriffe gegen den Iran ausführten und dies mit der angeblichen Neutralisierung unmittelbar bevorstehender Bedrohungen begründeten. Als Reaktion griff Teheran US-Stützpunkte sowie israelische Ziele in der Region mit Raketen und Drohnen an, was die Instabilität weiter verschärfte.
Bislang gibt es keinerlei Hinweise auf einen Waffenstillstand. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Offensive werde „so lange wie nötig“ fortgesetzt – ein Hinweis darauf, dass sich der Konflikt über mehrere Wochen hinziehen könnte.
Aktuelle Regierungsmaßnahmen
Nachdem Branchenprognosen historische Erhöhungen bei den Kraftstoffpreisen in Aussicht gestellt hatten, verstärkte die Regierung den außerordentlichen Rabatt auf die ISP (Imposto sobre Produtos Petrolíferos e Energéticos). Entsprechend wird ein Gesamtrabatt von 6,1 Cent pro Liter bei Diesel und von 3,3 Cent pro Liter bei Benzin erwartet.
Diese außerordentliche ISP-Senkung kommt zusätzlich zu der seit 2022 bestehenden Entlastung hinzu, die den Preisschub nach der Invasion der Ukraine durch Russland abfedern sollte. Über diesen Mechanismus wurde die Steuer auf Benzin und Diesel teilweise reduziert und anschließend schrittweise angepasst – parallel zur jeweiligen Preisentwicklung.
Zur Haltung der Europäischen Kommission gegenüber diesem außerordentlichen Rabatt sagte Finanzminister Joaquim Miranda Sarmento, die Regierung habe die Kommission bereits „in Kenntnis gesetzt“ und gehe davon aus, dass es keinen „Einwand“ gegen diese außerordentliche und befristete Maßnahme geben werde. Auch die EU hatte bereits „zielgerichtete und kurzfristige“ Schritte eingeräumt und darauf verwiesen, dass eine „Preiskrise“ bewältigt werden müsse.
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