Zum Inhalt springen

Hitzewelle: Stromausfälle im Finistère und Vaucluse betreffen 68.000 Haushalte

Arbeiter schweißt an elektrischem Mast neben weißem Transporter bei sonnigem Wetter in Wohngebiet.

In der Nacht zum Dienstag, dem 24. Juni, haben zwei unbeabsichtigte Explosionen im Finistère einen Stromtransformator zerstört und damit weite Teile des Südwestens des Départements mitten während einer Hitzewelle lahmgelegt. Am Morgen waren noch 68.000 Haushalte ohne Strom. Auch im Vaucluse verursachen die hohen Temperaturen Stromausfälle.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kam es gegen 21 Uhr in Ergué-Gabéric am Stadtrand von Quimper zu einem unerwarteten Vorfall. Zwei versehentliche Explosionen im Abstand von rund 1,5 Stunden setzten eine elektrische Anlage des RTE-Netzes außer Betrieb. Auslöser waren die extremen Temperaturen. Im Finistère, das wegen der Hitzewelle unter roter Warnstufe steht, hielten die Strominfrastrukturen der Belastung nicht stand.

Auf dem Höhepunkt des Ausfalls waren 106.000 Haushalte im Südwesten des Finistère ohne Elektrizität. Obwohl Teams von RTE und Enedis noch in der Nacht im Einsatz waren, hatten am Mittwochmorgen weiterhin 68.000 Haushalte keinen Strom. Nach Angaben der Präfektur ist eine vollständige Wiederherstellung „frühestens“ bis zum Ende des 24. Juni möglich – fast 24 Stunden nach Beginn der Störung.

Vorrang erhielten unverzüglich Gesundheitseinrichtungen und andere sensible Standorte. Pflegeheime, die weiterhin nicht versorgt wurden, bekamen dringend Notstromaggregate. Die Einwohner müssen derweil selbst zurechtkommen.

Auch der Vaucluse betroffen

Die Hitzewelle hat ebenfalls die Infrastruktur im Vaucluse getroffen. Bereits am Dienstagabend waren die Gemeinden Orange und Camaret-sur-Aigues von einem weiteren hitzebedingten Stromausfall betroffen. Dort versagten keine hochgelegenen Transformatoren, sondern Erdkabel, die infolge der hohen Temperaturen überhitzten. Am Abend waren 9.000 Haushalte ohne Strom.

Erdkabel gelten zwar als widerstandsfähiger als Freileitungen, können die durch den elektrischen Strom entstehende Wärme jedoch schlechter ableiten, wenn sich der Boden stark aufheizt. Während einer intensiven Hitzewelle wie der aktuellen wird dieser Wärmeabtransport zum Problem.

Unsere Einschätzung

Die aufeinanderfolgenden Stromausfälle werfen eine weitere Frage im Zusammenhang mit extremer Hitze auf: Ist unser Stromnetz für die Hitzewellen des 21. Jahrhunderts ausgelegt? Offensichtlich nicht. Enedis und RTE haben bereits Anpassungspläne vorgestellt, doch diese Vorfälle zeigen, dass sich der Klimawandel mit ungeahnter Geschwindigkeit beschleunigt. Falls noch jemand Zweifel haben sollte: Es besteht dringender Handlungsbedarf.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen