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Kühlschrank und Gefrierfach: Der heimliche Stromfresser im Haushalt

Junger Mann stellt in moderner Küche die Temperatur am silbernen Kühlschrank ein, hält Zettel in der Hand.

Viele Haushalte verkürzen längst ihre Duschzeit, nutzen LED-Lampen und wählen sparsame Heizprogramme. Dennoch fällt die Stromrechnung zum Jahresende oft überraschend hoch aus. Ursache ist häufig kein offensichtlicher Luxus, sondern ein unauffälliger Dauerverbraucher, der rund um die Uhr läuft und in deutschen Küchen praktisch unverzichtbar ist.

Strom als Alltagsposten im Haushaltsbudget

In einem durchschnittlichen Haushalt beansprucht Strom einen merklichen Teil des Budgets. Beleuchtung, Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik und Warmwasser summieren sich schnell. Selbst wenn die Heizung über Gas oder Fernwärme läuft, kann allein der Stromverbrauch bereits einen vierstelligen Euro-Betrag erreichen.

Auswertungen aus mehreren europäischen Ländern zeichnen ein vergleichbares Bild: Etwa ein Fünftel des gesamten Energieverbrauchs eines Haushalts entfällt auf Elektrogeräte. Abhängig von Stromtarif und Wohnsituation entspricht das grob meist mehr als tausend Euro jährlich.

„Wer seine größten Stromfresser kennt, spart häufig dreistellige Beträge pro Jahr – ganz ohne Verzicht auf Komfort."

Zwar bleibt die Heizung der größte Kostenblock beim Energieverbrauch. Betrachtet man die einzelnen Geräte genauer, sind jedoch weder Bügeleisen noch Spielekonsole und häufig nicht einmal der Fernseher die entscheidenden Treiber. Den größten Anteil verursacht ein Gerät, das fast niemand ausschaltet.

Der heimliche Spitzenreiter: Kühlschrank und Gefrierfach

Besonders stark belastet den Stromzähler die Kühl-Gefrier-Kombination. Für Fachleute ist das wenig überraschend, denn sie arbeitet ohne Unterbrechung: Tag und Nacht, das gesamte Jahr über.

Eine moderne Kombination aus Kühlschrank und Gefrierteil verbraucht durchschnittlich rund 346 Kilowattstunden jährlich. Bei einem Strompreis von 30 Cent je Kilowattstunde ergeben sich dafür bereits etwas mehr als 100 Euro – für nur ein einziges Gerät.

Backofen und Waschmaschine benötigen während ihres Betriebs zwar viel Leistung, kommen aber nur an einzelnen Tagen und jeweils für begrenzte Zeit zum Einsatz. Ein Kühlschrank arbeitet dagegen in kurzen, permanent wiederkehrenden Phasen. Dadurch addiert sich sein Verbrauch wesentlich stärker.

Jährlicher Stromverbrauch typischer Haushaltsgeräte

  • Kühl-Gefrier-Kombination: ca. 346 kWh pro Jahr
  • Trockner: ca. 301 kWh pro Jahr
  • Gefrierschrank (separat): ca. 288 kWh pro Jahr
  • Fernseher: ca. 187 kWh pro Jahr
  • Kühlschrank ohne Gefrierteil: ca. 166 kWh pro Jahr
  • Geschirrspüler: ca. 162 kWh pro Jahr
  • Elektro-Backofen: ca. 146 kWh pro Jahr
  • Herdplatten (elektrisch): ca. 131 kWh pro Jahr
  • Desktop-PC: ca. 123 kWh pro Jahr
  • Spielkonsole: ca. 103 kWh pro Jahr

Dass PC oder Konsole im Jahresvergleich relativ weit unten stehen, überrascht viele. Obwohl sie als „Stromfresser“ gelten, werden sie deutlich seltener genutzt als Kühlgeräte oder Trockner.

Auffällig ist zudem: Schon der Wechsel von einem alten zu einem modernen Fernseher kann über ein Jahr hinweg einige Dutzend Euro ausmachen – allein dank höherer Effizienz.

Wie Kühlgeräte die Stromrechnung erhöhen

Dass Kühlschränke und Gefrierschränke so stark zu Buche schlagen, hängt mit ihrer Arbeitsweise zusammen. Sie transportieren Wärme aus dem Innenraum nach außen und müssen die eingestellte Temperatur dauerhaft halten. Sobald warme Luft ins Gerät gelangt, startet der Kompressor.

Mehrere Punkte können die Kosten zusätzlich erhöhen:

  • hohe Laufzeit: 24 Stunden täglich, 365 Tage im Jahr
  • falsche Temperatur: viele Geräte sind zu kalt eingestellt
  • schlechte Aufstellung: direkt neben Herd, Heizung oder Spülmaschine
  • vereiste Fächer: Eis isoliert und verschlechtert die Effizienz
  • alte Geräte: betagte Modelle liegen oft in sehr schlechten Effizienzklassen

„Ein zu kalt eingestellter oder vereister Gefrierschrank kann schnell 20 bis 30 Prozent mehr Strom ziehen als nötig."

Wer im Keller noch einen alten Zweitkühlschrank für Getränke oder Vorräte betreibt, zahlt oft doppelt. Diese „vergessenen“ Geräte entwickeln sich in vielen Häusern zu echten Kostenfallen.

Einfache Schritte, um den Stromfresser zu zähmen

Offensichtliche Sparmaßnahmen setzen viele bereits um: kürzer duschen, weniger heizen, Licht ausschalten. Bei Kühlgeräten bleibt dagegen oft noch ungenutztes Sparpotenzial.

Direkt am Kühlschrank Strom sparen

Schon wenige einfache Anpassungen können den Verbrauch merklich senken:

  • Richtige Temperatur: Im Kühlschrank sind 7 Grad ausreichend. Im Gefrierfach genügen –18 Grad. Jedes weitere Grad Kälte erhöht den Verbrauch.
  • Gute Platzierung: Das Gerät sollte nicht unmittelbar neben Herd, Heizkörper oder Spülmaschine stehen. Jede zusätzliche Wärmeeinwirkung verbraucht Strom.
  • Tür schnell schließen: Getränke besser vorher auswählen, statt bei offener Tür minutenlang zu überlegen, was man nehmen möchte.
  • Gefrierfach regelmäßig abtauen: Eine dicke Eisschicht wirkt isolierend und beeinträchtigt die Kühlleistung.
  • Kühlrippen frei halten: Hinter dem Gerät muss Luft zirkulieren können; es sollte weder direkt an der Wand stehen noch in enge Nischen gedrückt werden.

In vielen Haushalten steht außerdem ein alter Gefrierschrank im Keller, in dem nur halbvolle Kisten aufbewahrt werden. Wer ihn abschaltet oder gegen ein sparsames Modell austauscht, kann die nächste Jahresabrechnung deutlich entlasten.

Beim Neukauf das richtige Label beachten

Beim Kauf eines neuen Kühlschranks stehen für viele zunächst Größe, Optik und Marke im Mittelpunkt. Die Energieeffizienz gerät dabei leicht in den Hintergrund, obwohl sie sich über die Jahre deutlich im Geldbeutel bemerkbar macht.

Effizienzklasse Typischer Verbrauch (Beispiel Kühl-Gefrier-Kombi) Mehrkosten / Ersparnis pro Jahr*
A ca. 150–180 kWh bis zu 50 Euro günstiger gegenüber sehr alten Geräten
C–D ca. 220–280 kWh mittlerer Bereich, spürbar teurer als Top-Modelle
alte Altgeräte 300 kWh und mehr deutlich höhere Kosten, oft über 100 Euro pro Jahr

*Rechenbeispiel auf Basis von rund 30 Cent pro kWh, Werte variieren je nach Gerät.

Über einen Nutzungszeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren können sich mehrere hundert Euro Unterschied ergeben. Ein teurerer, dafür sparsamer Kühlschrank amortisiert sich häufig bereits nach wenigen Jahren.

Weitere einfache Stellschrauben im Haushalt

Die Kühl-Gefrier-Kombination ist zwar ein Dauerläufer, bietet aber nicht die einzige Sparmöglichkeit. In Umfragen berichten bereits viele Haushalte, konkrete Maßnahmen umzusetzen:

  • Ein Großteil verwendet mittlerweile LED-Lampen anstelle alter Glühbirnen.
  • Viele wählen Duschen statt Vollbäder.
  • Die Heiztemperatur wird leicht reduziert, häufig um ein bis zwei Grad.

Auffällig ist, dass deutlich weniger Menschen beim Gerätekauf Energie-Labels vergleichen oder ihren Stromtarif wechseln. Auch Anwendungen, die den Verbrauch sichtbar machen, werden bislang nur von einer Minderheit genutzt – obwohl sie versteckte Stromfresser besonders zuverlässig aufdecken können.

„Sobald der eigene Verbrauch sichtbar wird, ändert sich das Verhalten oft ganz von allein – kleine Sparschritte fallen dann leichter."

Warum sich der Blick auf die Stromrechnung lohnt

Beim Thema Energie denken viele weiterhin zuerst an die Heizung. Gaspreis, Fernwärme und Pellets sind die dominierenden Schlagworte. Dabei wird leicht übersehen, dass einzelne Elektrogeräte wie Kühl-Gefrier-Kombinationen, Trockner oder alte Gefrierschränke ebenfalls erheblichen Einfluss auf die Kosten haben.

Ein bewusster Umgang mit diesen Geräten bringt mehrere Vorteile:

  • niedrigere monatliche Abschläge und weniger Nachzahlungen
  • mehr Planungssicherheit fürs Haushaltsbudget
  • geringerer Energieverbrauch und damit weniger Belastung für das Stromnetz
  • in vielen Fällen auch leiserer und moderner Geräteeinsatz

Wer den eigenen Stromverbrauch genauer prüft, erkennt schnell: Nicht ein großer Verzicht spart am meisten, sondern viele kleine Entscheidungen im Alltag. Ein sinnvoll eingestellter Kühlschrank, ein abgetauter Gefrierschrank, eine abgeschaltete Zweittruhe im Keller und der Blick auf das Energielabel beim Neukauf – zusammen können diese Maßnahmen die Stromrechnung deutlich weniger schmerzhaft machen.

Gerade das unscheinbare Gerät, das ohne Pause läuft, bietet dabei den größten Hebel. Wer es optimiert oder ersetzt, senkt die Kosten eines der teuersten Dauerläufer im Haushalt.

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