Der Legende nach soll das Ausschalten der Internet-Box helfen, Stromkosten zu senken. Stimmt das oder nicht?
Angesichts eines wachsenden Umweltbewusstseins und stark gestiegener Strompreise kann jede Massnahme dazu beitragen, die Umweltbelastung und die Energiekosten privater Haushalte zu reduzieren. Zu den häufig genannten Tipps zählt vor allem das nächtliche Ausschalten der Internet-Box, das Fragen aufwirft und mitunter kontrovers diskutiert wird. Handelt es sich tatsächlich um eine wirksame Sparmöglichkeit oder lediglich um eine symbolische Geste mit kaum spürbarem Effekt?
Internet-Box nachts ausschalten: Lohnt sich das Stromsparen?
Wie viel Strom verbraucht eine Internet-Box tatsächlich?
Eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung der Arcep liefert neue Erkenntnisse zum Energieverbrauch von Glasfaser- und ADSL-Boxen, die in mehr als 24 Millionen französischen Haushalten eingesetzt werden.
Dem Bericht zufolge benötigten diese Geräte im Jahr 2022 insgesamt nicht weniger als 3,3 Terawattstunden Strom. Das entspricht ungefähr 2,2 % der Energierechnung französischer Haushalte. Besonders bemerkenswert ist dieser Wert, weil er dreimal so hoch ist wie der Stromverbrauch, den die Anbieter benötigen, um den Internetverkehr bis zu ihren Kundinnen und Kunden zu transportieren.
Diese Zahlen wurden in einer Zeit veröffentlicht, in der Frankreich mit erheblichen energiepolitischen Herausforderungen konfrontiert war, die durch die Energiekrise von 2022 noch verschärft wurden. Die Regierung hatte die Bevölkerung damals dazu aufgefordert, ihre Internet-Boxen nachts auszuschalten, um den landesweiten Stromverbrauch zu verringern.
Internet-Box ausschalten: Ja, aber nicht nur das
Die Arcep weist darauf hin, dass 95 % des Stromverbrauchs einer Box nicht von ihrer tatsächlichen Nutzung abhängen. Selbst wenn sie nicht aktiv verwendet wird, verbraucht sie also nahezu gleich viel Energie. Daher ist das Ausschalten der Internet-Box in ungenutzten Zeiten eine wirksame Massnahme, um Strom zu sparen. Umso sinnvoller ist dies, da Telekommunikationsanbieter in den vergangenen Jahren Funktionen zum manuellen oder automatischen Abschalten der Boxen eingeführt und Energieeffizienz zu einem Verkaufsargument gemacht haben.
Ökodesign im digitalen Sektor weiterdenken
Die Präsidentin der Arcep, Laure de La Raudière, würdigt zwar die Bemühungen der Anbieter, die Energieeffizienz ihrer Geräte zu steigern, fordert jedoch eine Überprüfung solcher Angaben. Ihrer Ansicht nach braucht der digitale Sektor einen umfassenden Ansatz für Ökodesign, der Gerätehersteller, Anbieter, Plattformen und Rechenzentren einbezieht, damit die Umweltbelastung tatsächlich sinkt.
Praktisch betrachtet ist das Ausschalten der Internet-Box sinnvoll, reicht jedoch allein noch nicht aus. Der Energieverbrauch digitaler Geräte betrifft vielmehr die gesamte Wertschöpfungskette der Branche. Die Arcep will Umweltfragen deshalb in ihrer neuen strategischen Roadmap stärker hervorheben. Denn die Digitalisierung kann zwar die Energiewende unterstützen, muss ihre eigene ökologische Bilanz aber ebenfalls so gering wie möglich halten.
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