Gazprom schafft Einheiten zum Schutz der Energieinfrastruktur
Der russische Staatsgaskonzern Gazprom hat nach Angaben des oppositionellen russischen Mediums „Echo Moskaus“ mit dem Verteidigungsministerium in Moskau einen Vertrag zur Aufstellung von Einheiten für den Schutz der Energieinfrastruktur geschlossen.
Diese Einheiten sollen „Gasanlagen patrouillieren und schützen“, berichtet das russische Nachrichtenportal, das interne Unterlagen von Gazprom ausgewertet hat. Die für diese Teams verpflichteten Einsatzkräfte müssen sich medizinischen Untersuchungen unterziehen und eine zweimonatige Ausbildung absolvieren. Zusätzlich zu ihrem Gehalt erhalten sie vom Verteidigungsministerium Vergütungen für ihren Dienst in der Reserve.
Zivile Arbeit und militärische Ausbildung
Den zitierten Dokumenten zufolge erlaubt der Vertrag für den Dienst in diesen mobilen Einheiten, eine zivile Beschäftigung mit militärischer Ausbildung zu verbinden. Damit unterscheidet er sich von den bislang bekannten regulären Verträgen für den Militärdienst.
Für die Teilnahme an der Ausbildung haben die Einsatzkräfte Anspruch auf eine monatliche Entschädigung von 200.000 Rubel (etwa 2.200 Euro), die vom derzeitigen Arbeitgeber gezahlt wird. Während dieser Zeit behalten sie ihre gegenwärtige Arbeitsstelle.
Reservisten für kritische Anlagen
Die Reservisten gelten nicht als aktive Militärangehörige. Sie können jedoch einberufen werden, um „den Schutz kritischer Anlagen und anderer wichtiger Infrastruktur ausschließlich in der Region sicherzustellen, in der der Vertrag unterzeichnet wurde“, zitiert „Echo Moskaus“.
Im Mai erlaubte die russische Regierung privaten Unternehmen, schwere Militärausrüstung zu erwerben, um sich gegen ukrainische Drohnen zu verteidigen. Diese hatten ihre Angriffe auf Infrastruktur, die mit dem russischen Kriegsapparat verbunden ist, im vergangenen Jahr verstärkt.
Bereits 2023 berichteten internationale Medien, dass zwei mit Gazprom verbundene paramilitärische Unternehmen namens Potok und Fakel am Krieg in der Ukraine beteiligt seien. Die Rekrutierung habe noch vor Kriegsbeginn im Februar 2022 eingesetzt.
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