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BP verdoppelt Gewinn im Ölchaos durch Iran-Krieg

Geschäftsmann betrachtet Laptop mit Diagrammen vor Panoramafenster und Offshore-Ölplattform im Meer.

BP, einer der Ölkonzerne mit den größten Schwierigkeiten der vergangenen fünf Jahre, übertrifft mitten im Sturm die Erwartungen. Der Krieg im Iran und das Chaos bei den dortigen Ölproduzenten haben dem britischen Unternehmen BP außergewöhnliche Ergebnisse beschert. Der Gewinn schießt nach oben.

Anfang April kam es bei BP zum vierten Führungswechsel binnen sechs Jahren: Die neue Konzernchefin Meg O’Neill übernahm von Murray Auchincloss, der im Dezember 2025 zurückgetreten war. Während die Märkte seit Beginn des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus unter erheblichem Druck stehen, startete der britische Energieriese mit seiner neuen Chefin in eine Phase hoher Aktivität. Die am Dienstag, dem 28. April, veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal fallen deutlich positiv aus. BP behauptet sich im Chaos.

BP verdoppelt seinen Gewinn und übertrifft Analystenerwartungen, TotalEnergies legt um 51 % zu

Nachdem BP fünf Jahre lang unter Druck stand und der Gewinn 2025 um 86 % eingebrochen war, wirkt das erste Quartal 2026 wie eine Rettungsleine. Der Nettogewinn des Konzerns hat sich auf 3,28 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, nach 1,38 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten lediglich mit 2,67 Milliarden Euro gerechnet. Daraufhin stieg die Aktie im Handelsverlauf um mehr als 3 %. Der bereinigte Gewinn ohne Sondereffekte erreichte 2,73 Milliarden Euro und lag damit ebenfalls deutlich über den 1,18 Milliarden des Vorjahres.

TotalEnergies steigert Quartalsgewinn ebenfalls deutlich

BP ist nicht der einzige Konzern, der aus der Unruhe Milliarden erlöst. In Frankreich veröffentlichte TotalEnergies am Mittwoch, dem 29. April, seine Quartalszahlen: Der Gewinn erhöhte sich um 51 % auf 5,8 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Nettoergebnis belief sich auf 5,4 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis lag bei 6,3 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 31 %.

Um BP’ finanziellen Erfolg während der Ölkrise zu erklären, müssen die niedrigen Ölpreise des Jahres 2025 den Preisen dieses Jahres gegenübergestellt werden. Im vergangenen Jahr litt BP unter einer eingeschränkten Rentabilität, ausgelöst durch niedrige Preise und Investitionen in erneuerbare Energien, die nicht die erhofften Erträge brachten. Weil BP weniger stark im Nahen Osten engagiert ist als einige Wettbewerber, konnte der Konzern die produktionsbedingten Kürzungen infolge der regionalen Spannungen eher umgehen. Der wichtigste Treiber ist jedoch das Ölhandelsgeschäft von BP, also der Trading-Bereich.

Wie BP während der Ölkrise Geld verdient

Die Gewinne entstanden nicht vorrangig durch die Förderung von Öl. Stattdessen nutzte BP die starken Preisschwankungen: Händler kaufen und verkaufen je nach Kursentwicklung, um an Preisunterschieden zu verdienen. Das gilt auch für Differenzen zwischen Rohöl und raffinierten Produkten. Zusätzliche Ertragschancen ergeben sich durch Arbitrage zwischen verschiedenen Weltregionen sowie durch vorübergehende Ungleichgewichte von Angebot und Nachfrage. Die durch den Iran-Krieg ausgelöste Krise bot daher durchaus Gewinnmöglichkeiten, die BP von London aus offenbar besonders erfolgreich nutzte.

Höhere Schulden belasten BP trotz starker Börsenentwicklung

Für BP ist jedoch nicht alles positiv. Die Bereiche Gas, kohlenstoffarme Energien und Ölproduktion blieben hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Zudem stieg die Nettoverschuldung auf 25,3 Milliarden US-Dollar, nachdem sie Ende 2025 noch bei etwas mehr als 22 Milliarden US-Dollar gelegen hatte. Ursache war ein Rückgang des operativen Cashflows, also der laufenden Geldzuflüsse, auf 2,9 Milliarden. Deshalb wurde der Kursanstieg der BP-Aktie am Vortag vor Handelsschluss relativ schnell wieder abgegeben.

Seit Ausbruch des Iran-Kriegs zählt BP an der Börse dennoch zu den Gewinnern der Branche: Die Aktie liegt 21 % im Plus. Der französische Wettbewerber TotalEnergies gewinnt mehr als 16 %, während ExxonMobil, das nach Marktkapitalisierung größte Unternehmen des Sektors, 1 % verliert.

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