Zum Inhalt springen

Kraftstoffpreise: Tanken in Spanien spart Portugiesen bis zu 17 Euro

Blauer Elektro-Limousinenwagen in einem hellen Showroom mit zwei Personen im Hintergrund.

Tanken in Spanien bleibt für Tausende Portugiesen, die nahe der Grenze wohnen, ein äußerst lukratives Geschäft. Einen 50-Liter-Tank mit Diesel zu füllen, kostet heute in Portugal 92,65 Euro, während auf der anderen Seite der Grenze nur 80,60 Euro fällig werden. Das ergibt einen Unterschied von 12,05 Euro. Ab kommendem Montag dürfte die Lücke wegen des erwarteten kräftigen Preisanstiegs sogar noch größer werden.

Bei Benzin fällt der Abstand noch deutlicher aus. Für einen 50-Liter-Tank werden in Portugal 95,75 Euro verlangt, in Spanien dagegen lediglich 78,80 Euro. Wer die Grenze überquert, spart damit auf einen Schlag fast 17 Euro. Bei zwei Tankfüllungen pro Monat in Spanien kann ein Autofahrer so im Jahr mehr als 400 Euro einsparen.

Die Preisunterschiede machen Spanien zu einem der europäischen Länder mit den günstigsten Kraftstoffen. Portugal liegt hingegen auf Rang neun der teuersten Länder – gemeinsam mit deutlich wohlhabenderen Volkswirtschaften wie Finnland, Dänemark, den Niederlanden oder Deutschland.

Der Vergleich wiegt umso schwerer, weil die Kaufkraft in Portugal im Gegensatz zu diesen Staaten wesentlich geringer ist. Nur Griechenland gehört ebenfalls zu jener Gruppe von Ländern, in denen Kraftstoffkosten die Haushaltsbudgets besonders stark belasten.

Diesel steigt um 3,75 Euro

Berechnungen des JN auf Grundlage von Daten der Generaldirektion für Energie und Geologie sowie des Nationalen Verbands der Kraftstoffhändler (ANAREC) lassen bereits für kommenden Montag einen weiteren kräftigen Preissprung erwarten. Diesel dürfte sich um rund 13,5 Cent je Liter verteuern, was bei einem 50-Liter-Tank 3,75 Euro mehr bedeutet. Nach den gestern angekündigten staatlichen Preisnachlässen soll Benzin um 6,5 Cent pro Liter steigen, also um 90 Cent je Tankfüllung.

Sollten sich diese Prognosen bewahrheiten, wird der Durchschnittspreis für Diesel mit 1,988 Euro je Liter sehr nahe an die psychologisch wichtige Marke von zwei Euro heranrücken. Benzin dürfte 1,980 Euro kosten.

Der Minister des Präsidialamts, António Leitão Amaro, bekräftigte erneut, die Regierung „will weder vom Krieg noch von der Inflation profitieren“.

Der zusätzliche Nachlass beträgt beim Diesel sechs Cent je Liter, was einschließlich des Steuereffekts einer Senkung um 7,4 Cent entspricht. Bei Benzin liegt der Rabatt bei 4,7 Cent beziehungsweise bei 5,7 Cent mit Steuereffekt. Dennoch wird die steuerliche Entlastung einen deutlichen Preisanstieg an den Tankstellen nicht verhindern.

Spanien baut Kraftstoffhilfen ab

Der Preisdruck entsteht zu einem Zeitpunkt, an dem auch die spanische Regierung damit beginnt, ihre außerordentlichen Hilfen für Kraftstoffe zurückzunehmen. Madrid will die Mehrwertsteuerermäßigung schrittweise abschaffen: Der Satz steigt von 10 % wieder auf 21 %. Zudem werden die direkten Preisnachlässe von 15 Cent je Liter im Juli auf zehn Cent im August und nur noch fünf Cent im September reduziert, bevor sie im Oktober vollständig wegfallen.

Die steigenden Kraftstoffpreise nähren zudem den Verdacht der Regierung hinsichtlich der Marktmechanismen. Der JN berichtete, dass Umwelt- und Energieministerin Maria da Graça Carvalho die Regulierungsbehörde für Energiedienstleistungen bereits mit einer umfassenden Untersuchung der Kraftstoffpreisbildung beauftragt hat. Werden „schwere Verzerrungen“ festgestellt, könnte die Behörde der Regierung vorschlagen, ausnahmsweise Höchstmargen für Kraftstoffe festzusetzen.

Trump sucht Schuldige für die Preisanstiege

Der durch den Krieg mit dem Iran ausgelöste Anstieg der Kraftstoffpreise in den USA hat für Donald Trump bereits politische Folgen. Angesichts teureren Benzins und unzufriedener Verbraucher kündigte der US-Präsident eine Untersuchung gegen die großen Ölkonzerne an. Er wirft ihnen vor, den Rückgang der Ölnotierungen nicht an den Zapfsäulen weiterzugeben. Die Rohölpreise schossen in die Höhe, nachdem der Iran als Reaktion auf die Angriffe der USA und Israels, die den Konflikt im Februar auslösten, die strategisch wichtige Straße von Hormus blockiert hatte. Obwohl eine erste Vereinbarung zwischen Teheran und Washington den Tankerverkehr wieder ermöglichte, ist Benzin weiterhin teurer als vor dem Krieg. Im Netzwerk Truth Social beschuldigte Trump die Ölkonzerne, die Verbraucher „auszubeuten“. Das Thema droht für das Weiße Haus zum Problem zu werden.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen