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Niedertarif- und Hochtarifzeiten: Das ändert sich bald

Junger Mann sitzt am Holztisch und nutzt Smart Meter und Smartphone zur Energieüberwachung in der Wohnung.

Das Ihnen bekannte System der Niedertarif- und Hochtarifzeiten wird umgestellt. Wir erläutern, was sich ändert.

Die Steuerung des Stromverbrauchs französischer Haushalte steht vor einer kleinen Revolution: Seit vielen Jahren nutzen Millionen Haushalte Niedertarif- und Hochtarifzeiten, um ihren Verbrauch gezielter zu planen und ihre Stromrechnung zu senken.

Für zahlreiche französische Haushalte gehört es längst zum Alltag, stromintensive Geräte wie Geschirrspüler oder Waschmaschine nachts zu programmieren, um von günstigeren Preisen zu profitieren. Gleichzeitig hilft dies den Energieversorgern, die Stromflüsse besser zu steuern und Verbrauchsspitzen zu den besonders gefragten Zeiten – am Wochenende, morgens, mittags oder am frühen Abend – zu vermeiden.

Ein saisonabhängiges System für Niedertarifzeiten

Nun steht jedoch eine weitreichende Reform bevor, welche die etablierten Gewohnheiten verändert. Die bisherige feste Einteilung des Tages in Hochtarif- und Niedertarifzeiten wird durch ein komplexeres, an den Jahreszeiten orientiertes Modell ersetzt. Damit soll der Stromverbrauch im Jahresverlauf besser berücksichtigt werden.

Künftig gelten im Winter und im Sommer unterschiedliche Zeiten für den Niedertarif. Im Sommer werden die Niedertarifzeiten üblicherweise bereits am Nachmittag beginnen. Angesichts des wachsenden Ausbaus von Solaranlagen und der hohen Stromerzeugung während der Sommermonate am Tag erscheint diese Lösung sinnvoll.

Zur Erinnerung: Die Hochtarifzeiten, in denen Strom am teuersten ist, liegen derzeit meist zwischen 8 und 12 Uhr sowie zwischen 17 und 20 Uhr. Niedertarifzeiten gelten dagegen von 12 bis 17 Uhr und von 20 bis 8 Uhr. Es wird daher vermutlich nötig sein, die Nutzung der Geräte an die Tarife Ihres Stromanbieters anzupassen.

Linky-Zähler als Voraussetzung für günstigere Tarife

Um die günstigen Preise während der Niedertarifzeiten nutzen zu können, müssen Haushalte zwingend mit einem Linky-Zähler ausgestattet sein. Dieser kann den Verbrauch in Echtzeit erfassen und die passenden Tarife automatisch anwenden. Das in Frankreich bereits weit verbreitete Gerät ist unverzichtbar, um die künftige Preisgestaltung vollständig nutzen zu können.

Die Reform wurde offiziell am 1. November 2025 gestartet und wird in zwei Etappen umgesetzt. Die erste Phase läuft bis Juni 2026 und betrifft 1,7 Millionen Haushalte, die bereits bisher Niedertarifzeiten am Tag hatten.

Bei ihnen wurden die Zeitfenster lediglich angepasst. Die Umstellung auf ein tatsächlich saisonales System soll ab Ende 2026 bis Oktober 2027 weitere 9,3 Millionen Haushalte erreichen. Dabei unterscheiden sich die Zeiten zwischen Sommer (1. April–31. Oktober) und Winter (1. November–31. März).

Acht Niedertarifstunden pro Tag bleiben erhalten

Die betroffenen Haushalte behalten konkret acht Niedertarifstunden täglich. Davon müssen mindestens fünf Stunden nachts zusammenhängend zwischen 23 und 7 Uhr liegen. In den sonnigsten Zeiträumen können zusätzlich bis zu drei Stunden am frühen Nachmittag zwischen 11 und 17 Uhr hinzukommen.

Die künftigen Zeitfenster lassen sich allerdings nicht im Voraus erfahren. Enedis legt sie für jede Gemeinde fest, während Ihr Stromanbieter verpflichtet ist, Sie mindestens einen Monat vor einer Änderung per Post oder E-Mail darüber zu informieren.

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