Wasserstoffbusse Fébus in Pau: ein ambitioniertes Projekt
Die 2020 auf Initiative von Emmanuel Macron und François Bayrou eingeführten Wasserstoffbusse „Fébus“ in Pau sollten die Zukunft sauberer Mobilität in Frankreich verkörpern. Sechs Jahre später werden sie ausgemustert.
Emmanuel Macron eröffnete die Wasserstoffbusse von Pau Anfang 2020. Der frühere Bürgermeister François Bayrou gab ihnen den Namen „Fébus“; als 18 Meter lange Busse mit hohem Serviceniveau sollten sie den städtischen Verkehr grundlegend verändern. Ihre Einführung erforderte eine anfängliche Investition von 70 bis 74,5 Millionen Euro. Zur Ausstattung gehören ergonomische Sitze und grossflächige Panoramafenster. Vor allem basiert ihr Antrieb auf einem Elektromotor, der seinen Strom aus einer Brennstoffzelle erhält.
Die Industriepolitik dahinter war ambitioniert: Die Kommune sollte sich bei dekarbonisierten Energien für schwere Verkehrsmittel als Vorreiter positionieren. Zugleich setzte man auf Reichweiten und kurze Betankungszeiten, die damals deutlich über den Möglichkeiten von Elektrofahrzeugen mit Batterie lagen. Rückblickend ist jedoch klar, dass das Vorhaben gravierend gescheitert ist.
Eine nicht mehr tragbare Wartung
Die Gebietskörperschaft bereitet bereits den schrittweisen Verzicht auf ihre Wasserstofffahrzeuge vor und will stattdessen Elektro- und Hybridbusse einsetzen. Ausschlaggebend ist die Häufung technischer und finanzieller Probleme, die im Alltag nicht mehr zu bewältigen sind.
Bereits 2024 meldete Van Hool, der belgische Hersteller der Fébus-Busse, Insolvenz an. Seither ist die Beschaffung von Ersatzteilen zu einer kaum lösbaren Aufgabe geworden. Weil Komponenten fehlen, steht bereits ein Viertel der aus 8 Fahrzeugen bestehenden Flotte im Betriebshof. Teilweise müssen Fahrzeuge sogar ausgeschlachtet werden, damit die noch fahrenden Busse repariert werden können.
Damit nicht genug: Auch die örtliche Tankstelle zur Versorgung der Fahrzeuge fiel wiederholt aus. Der Wartungsdienstleister forderte daraufhin eine drastische Aufwertung seines Vertrags und drohte andernfalls mit dem Rückzug. Unter diesen Umständen musste der Gemeindeverband Wasserstoff per Lkw von anderen französischen Standorten anliefern lassen – ein klarer Widerspruch zum ökologischen Nutzen des Projekts. Dieses Vorgehen kostete ihn mehrere Zehntausend Euro.
Was genau ist Wasserstoffenergie?
Wie der Name nahelegt, nutzt sie molekularen Wasserstoff als Energieträger. Im Fahrzeug versorgt der unter hohem Druck gespeicherte Wasserstoff eine Brennstoffzelle. Trifft er auf den Sauerstoff der Umgebungsluft, löst dies eine elektrochemische Reaktion aus, die Strom erzeugt und ihn unmittelbar an den Motor weitergibt. Dabei entstehen weder CO2 noch Luftschadstoffe: Aus dem Auspuff tritt ausschliesslich reiner Wasserdampf aus.
Diese Technologie soll die zwei grössten Schwächen von Elektrofahrzeugen mit Batterie beheben. Erstens ermöglicht die hohe Energiedichte von Wasserstoff eine sehr grosse Reichweite, was besonders für schwere Fahrzeuge mit langen täglichen Strecken geeignet ist. Zweitens dauert das Tanken von Wasserstoff an der Zapfsäule nur rund fünfzehn Minuten.
Dennoch setzt sich die Technologie nur schwer durch. Gründe dafür sind die sehr hohen Kosten für die Herstellung von grünem Wasserstoff, die technische Komplexität der Tankinfrastruktur sowie ein Gesamtwirkungsgrad, der deutlich unter dem eines rein elektrischen Antriebs liegt.
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