Der frühere Braunkohleabbau in Galicien prägte die Landschaft über Jahrzehnte hinweg tiefgreifend. Durch eine geplante Rekultivierung wurde die riesige aufgegebene Grube in einen eindrucksvollen künstlichen See verwandelt – ein Beleg dafür, dass moderne Ingenieurskunst geschädigte Industrieökosysteme ausgewogen erneuern kann.
Wie wurde aus einer riesigen Kohlemine der See von As Pontes?
Fast vierzig Jahre lang wurden im Tagebau große Mengen Braunkohle gefördert. Nach der endgültigen Einstellung der Arbeiten blieb eine gewaltige Kraterlandschaft mit einer Tiefe von 300 Metern zurück, die umgehend eine strukturierte territoriale Sanierung erforderte.
Das für das Projekt zuständige Unternehmen entwickelte ein detailliertes Konzept, um den enormen geologischen Hohlraum sicher zu fluten. Ab dem Beginn der Testphase leiteten die technischen Teams Wasserquellen in die Grube, um ein stabiles Reservoir zu schaffen, Erosion zu verhindern und eine einwandfreie Wasserqualität sicherzustellen.
Wie verwandelt Deutschland künstliche Seen in schwimmende Solarkraftwerke?
Ein innovatives Projekt brachte Photovoltaikmodule auf der Wasseroberfläche an. Dadurch kann saubere Energie erzeugt werden, während sich das Wasserleben … [Weiterlesen]
Welches Wasservolumen war nötig, um die ehemalige Grube zu füllen?
Die schrittweise Flutung des Beckens erforderte rund 547 Milliarden Liter Wasser. Die kontrollierte Zufuhr nutzte den natürlichen Durchfluss des Flusses Eume sowie die reichlichen örtlichen Niederschläge, wodurch sich die Füllung beschleunigte, ohne die Wasserversorgung der benachbarten Gemeinde zu beeinträchtigen.
Um einer Versauerung des Wassers durch verbliebene Kohleminerale vorzubeugen, behandelten Fachleute die Uferbereiche chemisch mit Kalk. Im April 2012 war der vorgesehene Höchststand erreicht; damit wurde ein gesundes Ökosystem gefestigt und eine außergewöhnliche Seelandschaft geschaffen.
Nachfolgend ein Video des YouTube-Kanals Canal Endesa, das den gesamten historischen Prozess erläutert:
Welche ökologischen Vorteile brachte der künstliche See hervor?
Mit einer Fläche von 865 Hektar veränderte der See die Biodiversität des galicischen Gebiets grundlegend. Rund um das Wasser entstanden verschiedene natürliche Lebensräume, darunter Wiesen- und Buschflächen, die wildlebende Tierwelt in die wiederbewaldete Region lockten.
Auch die frühere Abraumhalde der Mine wurde umfassend mit Tausenden gezielt ausgewählter heimischer Bäume aufgeforstet. Diese fortlaufende Maßnahme schuf geschützte Feuchtgebiete und dichte Wälder, die günstige Bedingungen für die Ansiedlung einheimischer Tiere und einen langfristigen botanischen Erhalt bieten.
Säulen der Umweltrekultivierung
Zentrale Elemente der Umgestaltung
Die wichtigsten Faktoren für die Wiederherstellung des Ökosystems in As Pontes:
- Chemische Neutralisierung des Bodens und kontinuierliche Überwachung des Säuregehalts des Wassers;
- Aufforstung von Hängen und Abraumhalden mit vielfältiger heimischer Vegetation;
- Einbindung lokaler Wassereinzugsgebiete zur dauerhaften natürlichen Erneuerung des Wassers.
Wie nutzt die örtliche Bevölkerung den neuen Erholungsraum?
Das einstige Industrieareal wurde zu einem attraktiven Ort für gemeinschaftliches Zusammensein und Freizeitaktivitäten im Freien umgestaltet. Die Anlage eines weißen Sandstrands ermöglichte Wassersport, förderte den Familientourismus und eröffnete neue Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung.
Die hervorragende Wasserqualität des Sees brachte dem Binnenbad die Umwelt-Auszeichnung Blaue Flagge ein. Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen nutzen die baumbestandenen Wege zum Radfahren und Wandern, sodass der frühere Förderkomplex zu einem sicheren Ort für Freizeit und öffentliche Gesundheit wurde.
Das ganze Jahr über beleben zahlreiche öffentliche und sportliche Aktivitäten das Ufer des Reservoirs:
- Wassersportarten wie Kanufahren, Segeln und Schwimmen in sauberem Wasser;
- befestigte ökologische Rundwege für Radtouren und Spaziergänge;
- eine künstliche Strandanlage mit Schattenbereichen für die Familienfreizeit.
Was lehrt dieses Projekt über die Zukunft von Minenschließungen?
Der Fall As Pontes gilt inzwischen weltweit als Referenz für Pläne zur ökologischen Transformation und zur Schließung von Bergwerken. Die seit Beginn der Ausgrabungen umgesetzte strategische Planung zeigte, dass schwere Industrieanlagen ein positives Vermächtnis für Natur und die moderne Gesellschaft hinterlassen können.
Die gelungene Umwandlung der Grube verdeutlicht die Kraft technischer Innovation, wenn sie mit ökologischem Respekt verbunden wird. Das galicische Reservoir dient Regierungen und Unternehmen weltweit als inspirierendes Vorbild, die Stilllegungen im Bergbau mit umfassender Nachhaltigkeit und gemeinschaftlicher Vitalität verbinden wollen.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen