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Hyundai setzt auf Wasserstoff und Software auf der CES 2024

Mann präsentiert wissenschaftliches Modell in Glasdom mit Autoskizze im Hintergrund auf Messe.

Die Hyundai Motor Group investiert seit Langem in Wasserstofftechnologien. Das betrifft nicht nur die Entwicklung und Fertigung von Brennstoffzellenfahrzeugen – etwa des Nexo, des Lkw XCIENT Fuel Cell oder des Prototyps N Vision 74 (Titelbild) –, sondern ebenso die Herstellung von Wasserstoff selbst.

Nun will der südkoreanische Konzern sein Engagement für Wasserstoff auf dem Weg zur CO₂-Neutralität bis 2050 weiter ausbauen. Dieser spiele, wie das Unternehmen in einer Mitteilung erklärt, „eine entscheidende Rolle in der Nachhaltigkeitsstrategie von Hyundai“.

HTWO erweitert die Wasserstoff-Wertschöpfungskette

Auf der CES 2024 in Las Vegas stellte Hyundai deshalb den Ausbau seiner Sparte HTWO vor. Die Marke für Brennstoffzellen steht für „Hydrogen to Humanity“ und soll künftig die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette abdecken: Produktion, Speicherung, Transport und Nutzung.

Aus Abfällen und Kunststoff Wasserstoff gewinnen

Die wichtigsten Neuerungen von HTWO betreffen die Wasserstoffproduktion. Grüner Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen wird bislang überwiegend mittels Wasserelektrolyse erzeugt.

Hyundai entwickelt hierfür Produktionskapazitäten für Elektrolyseure mit Polymer-Elektrolyt-Membran (PEM) im Megawatt-Maßstab (MW). Diese Systeme sollen in den kommenden Jahren vermarktet werden. Zugleich strebt das Unternehmen durch gemeinsam genutzte Komponenten gegenüber alkalischen Elektrolyseuren wettbewerbsfähigere Kosten an – aktuell ist die Technologie 1,5-mal teurer.

Wasserelektrolyse ist aus Sicht von Hyundai allerdings nicht der einzige Weg zu grünem Wasserstoff. Der Konzern setzt zusätzlich auf zwei Verfahren: Abfall-zu-Wasserstoff (W2H) und Kunststoff-zu-Wasserstoff (P2H).

Bei der W2H-Technologie werden organische Abfälle wie Lebensmittelreste, Klärschlamm und Viehdung fermentiert, um Biogas zu erzeugen. Anschließend wird dieses aufbereitet, damit Kohlendioxid (CO₂) abgeschieden und Wasserstoff (H₂) produziert werden kann. Hyundai erprobt dieses Verfahren bereits in Chungju-si in Südkorea.

Die P2H-Technologie gewinnt Wasserstoff durch das Schmelzen von Kunststoffabfällen, die sich nicht recyceln lassen. Bei deren Vergasung wird Wasserstoff erzeugt, indem nicht benötigte Bestandteile entfernt werden.

Nach Angaben von Hyundai bieten beide Technologien einen doppelten Vorteil: Sie ermöglichen die Gewinnung von Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen und verringern zugleich das Abfallaufkommen.

„Über die Marke HTWO prognostiziert die Hyundai Motor Group, bis 2035 jährlich drei Millionen Tonnen Wasserstoff zu verbrauchen und damit Unternehmen etwa in der Logistik, der umweltfreundlichen Stahlproduktion und der Energieerzeugung zu versorgen.“

Hyundai Motor Group, Mitteilung

Softwaredefinierte Fahrzeuge und Mobilität

Am Stand der Hyundai Motor Group auf der CES geht es nicht ausschließlich um Wasserstoff. Ebenso im Mittelpunkt steht die Bedeutung von Software für den Aufbau eines Mobilitätsökosystems, einschließlich der Entwicklung von Fahrzeugen, Flotten und Verkehrssystemen.

Hyundai bezeichnet diesen Ansatz als SDx-Strategie (Software-defined Everything), also als eine Welt, in der alles durch Software definiert wird. Einen zentralen Baustein bildet dabei das softwaredefinierte Fahrzeug (SDV).

Dieser Ansatz überträgt Methoden der Softwareentwicklung auf die Fahrzeugentwicklung und trennt dadurch Hardware – das physische Objekt – von Software. Beide Bereiche können so unabhängig voneinander aktualisiert und weiterentwickelt werden.

Nach Einschätzung der Hyundai Motor Group schafft dieses neue Vorgehen mehr Flexibilität und Skalierbarkeit bei der Fahrzeugentwicklung und beschleunigt Updates sowie Verbesserungen.

Da Fahrzeuge, Flotten und Mobilität insgesamt künftig zunehmend softwaredefiniert sein werden, rechnet der südkoreanische Konzern damit, dass sich alles zu „Maschinen der Künstlichen Intelligenz (KI)“ entwickelt. Diese sollen fortlaufend lernen und Kunden dadurch besser bedienen können.

Das soll künftig Wartungs- und Aktualisierungsvorgänge bei Fahrzeugen automatisieren, lästige Aufgaben vereinfachen oder ganz beseitigen, mögliche Probleme schneller verhindern oder lösen, Nutzererlebnisse individualisieren und die Weiterentwicklung von Diensten und Lösungen beschleunigen.

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