Die Regulierungsbehörde für Energiedienstleistungen (ERSE) hat die Tarife der Verwaltungseinheit für Elektromobilität (EGME) – derzeit Mobi.e – für 2022 genehmigt. Zu den vorgesehenen Neuerungen gehört eine Erhöhung um 79 % der Gebühr für Stromanbieter für Elektromobilität, die sogenannten CEME.
Durch den Anstieg um 79 % wird der für CEME geltende Mobi.e-Tarif 2022 bei 0,2964 €/Ladevorgang liegen, statt wie bisher bei 0,1657 €/Ladevorgang.
Höhere Mobi.e-Tarife für CEME und OPC
Dies ist jedoch nicht die einzige Änderung. Auch die Mobi.e-Gebühr für Betreiber von Ladepunkten (OPC) wird 2022 in vergleichbarem Umfang um 79 % steigen: Der derzeit auf 0,1657 €/Ladevorgang festgelegte Betrag erhöht sich ebenfalls auf 0,2964 €/Ladevorgang.
Dagegen beträgt der Mobi.e-Tarif für Inhaber privat zugänglicher Ladepunkte, die sogenannten DPC, ab dem 1. Januar 2022 0,0496 Euro pro Tag und Ladepunkt. Der bisherige Satz lag bei 0,0385 Euro je Tag und Ladepunkt.
UVE reagiert bereits
Diese Erhöhungen könnten selbstverständlich zu höheren Preisen für das Laden von Elektrofahrzeugen führen, sofern CEME und OPC die Mehrkosten an die Verbraucher weitergeben. Der Verband der Nutzer von Elektrofahrzeugen (UVE) hat deshalb bereits mit scharfer Kritik reagiert.
„Diese von der ERSE veröffentlichte Erhöhung der EGME-Tarife um 79 %, die 2022 gelten soll und nur etwas mehr als sechs Monate nach ihrem Inkrafttreten angekündigt wird, widerspricht sämtlichen Erwartungen, die durch die verschiedenen Gespräche entstanden sind, welche die UVE in den vergangenen Wochen mit den am Ausbau der Elektromobilität in Portugal beteiligten Stellen geführt hat“, erklärt die UVE in einer Mitteilung.
Die UVE geht noch weiter und erklärt, sie „lehnt die Erhöhung der EGME-Tarife ab und betrachtet sie als einen direkten Angriff auf die Nutzer von Elektrofahrzeugen und auf das von Portugal gewählte Modell“. Zudem fordert sie „eine unverzügliche Überprüfung dieser Erhöhung, im äußersten Fall unter Beibehaltung der derzeit geltenden Tarife“, und erinnert daran, dass „selbst diese weiterhin als unangemessen gelten – sowohl in ihrer Ausgestaltung als auch in zeitlicher Hinsicht“.
Forderungen der UVE zur Ladegebühr
Bereits im vergangenen April hatte die UVE die Einführung dieser Tarife als „unangemessen“ und als „entgegen dem aktuellen Entwicklungsstand der Elektromobilität in Portugal, Europa und der Welt“ bezeichnet.
Damals wie heute vertrat der Verband der Nutzer von Elektrofahrzeugen die Auffassung, dass „der Gebührenbetrag für normale Ladevorgänge und kurze Ladedauern anders und niedriger sein sollte als die Gebühren für Schnellladevorgänge“. Außerdem sollte die Bezuschussung dieser Gebühren „mindestens zwei weitere Jahre fortgesetzt werden, um die negativen Folgen der Pandemie auszugleichen, den Energiewandel im leichten Personen- und Güterverkehr zu fördern und zu unterstützen sowie die Elektrifizierung der Unternehmensflotten voranzutreiben“.
Darüber hinaus forderte die UVE, dass „die Auswirkungen dieser Gebühren auf die Einnahmen der EGME für einen Zeitraum von zwei Jahren, bis zum 1. Mai 2023, durch öffentliche Mittel zur Dekarbonisierung der Wirtschaft und zur Elektrifizierung des Verkehrs getragen werden sollten“. Ferner sollte „die Gebühr nach der verbrauchten Energie (kWh) und nicht als Festbetrag erhoben werden“, damit Nutzer mit geringerer Ladeleistung ihres Elektrofahrzeugs nicht benachteiligt werden.
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