Nicht zurückgegebene Verpackungen im SDR-System „Volta“
Pfandbeträge für Verpackungen, die Verbraucher nicht an das Pfand- und Rückerstattungssystem (SDR) zurückgeben, fließen in das System selbst zurück. Die Betreibergesellschaft betonte gegenüber der Nachrichtenagentur Lusa, dass sie nicht gewinnorientiert arbeitet.
Nach Angaben des Präsidenten von SDR Portugal – dem Verband, der für die Einführung und den Betrieb des SDR zuständig ist und seit dem 10. April unter der Marke „Volta“ auftritt – verfolgt die Organisation „als Unternehmensverband keine Gewinnerzielungsabsicht“. Die von der Portugiesischen Umweltagentur (APA) und der Generaldirektion Wirtschaft (DGE) erteilte Lizenz lege fest, dass „der Pfandbetrag für nicht zurückgegebene Verpackungen im Rahmen der Gesamtverwaltung des Systems verwendet wird“.
Leonardo Mathias erklärte zudem, dass der Wert von Rückerstattungsgutscheinen, die an „Volta“-Rückgabestellen ausgestellt und von Verbrauchern innerhalb ihrer einjährigen Gültigkeitsdauer nicht eingelöst werden, drei Jahre lang in der Bilanz des SDR verbleiben müsse. Erst nach Ablauf dieser Frist könne der Betrag wieder in das System investiert werden.
Dies sei jedoch nur möglich, so Mathias, „wenn die Sammelziele, zu deren Erreichung das SDR verpflichtet ist, erfüllt werden“.
Sammel- und Recyclingziele des SDR Portugal
Das System richtet sich auf die jährlich anfallenden 2.100 Millionen Kunststoff- und Aluminiumflaschen aus. Bis 2029 sollen 90% dieser Verpackungen recycelt werden.
Nicht eingelöste Pfandbeträge „werden für den Erhalt des ,Volta‘-Netzes, für den Ausbau und die kontinuierliche Innovation der operativen und logistischen Infrastruktur des SDR sowie für Kommunikations- und Sensibilisierungskampagnen eingesetzt, die Verbraucher für die Sammel- und Recyclingziele mobilisieren sollen“.
SDR Portugal wurde von zwei Organisationen gegründet: dem Verband Circular Drinks, der die Getränkehersteller vertritt, und dem Verband SDRetalhistas als Vertreter des Vertriebs- und Einzelhandelssektors.
Zum Verband Circular Drinks gehören Unternehmen wie Água do Fastio, Águas das Caldas de Penacova, Coca-Cola, Águas do Areeiro, Águas do Vimeiro, Cervejas da Madeira, Damm, Monchique, Parmalat, SCC (Sociedade Central de Cervejas), Sumol+Compal, Super Bock Group und Unilever Fima. Hinzu kommen Branchenverbände, darunter der Portugiesische Verband der Hersteller natürlicher Mineral- und Quellwässer (APIAM) sowie der Portugiesische Verband alkoholfreier Erfrischungsgetränke (PROBEB).
Der Verband SDRetalhistas vereint dagegen Handelsgruppen wie Auchan, Intermarché, Lidl, Mercadona, Sonae (Continente), Pingo Doce, Makro und Aldi.
„Volta“ und das europäische Pfandsystem
Laut der Betreibergesellschaft haben sich 90% der Erfrischungsgetränke-, Wasser- und Bierindustrie sowie 80% der Einzelhändler „Volta“ angeschlossen.
Neben diesen privaten Einrichtungen, die das System finanzieren und betreiben, verfügt SDR Portugal über eine Lizenz und untersteht der Aufsicht der öffentlichen Stellen APA und DGE.
SDR-Systeme sind bereits in mehreren europäischen Ländern eingeführt, darunter Deutschland, Österreich und Dänemark. Jährlich werden dort mehr als 35 Milliarden Verpackungen gesammelt, wobei rund 357 Millionen Einwohner einbezogen sind.
Die Europäische Union verfolgt das Ziel, dass Einweg-Kunststoffflaschen im Jahr 2040 mindestens 65% recyceltes Material enthalten.
In Portugal war das System bereits seit 2017 vorgesehen. Ein Gesetz aus dem Jahr 2018 legte fest, dass es am 1. Januar 2022 in Betrieb sein sollte. Tatsächlich startete es erst am 10. April und erforderte Investitionen von 150 Millionen Euro.
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