Elektrofahrzeuge in Europa: starkes Wachstum
Die Elektromobilität ist in Europa «gekommen, um zu bleiben»: Eine gemeinsame Studie von Ernst & Young und Eurelectric prognostiziert, dass 2035 rund 130 Millionen Elektrofahrzeuge auf Europas Straßen unterwegs sein werden.
Derzeit fahren auf europäischen Straßen weniger als fünf Millionen Elektrofahrzeuge. Laut Studie wird diese Zahl jedoch stark ansteigen und bis 2030 65 Millionen Elektrofahrzeuge erreichen, bevor sie sich in den folgenden fünf Jahren auf 130 Millionen verdoppelt.
Damit stellt sich eine einfache, aber schwer zu lösende Frage: Wie lassen sich so viele Elektrofahrzeuge laden?
Wo werden die Ladepunkte in Europa stehen?
Nach Angaben von Ernst & Young (EY) benötigt Europa bis 2030 65 Millionen Ladepunkte, um den enormen Zuwachs an Elektrofahrzeugen im Verkehr zu bewältigen. 85% dieser Ladepunkte sollen in den Wohnungen beziehungsweise Häusern der Nutzer von Elektrofahrzeugen installiert werden.
Die übrigen 15% – also 9,75 Millionen Ladepunkte – bilden allerdings die eigentliche Herausforderung.
Denn Bloomberg zufolge gibt es in Europa heute «nur» 445 Tausend öffentliche Ladepunkte. Um diese Zahl zu erreichen, waren 10 Jahre erforderlich – ein deutlich zu langsames Tempo.
Serge Colle, globaler Leiter für Energie und Ressourcen bei EY, erklärte: “Wir haben 10 Jahre gebraucht, um 400 Tausend Ladepunkte zu installieren (…) jetzt müssen wir bis 2030 jährlich etwa 500 Tausend und zwischen 2030 und 2035 etwa eine Million pro Jahr installieren”.
Investitionen in die Ladeinfrastruktur
Die Kosten dieser «Aufgabe» werden sich laut EY auf rund 62 Milliarden Dollar (nahezu 54 Milliarden Euro) belaufen. Für die Installation von 56 Millionen Heimladepunkten kommen weitere 72 Milliarden Dollar (etwa 62 Milliarden Euro) hinzu.
Hält das Stromnetz stand?
Eine weitere Herausforderung der Elektrifizierung des Autos besteht in der zusätzlichen Belastung, die das Laden von vielen Millionen Elektroautos für die Stromversorgungsnetze bedeutet.
Nach Berechnungen von EY könnte die zusätzliche Netzbelastung auf Autobahnen – wo Schnell- und Ultraschnellladepunkte üblich sein werden – bis zu 90% erreichen. Verringern ließe sie sich durch Solarmodule sowie Systeme zur Speicherung von Energie an diesen Standorten.
In Wohngebieten werden dagegen die Nachtstunden als besonders «kritisch» gelten; dort wird eine zusätzliche Belastung von rund 86% erwartet. Für diese Fälle werden mehrere Lösungen genannt.
Zum einen sollen Verbraucher dazu bewegt werden, ihr Auto nicht in Zeiten besonders hoher Nachfrage zu laden. Zum anderen könnten Systeme genutzt werden, mit denen Fahrzeuge Energie wieder ins Netz einspeisen. Dafür müssten auch die Häuser auf diese Systeme vorbereitet werden.
Werden diese Maßnahmen umgesetzt, gehen die Schätzungen von einer Verringerung der Überlastung um 1/5 aus.
Quelle: Bloomberg
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