Der Preis für Superbenzin 95 in Portugal dürfte am kommenden Montag, dem 19. Juli, erneut steigen. Sollte sich dies bestätigen, wäre es bereits die achte Woche in Folge, in der sich Superbenzin 95 verteuert.
Nach Berechnungen von Negócios besteht in der nächsten Woche Spielraum für einen Aufschlag von 1 Cent bei Superbenzin 95. Der Preis dürfte damit bei 1,677 Euro/Liter liegen.
Gegenüber Dezember 2020 entspricht dies bereits einem Plus von 25 Cent je Liter. Verglichen mit Mai 2020 beläuft sich der „Anstieg“ bei Superbenzin 95 inzwischen auf 44 Cent pro Liter.
Preise für Superbenzin 95 und Diesel
Der Preis für Standarddiesel soll dagegen zum zweiten Mal hintereinander unverändert bleiben und weiterhin 1,456 Euro/Liter betragen.
Dem allgemeinen Aufwärtstrend bei den Kraftstoffpreisen in Portugal steht die Entwicklung des Brent-Ölpreises entgegen, der für das Land als Referenz dient: Seine Notierung ist seit drei aufeinanderfolgenden Wochen rückläufig.
Eine äußerst bewegte Woche
Diese Woche war von einem Streit zwischen der Regierung und den Tankstellenbetreibern geprägt. Zuvor hatte Umweltminister João Pedro Matos Fernandes einen Gesetzesentwurf vorgeschlagen, der es der Regierung ermöglichen soll, die Handelsspannen zu kontrollieren, um „zweifelhafte Preiserhöhungen“ zu verhindern.
Im Parlament erklärte Matos Fernandes, das Ziel des Vorschlags sei, dass der „Kraftstoffmarkt seine tatsächlichen Kosten widerspiegelt“ und dass „bei einem Preisrückgang dieser auch von den Verbrauchern wahrgenommen und genutzt wird“.
Die Tankstellenbetreiber haben inzwischen auf den Vorschlag reagiert und die Verantwortung für die hohen Kraftstoffpreise dem Staat sowie den erhobenen Steuern zugeschrieben.
Nach den neuesten Angaben von Apetro nimmt der portugiesische Staat rund 60 % des Endpreises ein, den die Portugiesen für Kraftstoff zahlen. Diese Steuerbelastung zählt zu den höchsten in der Europäischen Union.
Höhere Handelsspannen bei Kraftstoffen
Am selben Tag, an dem der Umweltminister seinen Vorschlag vorlegte, veröffentlichte ENSE – die Nationale Stelle für den Energiesektor – allerdings einen Bericht über gestiegene Handelsspannen bei Kraftstoffen.
Dem Bericht zufolge erzielten die Tankstellenbetreiber zwischen Ende 2019 und dem vergangenen Juni brutto 36,62 % mehr (6,9 Cent/Liter) bei Benzin und 5,08 % mehr (1 Cent/Liter) bei Diesel.
Am letzten Tag im Juni 2021 verblieben den Tankstellenbetreibern daher für jeden an den Zapfsäulen getankten Liter Kraftstoff 27,1 Cent bei Benzin und 20,8 Cent bei Diesel.
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