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Kraftstoffpreise: Diesel und Benzin könnten um 12 Cent sinken

Frau tankt Auto an einer Tankstelle und schaut nach oben, während sie ihr Smartphone hält.

Der Konflikt im Iran hat zu starken Schwankungen beim Ölpreis geführt. In dieser Woche sorgte jedoch die Erwartung eines Abkommens zwischen den USA und dem Iran endlich für Entspannung an den Ölmärkten.

Brent, die für Europa maßgebliche Ölsorte, startete bei 95 US-Dollar je Barrel in die Woche. Damit lag der Preis bereits unter den 105 US-Dollar vom Ende der vergangenen Woche. In den letzten Tagen setzte sich der Rückgang fort; zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels notiert Brent bei 91 US-Dollar.

Ölpreis und erwartete Kraftstoffpreise

Diese Entwicklung dürfte sich nun auch an den Tankstellen bemerkbar machen. Bestätigen sich die Prognosen, könnte die erste Juniwoche eine der stärksten Senkungen der Kraftstoffpreise des Jahres bringen.

Sowohl einfacher Diesel als auch einfaches Benzin dürften um rund 12 Cent pro Liter günstiger werden. Damit könnte der Durchschnittspreis für Diesel auf 1,837 €/l sinken, während einfaches Benzin wieder unter die Marke von zwei Euro je Liter fallen und bei 1,904 €/l liegen dürfte.

Allerdings dürfte die Preissenkung wegen einer voraussichtlichen Verringerung des staatlichen Steuerabschlags weniger deutlich ausfallen. Schon bei den jüngsten erwarteten größeren Preisrückgängen wurden diese durch eine Reduzierung des ISP-Nachlasses abgeschwächt.

Die Berechnung der Kraftstoffpreise basiert auf den Daten der Generaldirektion für Energie und Geologie (DGEG), in diesem Fall auf den Angaben vom vergangenen Donnerstag, dem 28. Mai. Die von der DGEG veröffentlichten Werte berücksichtigen sowohl die von den Tankstellenbetreibern gewährten Rabatte als auch die derzeit geltenden Maßnahmen der Regierung.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um die Preise, die Verbraucher tatsächlich an den Tankstellen vorfinden werden. Die Angaben sind lediglich Durchschnitts- und Orientierungswerte. Händler können ihre Preise weiterhin frei nach ihrer jeweiligen Strategie festlegen.

Geltende Maßnahmen der Regierung

Seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten und dem dadurch ausgelösten deutlichen Anstieg der Kraftstoffpreise hat die Regierung den außerordentlichen Nachlass auf die ISP (Steuer auf Erdöl- und Energieerzeugnisse) ausgeweitet. In dieser Woche erhöhte die Regierung den für einfachen Diesel geltenden Abschlag auf 6,35 Cent. Für einfaches Benzin stieg der entsprechende Betrag auf 6,04 Cent pro Liter.

Eine neue Verordnung für die kommende Woche wurde bislang nicht bekannt gegeben. Es wird jedoch erwartet, dass der ISP-Nachlass für einfachen Diesel und einfaches Benzin erneut reduziert wird.

Diese außerordentliche Senkung des ISP kommt zusätzlich zu der seit 2022 bestehenden Entlastung hinzu, die die Folgen der steigenden Kraftstoffpreise nach Russlands Invasion in der Ukraine abfedern sollte. Durch diesen Mechanismus wurde die auf Benzin und Diesel erhobene Steuer teilweise gesenkt; die Höhe wird schrittweise an die Preisentwicklung angepasst.

Konflikt im Nahen Osten und Straße von Hormus

Der Anstieg der Kraftstoffpreise in Portugal und Europa steht unmittelbar mit dem Konflikt im Nahen Osten in Verbindung. Dieser führte zur Schließung der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Transportrouten für Erdöl aus dem Persischen Golf. Über diesen Seeweg werden rund 20% des weltweiten Rohölhandels abgewickelt.

Am Ölmarkt herrscht seit Tagen extreme Volatilität. Vor Ausbruch des Konflikts lag ein Barrel Brent bei 72 US-Dollar, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels beträgt der Preis 91 US-Dollar.

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