Der Stadtrat von Esposende hat eine Anpassung der Gebühren für Siedlungsabfälle beschlossen. Die Maßnahme wird sich auf die Rechnungen der meisten Haushalte in der Gemeinde auswirken und erfolgt, nachdem die für diesen Dienst erhobenen Beträge 14 Jahre lang nicht überprüft worden waren.
Finanzielle Belastung der Abfallentsorgung in Esposende
Nach Angaben der Stadtverwaltung war dieser Beschluss wegen des zunehmenden finanziellen Ungleichgewichts bei Sammlung und Behandlung von Abfällen unvermeidbar. Der Gemeinde entstehen für diesen Dienst derzeit jährliche Kosten von rund 4,6 Millionen Euro. Den Gebührenerlösen von nur etwa zwei Millionen Euro steht damit ein Defizit von ungefähr 2,6 Millionen Euro pro Jahr gegenüber.
Verschärft wurde die Lage durch das Inkrafttreten eines Vertrags über die Sammlung und Behandlung von Abfällen im Umfang von 35 Millionen Euro für die kommenden zehn Jahre. Gleichzeitig haben sich die Kosten in diesem Bereich seit der letzten Gebührenanpassung im Jahr 2012 nahezu verdreifacht.
Auswirkungen der neuen Gebühren für Siedlungsabfälle
Laut Stadtverwaltung müssen rund 80 % der Haushalte mit einem monatlichen Anstieg ihrer Rechnung um vier bis sechs Euro rechnen. Auch nach der Anpassung übernimmt die Gemeinde weiterhin etwa 32 % der tatsächlichen Dienstleistungskosten und gibt die Belastungen somit nicht vollständig an die Nutzer weiter.
Der Sozialtarif sowie die Unterstützungsleistungen für kinderreiche Familien bleiben ebenfalls bestehen. Damit soll die Auswirkung der Maßnahme auf besonders schutzbedürftige Haushalte begrenzt werden.
Bürgermeister Carlos Silva räumt ein, dass der Beschluss schwierig sei. Er hält ihn jedoch für erforderlich, um die finanzielle Nachhaltigkeit der Gemeinde zu sichern und zu verhindern, dass das Defizit bei den Abfällen weiterhin Investitionen in andere vorrangige Bereiche beeinträchtigt, etwa Bildung, soziale Unterstützung, Kultur, Sport oder Infrastruktur.
Recycling und getrennte Abfallsammlung stärken
Parallel zur Gebührenerhöhung will die Gemeinde die Aufklärung über Recycling und Mülltrennung intensivieren. Im Jahr 2025 wurden rund 18.000 Tonnen Restmüll auf Deponien entsorgt, während bei der getrennten Sammlung lediglich 2.000 Tonnen erreicht wurden.
Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass eine stärkere Beteiligung am Recycling die Behandlungskosten senken, die Umwelt schützen und die Voraussetzungen dafür schaffen kann, die Entwicklung der Gebühren künftig zu stabilisieren.
Mit der Anpassung reagiert Esposende auf Empfehlungen der Regulierungsbehörde für Wasser- und Abfalldienstleistungen (ERSAR), die bereits seit mehreren Jahren auf die Notwendigkeit einer Überprüfung der erhobenen Beträge hingewiesen hatte, um die Nachhaltigkeit des Dienstes zu gewährleisten.
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