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40 Schafe im Westmill Solar Park: Energie und Landwirtschaft gemeinsam nutzen

Bauer steht zwischen Schafen auf Weide mit Solarpanelen unter klarem Himmel und grünen Hügeln im Hintergrund.

Vierzig Schafe weiden inzwischen zwischen den Solarmodulen im Westmill Solar Park im Süden Englands. Das Beispiel zeigt, wie sich Stromerzeugung und landwirtschaftliche Flächenpflege auf derselben Fläche verbinden lassen: Die Herde hält die Vegetation kurz, während die Anlage weiter Energie produziert.

Wie helfen 40 Schafe einem Solarpark?

Die Vegetation unter Photovoltaikmodulen muss gepflegt werden, damit sie keine Zufahrten versperrt, Kontrollen erschwert oder Teile der Anlage verschattet. Statt ausschließlich Maschinen und Herbizide einzusetzen, setzt das Projekt auf Beweidung, um das Gelände nutzbar und bewachsen zu halten.

Die Schafe gelangen in schmale Bereiche zwischen den Reihen und unter die Konstruktionen, die für mechanische Mäher nur schwer erreichbar sind. Indem sie das Gras fressen, verringern sie den Bedarf an regelmäßigem Mähen und machen die Flächenpflege zu einer ergänzenden landwirtschaftlichen Tätigkeit.

Die wichtigsten Bestandteile dieses Versuchs sind:

  • Herde: Rund 40 Schafe übernehmen die Pflege des Geländes.
  • Vegetation: Durch die Beweidung wird verhindert, dass das Gras zu hoch wächst.
  • Module: Sie erzeugen auch während der Anwesenheit der Tiere weiterhin Strom.
  • Maschinen: Der Bedarf an maschinellen Mäharbeiten kann sinken.
  • Zeitplan: Die Beweidung findet zu einem Zeitpunkt statt, der den Schutz der Tierwelt berücksichtigt.

Warum findet die Beweidung zu einem geplanten Zeitpunkt statt?

Der im Westmill Solar Park an der Grenze zwischen Oxfordshire und Wiltshire dokumentierte Fall betrifft etwa 40 Tiere traditioneller Rassen. Für die Flächenpflege wird der Winter genutzt, weil die Auswirkungen auf Blumen und Vögel dann tendenziell geringer sind.

Zu dieser Jahreszeit blühen viele Pflanzen, die Bestäubern als Nahrung dienen, noch nicht. Außerdem befinden sich bodenbrütende Vögel nicht in ihrer empfindlichsten Phase. Der saisonale Abzug der Herde soll Beweidung, Fortpflanzung der Tierwelt und Biodiversität miteinander vereinbaren.

Was haben die Tiere vom Leben zwischen den Modulen?

Die Solarmodule schützen die Tiere vor Regen, Wind und starker Sonne und schaffen Bereiche zum Ausruhen. Im Gegenzug halten die Schafe das Gras niedrig und führen dem Boden durch ihren Dung Nährstoffe zu – vorausgesetzt, Besatzdichte und Management sind passend abgestimmt.

Beweidung braucht Kontrolle

Nicht jede Herde kann sich uneingeschränkt auf dem Gelände bewegen. Die Tierzahl muss sich nach der Flächengröße und dem verfügbaren Futter richten. Zudem verhindert ein abgestimmter Zeitplan, dass die Schafe Blumen, Vögel oder empfindliche Bereiche des Ökosystems beeinträchtigen.

Die Anwesenheit einer Herde führt allerdings nicht automatisch zu einer ökologischen Verbesserung. Zu viele Tiere können den Boden verdichten, Blüten fressen und Lebensräume schädigen. Deshalb benötigt das System einen Zeitplan, Überwachung und eine zur jeweiligen Fläche passende Anzahl von Schafen.

Ein verantwortungsvolles Management muss Folgendes berücksichtigen:

  • die unter den Solarmodulen verfügbare Futtermenge;
  • die zur Größe des Solarparks passende Tierzahl;
  • die Blütezeiten wild wachsender Pflanzen;
  • die Brutzeit bodenlebender Vögel;
  • den dauerhaften Zugang der Tiere zu Wasser und tierärztlicher Versorgung.

Wie verändert Solarweidewirtschaft die Nutzung einer Fläche?

Dieses Modell wird als Solarweidewirtschaft bezeichnet und gehört zum Ansatz der Agri-Photovoltaik, bei dem Photovoltaikproduktion und Landwirtschaft kombiniert werden. Dieselbe Fläche erzeugt weiterhin Strom und bietet zugleich Weideland, wodurch der Wettbewerb um die Nutzung von Land in bestimmten Regionen abnehmen kann.

Für landwirtschaftliche Betriebe kann eine solche Zusammenarbeit zusätzliche Futterflächen eröffnen und Pflegeverträge mit Solarparks schaffen. Betreiber können durch die Herde Ausgaben für maschinelles Mähen, Kraftstoff und Arbeitskräfte senken, auch wenn die Ergebnisse von Klima, Anlagenplanung und Größe abhängen.

Zu den möglichen Vorteilen zählen:

  • die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen zwischen den Solarmodulen;
  • weniger häufige Mähgänge mit Maschinen;
  • eine geringere Abhängigkeit von Herbiziden zur Kontrolle der Vegetation;
  • Schutz für die Tiere bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen;
  • neue Einkommensmöglichkeiten für Schafhalter.

Verändert dieses Beispiel tatsächlich die Energieerzeugung?

Wer den Versuch eines Solarparks mit 40 Schafen betrachtet, erkennt, dass die Veränderung nicht die Technik der Photovoltaikzellen betrifft. Die Neuerung liegt im Umfeld, in dem ökologische Flächenpflege Teil von Betrieb und Naturschutz wird.

Westmill verdeutlicht, dass ein Solarpark den Boden nicht als ungenutzten Raum zwischen technischen Anlagen behandeln muss. Mit saisonaler Planung und Umweltbeobachtung können Module, Herden und Pflanzen unterschiedliche Aufgaben auf derselben Fläche übernehmen. So entsteht ein Modell der Energie, das stärker mit Landschaft und Landwirtschaft verbunden ist.

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