Project Jupiter in New Mexico sollte jährlich mehr als 14 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen – nun setzt das Unternehmen auf Brennstoffzellen, doch Umweltbedenken bleiben
Oracle hat den Plan aufgegeben, für seinen KI-Komplex Project Jupiter im US-Bundesstaat New Mexico ein großes Gaskraftwerk zu errichten. Zuvor hatten Bundes- und Regionalbehörden den Bau einer neuen Gasleitung zum Standort untersagt.
Der Konzern wollte das Rechenzentrum zunächst über eine eigene, mit Erdgas betriebene Energieinfrastruktur versorgen. Die US-Bundesbehörde Federal Energy Regulatory Commission (FERC) sowie die Landverwaltung des Bundesstaates New Mexico lehnten Oracles Anträge für den Bau einer Pipeline zur Brennstoffversorgung jedoch ab.
Stattdessen plant Oracle eine Zusammenarbeit mit Bloom Energy, einem Hersteller von Festoxid-Brennstoffzellen. Diese erzeugen Strom unmittelbar aus chemischer Energie, ohne dass Gas auf herkömmliche Weise verbrannt wird.
Emissionen von Project Jupiter trotz Brennstoffzellen weiter hoch
Project Jupiter gilt als eines der größten KI-Rechenzentren von Oracle. Frühere Schätzungen gingen davon aus, dass die Anlage jährlich mehr als 14 Millionen Tonnen Treibhausgase verursachen könnte – mehr als die kombinierten Emissionen der Städte Albuquerque und Las Cruces. Durch die Umstellung auf Brennstoffzellen soll das prognostizierte Emissionsvolumen um etwa 30 % sinken. Doch selbst in der neuen Auslegung könnte das Projekt pro Jahr rund 10 Millionen Tonnen Schadstoffe erzeugen.
Umweltorganisationen betonen, dass der Technologiewechsel das grundlegende Problem des Energiebedarfs von KI-Infrastruktur nicht löse. Casey Howden, Juristin beim New Mexico Environmental Law Center, erklärte, sie halte den „neuen Ansatz nicht für eine saubere Energielösung, wie das Unternehmen ihn darstellt“.
KI-Rechenzentren belasten regionale Stromversorgung
Der Fall Project Jupiter ist ein weiteres Beispiel für den zunehmenden Konflikt zwischen der schnellen Expansion der KI-Branche und den verfügbaren Energiekapazitäten in den Regionen. Große Technologieunternehmen errichten immer häufiger eigene Energiequellen für Rechenzentren, weil bestehende Stromnetze die Last der Berechnungen für künstliche Intelligenz nicht bewältigen können.
Mit dem Boom generativer KI steigt der Stromverbrauch von Rechenzentren stark an. Damit werden die ökologischen Folgen solcher Vorhaben zunehmend zu einem politischen und gesellschaftlichen Thema.
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