Im Rahmen des AUKUS-Programms hat die australische Regierung den Erwerb wesentlicher Komponenten für den Nuklearantrieb aus dem Vereinigten Königreich im Wert von 310 Millionen AU-Dollar (rund 205 Millionen US-Dollar) bekannt gegeben. Sie sind für den Bau der künftigen Jagd-U-Boote vorgesehen, mit denen die Königlich Australische Marine ausgerüstet werden soll.
Nach Angaben des australischen Verteidigungsministeriums betrifft die Investition sogenannte Komponenten mit langen Beschaffungszeiten. Dabei handelt es sich um komplexe Bauteile, deren Fertigung lange dauert und die deshalb mehrere Jahre im Voraus bestellt werden müssen. Im vorliegenden Fall stehen die Teile mit dem Nuklearantrieb der künftigen SSN-AUKUS-U-Boote in Verbindung.
Was umfasst der Kauf?
Die Nuklearantriebssysteme der AUKUS-U-Boote werden auf britischer Technologie beruhen, genauer gesagt auf einem Konzept, das aus den Erfahrungen mit der Astute-Klasse der Britischen Marine weiterentwickelt wird. Das Vereinigte Königreich liefert dabei den Reaktor, während die Vereinigten Staaten im Rahmen des trilateralen Abkommens ergänzende Technologie und industrielle Zusammenarbeit beisteuern.
Der vorgezogene Erwerb dieser Komponenten bestätigt auf dieser Grundlage, dass sich der Industriezeitplan auf eine Phase vor dem Beginn der ersten Produktion zubewegt, die für das Ende dieses Jahrzehnts erwartet wird. Wichtig ist die Klarstellung, dass Australien den Nuklearreaktor in dieser Phase nicht selbst fertigen wird. Stattdessen sollen im Vereinigten Königreich hergestellte Module in das eigene Schiffbauprogramm im australischen Osborne integriert werden. „Australien arbeitet weiterhin mit dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten zusammen, um die Fähigkeiten, Kompetenzen und Fachkenntnisse zu entwickeln, die unsere Fähigkeit unterstützen werden, nuklear angetriebene U-Boote zu bauen, zu betreiben und instand zu halten“, erklärte der stellvertretende Premierminister Richard Marles.
Ein konkreter Schritt im Zeitplan des AUKUS-Programms
Das AUKUS-Programm gliedert sich im Überblick in mehrere aufeinanderfolgende Phasen. Während der ersten Phase, die als Säule I bezeichnet wird, wird Australien rotierende Stationierungen nuklear angetriebener Jagd-U-Boote der US-Marine und der Britischen Marine auf seinen Stützpunkten aufnehmen. Dadurch erhält Personal der Königlich Australischen Marine operative und logistische Erfahrung bei der Instandhaltung dieser Plattformart.
Parallel dazu erfolgt ein schrittweiser Aufbau industrieller Fähigkeiten, die Ausbildung technischen Personals sowie die Anpassung strategischer Infrastruktur auf australischem Staatsgebiet. In den 2030er-Jahren ist schließlich der lokale Bau der künftigen SSN-AUKUS-U-Boote auf der Werft in Osborne geplant, wodurch Australiens Fähigkeit zum Bau und zur Wartung nuklear angetriebener U-Boote gefestigt werden soll.
HMS Anson und die Wartung bei HMAS Stirling
Die jüngste Ankündigung des Programms folgt zudem nur wenige Tage nach der Ankunft des nuklear angetriebenen Jagd-U-Boots HMS Anson der Astute-Klasse der Britischen Marine bei HMAS Stirling in Australien. Dieser Einsatz ist Teil des Vorhabens, erstmals einen Wartungszeitraum für ein britisches Nuklear-U-Boot auf australischem Boden durchzuführen.
Der Schritt gehört zum umfassenderen Kooperations- und Übergangsrahmen für Australiens künftige Fähigkeiten. Zugleich handelt es sich um die erste Wartungsmaßnahme an einem nuklear angetriebenen U-Boot des Vereinigten Königreichs in Australien im Rahmen des britischen U-Boot-Wartungszeitraums (UK SMP). Offiziellen Mitteilungen zufolge wird das Boot 2026 der rotierenden U-Boot-Streitmacht West (SRF-West) beitreten und von HMAS Stirling nahe Perth aus operieren.
Darüber hinaus vermittelt die Präsenz dieser Einheit gemeinsam mit früheren Stationierungen der US-Marine in Australien eine doppelte Botschaft: die Interoperabilität im Indopazifik zu stärken und die Lernkurve australischer Besatzungen sowie Ingenieure bei der Instandhaltung nuklearer Antriebsplattformen zu beschleunigen.
Die verwendeten Fotografien dienen ausschließlich Illustrationszwecken.
Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Die Fregatten der Anzac-Klasse der Königlich Australischen Marine begannen 2026 ihren ersten operativen Einsatz im Indopazifik
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen