SAS-Bericht warnt vor e-SAF-Engpass in Europa
Ein am 30. April veröffentlichter Bericht von Scandinavian Airlines (SAS) warnt davor, dass Europa ausgerechnet mit dem Inkrafttreten der EU-Verordnung ReFuelEU Aviation von einem strukturellen Mangel an elektrochemischem nachhaltigem Flugkraftstoff (e-SAF) betroffen sein könnte.
Die Vorschrift verpflichtet Lieferanten, Flughäfen und Betreiber gesetzlich zur Nutzung von SAF, um die Emissionen zu senken.
Nach Einschätzung von SAS muss die e-SAF-Produktion rasch ausgebaut werden. Andernfalls drohen höhere Flugpreise, Streichungen von Flugverbindungen und eine stärkere energiepolitische Verwundbarkeit Europas – in einer Zeit, in der die globalen Kraftstoffmärkte bereits unter Druck stehen.
Steigender e-SAF-Bedarf in der skandinavischen Luftfahrt
Für die skandinavische Luftfahrt wird ein deutlicher Anstieg des e-SAF-Bedarfs erwartet: 36.000 Tonnen im Jahr 2030, mehr als 160.000 Tonnen 2035 und 330.000 Tonnen 2040. Dies entspricht der Kapazität einer eigens dafür errichteten Anlage bis 2032, von zwei oder drei Anlagen im Jahr 2035 sowie von rund fünf Anlagen im Jahr 2040.
Der Bericht stellt Europa vor die Wahl: Entweder werden die Ziele der ReFuelEU abgesenkt, was den Übergang zu einer Luftfahrt mit Netto-Null-Emissionen verzögern würde, oder die Produktion wird durch Fördermaßnahmen, Investitionen und den Ausbau der Infrastruktur beschleunigt.
Mads Brandstrup Nielsen, Vice President für Kommunikation, Public Affairs und Nachhaltigkeit bei SAS, betonte, dass Europa dringend entscheiden müsse, ob es in der sauberen Luftfahrt eine Führungsrolle übernehmen oder zurückfallen wolle.
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