Bei einer europäischen Veranstaltung in Hamburg hat MOVA zahlreiche Neuheiten präsentiert, die das rasante Wachstum der jungen chinesischen Marke verdeutlichen. Vom Poolroboter über Solarlösungen bis hin zu Outdoor-Fernsehern unterstreicht der Hersteller seine zunehmend umfassende Ausrichtung auf Smart Home und Lifestyle.
„Und es geht weiter und weiter …“
Angesichts der hohen Taktung der MOVA-Ankündigungen der vergangenen zwei Jahre liegt in Hamburg dieser Gedanke nahe. Die junge chinesische Marke startete 2024 in Frankreich mit ihrem ersten Saugroboter, dem E30 Ultra. Seither hat sie ihr Angebot schnell ausgebaut und will etablierten Anbietern wie Roborock, Ecovacs und Dreame zunehmend Konkurrenz machen.
Interessant ist dabei, dass MOVA nicht aus dem Nichts entstanden ist. Die Marke wurde von Dreame ins Leben gerufen, agiert jedoch mit einer gewissen Eigenständigkeit – ähnlich wie Poco im Smartphone-Markt unter Xiaomi. Diese Konstellation erlaubt es MOVA, auf eine bereits solide technologische Basis zurückzugreifen und gleichzeitig beim Preis-Leistungs-Verhältnis offensiver aufzutreten.
Das MOVA-Portfolio wächst folglich in bemerkenswertem Tempo. Mähroboter, Saugwischer, Dampfreiniger und Fensterputzroboter: MOVA erweitert seine Präsenz im Smart-Home-Bereich kontinuierlich. Hinzu kommen inzwischen unerwartetere Produkte wie Grills, Zahnbürsten, Kaffeemaschinen, Luftreiniger, Futterautomaten und Rasierer.
Die Marke verlässt damit deutlich den Rahmen klassischer Haushaltsgeräte und erschließt Lifestyle-Bereiche. Dahinter steht ein immer klareres Ziel: ein möglichst breites und vollständiges Ökosystem aufzubauen, das Nutzer langfristig an die Marke bindet.
2026 geht MOVA noch einen Schritt weiter: Erstmals steigt das Unternehmen in den Markt für Poolreinigungsroboter ein und stellt zugleich Solarlösungen sowie Outdoor-Fernseher vor. Trotz dieser breit angelegten Diversifizierung bleibt das bisherige Kerngeschäft, die Saugroboter, weiterhin im Fokus.
Vor Ort in Deutschland konnten wir die Neuheiten näher ansehen und ausprobieren. Hier folgt der vollständige Überblick.
Saugroboter: MOVA erhöht seine Ambitionen weiter
Seit gut drei Jahren wiederholt sich jedes Frühjahr dasselbe Muster: Die wichtigsten Anbieter bringen ihre neuen Generationen von Saugrobotern auf den Markt. Ecovacs, Dreame und Roborock haben zuletzt jeweils ihre neuesten Modelle enthüllt.
Auch MOVA folgt diesem Rhythmus. Bei seinem europäischen Event 2026 stellte der chinesische Hersteller zwei neue Geräte für die Oberklasse vor: den V70 Ultra Complete und den Z70 Ultra Roller Complete. Diese schrittweise Aufwertung hatte sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet, insbesondere mit dem von uns getesteten E40 Ultra, der überzeugte und zugleich günstiger als seine direkten Konkurrenten war.
Der V70 Ultra Complete nimmt vor allem eine langjährige Schwachstelle des Marktes ins Visier: Kanten und enge Zwischenräume. Dafür führt MOVA das MaxiReachX-System ein. Sein Wischmopp lässt sich bis zu 16 cm ausfahren und wird durch eine ausziehbare Seitenbürste mit 12 cm ergänzt. Damit soll das System Staub in bislang schwer erreichbaren Bereichen aufnehmen können, die laut Hersteller bis zu 3,8 cm breit sind.
Ergänzt wird dies durch 40.000 Pa Saugleistung, einen 6.400-mAh-Akku, Hindernisüberwindung bis 9 cm sowie mehr als 300 Fähigkeiten zur Objekterkennung, welche die Routen optimieren sollen. Zudem hebt MOVA sein beutelloses EcoCyclone-Sammelsystem hervor, das bis zu 100 Tage ohne Eingriff auskommen soll.
Der Z70 Ultra Roller Complete legt seinen Schwerpunkt dagegen stärker auf die Wischleistung. Der Roboter nutzt ein Walzensystem, das unter Druck mit Frischwasser versorgt wird. So soll der zentrale Nachteil klassischer Modelle vermieden werden: dass ein zunehmend verschmutzter Wischmopp wiederholt über den Boden fährt.
Beim Z70 verbessert eine doppelte Ausfahrfunktion für Bürste und Wischmopp ebenfalls die Randabdeckung. MOVA verspricht darüber hinaus 30 % mehr Akkulaufzeit, 36.000 Pa Saugleistung und die Überwindung von Hindernissen bis 9 cm.
Mit beiden Modellen adressiert MOVA unmittelbar die noch verbesserungsfähigen Aspekte von Saugrobotern: Ecken, Kanten und eine dauerhaft gleichbleibende Wischqualität. Nach dem Aufsehen bei der IFA 2025 mit dem Treppen steigenden Zeus-60-Prototypen kehrt die Marke hier zu alltagsnäheren Anwendungen zurück und optimiert zentrale Punkte wie Ecken, Kanten und die Konstanz beim Wischen.
Vor allem beschränkt sich die Marke nicht mehr auf diese zwei Modelle. Auf der Bühne präsentierte MOVA ein deutlich breiteres Angebot, darunter den S70 Ultra Roller und den P70 Pro Ultra, die in günstigeren Segmenten positioniert sind.
Hier die Übersicht zu Marktstarts und möglichen Einführungsangeboten:
- V70 Ultra Complete: 1.399 €, Marktstart am 30. Mai 2026.
- Z70 Ultra Roller Complete: 1.399 €, Marktstart am 23. Juni 2026.
- S70 Ultra Roller: 999 €, Marktstart am 3. Juni 2026, mit einem Rabatt von rund 150 € (Zeiträume nicht angegeben).
- P70 Pro Ultra: 699 €, Vorbestellungen vom 29. April bis 12. Mai mit 100 € Rabatt.
MOVA steigt mit seinem ersten Poolroboter ins Wasser
Während der Markt für Mähroboter seit zwei Jahren besonders dynamisch ist, entwickelt sich auch der Bereich der Poolroboter weiter. Dreame brachte 2025 mit dem Z1 Pro sein erstes Modell auf den Markt, während Ecovacs Anfang 2026 den Ultramarine P1 für 549 Euro offiziell vorgestellt hat.
In diesem Umfeld steigt MOVA mit dem Rover X10 ebenfalls ein. Der Markt befindet sich noch im Aufbau, doch die Preispositionierung fällt deutlich ambitionierter aus: Der Roboter wird für 2.499 Euro angekündigt. Mit einem Einführungsangebot vom 14. bis 27. April lässt er sich zwar für 2.099 Euro erwerben, dennoch bleibt der Preis hoch.
Ein Blick auf das Datenblatt macht diese Positionierung allerdings nachvollziehbarer. Für seinen ersten Vorstoß spart die Marke nicht an Ausstattung. Der Rover X10 basiert auf einem „7-in-1“-Ansatz. Er soll das komplette Becken abdecken können – von der Oberfläche bis zum Boden, einschließlich Wänden, Wasserlinie und Stufen.
Technisch nennt MOVA eine Saugleistung von 38.000 Litern pro Stunde, kombiniert mit einer 360°-AquaScan-Kartierung und dem intelligenten PoolNav-Navigationssystem. Dieses soll die Routen auch in komplexen Umgebungen optimieren. Zusätzlich verfügt der Roboter über vier Jet-Antriebsmotoren, die vor allem an Wänden und auf geneigten Flächen für höhere Stabilität sorgen sollen.
Auch die Akkulaufzeit stellt MOVA heraus: Bis zu sechs Stunden Dauerbetrieb mit einer Ladung sollen ausreichen, um Pools bis 500 m² ohne Eingriff zu reinigen. Bei der Handhabung verweist die Marke auf eine vereinfachte Entnahme durch ein intelligentes Parksystem am Ende des Zyklus. Der Roboter soll in der Regel nahe eines Beckenrands stoppen, um manuell leichter aus dem Wasser gehoben werden zu können.
MOVA startet mit LumeGret in den Solarmarkt gegen Tesla und Huawei
Damit war kaum zu rechnen: Mit LumeGret betritt MOVA nun ein strategisch besonders wichtiges Feld, nämlich Energie. Gemeint sind dabei nicht Solarmodule selbst, sondern stationäre Energiespeicher für Privathaushalte. Anders gesagt: intelligente Heimbatterien, die den von einer Solaranlage erzeugten Strom speichern können. Wer sich dafür interessiert, findet auch einen Vergleich der besten Plug-and-Play-Solarmodule.
Zwar bleibt die Speicherung im Privathaushalt in Frankreich ein Nischenmarkt. Zumindest ist er weniger weit entwickelt als in einigen europäischen Nachbarländern. Ein Grund dafür sind die dort vergleichsweise niedrigeren Strompreise. Anfang 2026 liegt die Kilowattstunde in Frankreich bei etwa 0,19 bis 0,21 €, gegenüber fast 0,38 € in Deutschland und mehr als 0,35 € in Belgien. Dennoch wächst das Segment, getragen vom Eigenverbrauch und in manchen Fällen von einer potenziell attraktiven Amortisation für große Häuser – trotz hoher Anfangsinvestitionen.
Mit LumeGret kündigt MOVA die beiden Modelle A2000 und A4000 an, die abhängig von der Konfiguration zwischen 1,92 und 20 kWh speichern können. Der Hersteller nennt eine Plug-and-Play-Installation in 30 Minuten ohne Elektriker sowie eine Eigenverbrauchsoptimierung über das System LumeGret Orbit. Laut Datenblatt sind außerdem Photovoltaikleistungen bis 3600 W und das Laden eines Elektrofahrzeugs mit bis zu 3,6 kW vorgesehen.
Auf dem Papier ist die Strategie eindeutig: MOVA will sich bei Heimbatterien neben Produkten wie der Tesla Powerwall 3 oder der Huawei-LUNA2000-Reihe positionieren und dabei einen leichteren Zugang durch eine schlankere Installation sowie automatisiertes Energiemanagement versprechen.
Preise nennt MOVA derzeit noch nicht, obwohl sie entscheidend dafür sind, die Amortisationsdauer bewerten zu können. LumeGret soll ab Juni kommenden Jahres in unseren Regionen erhältlich sein.
MOVA präsentiert überraschend Outdoor-Fernseher
Nach dem Energiebereich erschließt MOVA einen weiteren Nischenmarkt: Outdoor-Fernseher. Dieses noch wenig entwickelte Segment wird von wenigen Anbietern geprägt, etwa Samsungs The Terrace und in geringerem Umfang LG mit seinen Außenanzeigelösungen. Der Markt verändert sich langsam, und in den vergangenen Jahren kamen nur wenige neue Produkte hinzu.
Das Konzept ist zwar einfach, in der Umsetzung jedoch anspruchsvoll: Ein Fernseher muss im Freien funktionieren, bei Tageslicht gut ablesbar sein und Feuchtigkeit sowie Spritzwasser standhalten, ohne bei der Bildqualität Abstriche zu machen. Solche Geräte richten sich an konkrete Einsatzorte wie offene oder halb offene Terrassen, Wintergärten oder Bereiche in Poolnähe.
MOVA verweist auf die Schutzklasse IP55, die gegen Staub und Spritzwasser schützt. Das genügt für den alltäglichen Außeneinsatz, ist aber nicht für eine dauerhafte Nutzung bei praller Hitze von 35 °C oder unter Starkregen gedacht. Das versteht sich zwar von selbst, sollte aber erwähnt werden.
Beim Datenblatt wird MOVA mit den VistaBright M1 konkreter, die in 55 und 65 Zoll angeboten werden. Die Displays erreichen laut Hersteller 1.500 Nits Helligkeit, ein für schattige oder teilsonnige Umgebungen geeigneter Wert, und setzen auf ein 4K-UHD-Panel mit HDR-Unterstützung. Als Betriebssystem kommt webOS Hub zum Einsatz, eine Plattform, die auch auf Fernsehern von Drittmarken wie Hisense verwendet wird.
Es handelt sich um ungewöhnliche Produkte, die im Vorfeld der nächsten Weltmeisterschaft auf dem nordamerikanischen Kontinent dennoch ein Publikum finden könnten. Nach einem Gespräch mit einem Produktmanager von MOVA richtet sich diese Geräteklasse in erster Linie an Märkte wie die USA oder bestimmte Regionen Südamerikas, in denen Außenbereiche häufiger genutzt werden und die klimatischen Bedingungen besser passen.
In Europa könnte die Verbreitung wegen des wechselhafteren und weniger vorhersehbaren Wetters dagegen begrenzter bleiben. Offen sind weiterhin Marktstart und Preis, da bislang weder ein Termin noch Preise bekannt gegeben wurden.
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