Der mit Wasserstoff betriebene H2-Zug war vom 3. bis 6. April auf der Minho-Linie zwischen Valença und Nine unterwegs und schloss seine Testfahrten erfolgreich ab.
Er ist Teil des europäischen Projekts FCH2RAIL (Brennstoffzellen-Hybridantrieb für Bahnanwendungen) und dient als Demonstrator für einen Hybrid- beziehungsweise Bimodalzug. Dabei verbindet der Zug die Stromversorgung über die Oberleitung mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle und Batterien.
Welches Ziel verfolgt der H2-Zug?
Bereits die Hälfte der Bahnstrecken in der Europäischen Union ist elektrifiziert und ermöglicht damit einen lokalen Schienenverkehr ohne CO2-Emissionen. Auf der übrigen Hälfte fahren jedoch weiterhin Dieselzüge.
Betrieb auf elektrifizierten und nicht elektrifizierten Strecken
Dank seines Hybridsystems kann der H2-Zug auf beiden Streckenarten eingesetzt werden. Auf elektrifizierten Abschnitten bezieht er Energie aus der Bahnstromversorgung, während auf nicht elektrifizierten Linien sein Wasserstoff-Brennstoffzellensystem den Antrieb übernimmt. Das letztliche Ziel besteht darin, die noch eingesetzten Dieselzüge zu ersetzen.
„Wir möchten zeigen, dass dieses bimodale System wettbewerbsfähig ist und eine nachhaltige Alternative zu Dieselzügen darstellt.“
Holger Dittus, Leiter des Projekts FCH2RAIL
Bei den Tests in Portugal unterstützte Stellantis das Projekt, indem das Unternehmen seine Anlagen in Porriño (Pontevedra) zum Betanken des Zuges bereitstellte. Medway stellte die Triebfahrzeugführer für den Betrieb, während Iberdrola grünen Wasserstoff für die Testfahrten lieferte. Bislang hat der H2-Zug mehr als 8500 km ausschliesslich im „Wasserstoffmodus“ zurückgelegt.
Schwächen und Stärken im Vergleich
Die Projektverantwortlichen verweisen auf die Nachteile der derzeit eingesetzten Lösungen, insbesondere von rein batterieelektrischen und Dieselzügen. Rein elektrische Batteriezüge erreichen je nach Bedingungen lediglich Reichweiten von 30 km bis 70 km. Dieselzüge sind dagegen bei Beschleunigung und Geschwindigkeit eingeschränkt.
Kombination der Vorteile beider Technologien
Laut Eva Terron, technischer Projektleiterin bei Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles (CAF), „vereint dieser Zug die Vorteile beider Technologien. Dadurch wird der Schienenverkehr noch nachhaltiger und energieeffizienter“.
Mit einem Budget von 14 Millionen Euro soll das Projekt diesen Zug in den kommenden vier Jahren entwickeln, demonstrieren und zulassen.
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