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COP28: Ahmed Al Jaber und der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen

Mann in traditioneller Kleidung spricht vor Mikrofonen, im Hintergrund Solarpanele, Windräder und Ölbohrinsel.

Die Rolle fossiler Brennstoffe zählt zu den umstrittensten Themen auf dem Klimagipfel COP28, der in diesem Jahr in Dubai stattfindet.

Auf der einen Seite stehen Staaten, die einen möglichst raschen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen fordern. Auf der anderen Seite gibt es Stimmen, die für einen „realistischeren, ernsthafteren und pragmatischeren“ Ansatz plädieren.

Dazu gehört Sultan Ahmed Al Jaber, der den Vorsitz der COP28 innehat. Al Jaber ist derzeit Minister für Industrie und Spitzentechnologie der Vereinigten Arabischen Emirate. Zugleich steht er an der Spitze der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) und ist Vorsitzender von Masdar, einem staatlichen Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien.

Ahmed Al Jaber im Mittelpunkt der COP28-Kontroverse

Auf der COP28 geriet Al Jaber wegen mehrerer Aussagen in den Fokus der Kritik. Diese machte er während der von Mary Robinson moderierten Diskussionsrunde „She Changes Climate“, die am 21. November stattfand. Robinson ist frühere Präsidentin Irlands und aktuelle Vorsitzende der Elders Group, einer unabhängigen Gruppe globaler Führungspersönlichkeiten.

Auf Robinsons Frage, ob er den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen anführen werde, antwortete Al Jaber: „Es gibt keine Wissenschaft und kein Szenario, das besagt, dass der schrittweise Ausstieg aus fossilen Brennstoffen die Lösung ist, mit der sich das Ziel von 1,5 °C erreichen lässt.“

Nachdem Mary Robinson bei diesem Thema nachgehakt hatte, schloss Al Jaber mit einem „Appell“:

„Bitte helfen Sie mir, zeigen Sie mir einen Fahrplan für den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, der eine nachhaltige sozioökonomische Entwicklung ermöglicht – es sei denn, Sie wollen in die Höhlenzeit zurückkehren.“

  • Sultan Ahmed Al Jaber, Präsident der COP28

Später versuchte Al Jaber auf der COP28, seine umstrittenen Worte gegenüber Journalistinnen und Journalisten einzuordnen. Sie seien, wie er sagte, falsch interpretiert worden: „Ich habe immer sehr deutlich gemacht, dass wir sicherstellen, dass alles, was wir tun, wissenschaftsbasiert ist.“

Er bekräftigte zudem: „Die schrittweise Reduzierung und der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen sind unvermeidlich. Tatsächlich sind sie essenziell, aber sie müssen geordnet, fair, gerecht und verantwortungsvoll erfolgen.“

Reaktionen auf Al Jabers Aussagen bei der COP28

Die kontroversen Äußerungen Al Jabers lösten erwartungsgemäß zahlreiche Reaktionen aus. Carroll Muffett, Präsident des Center for International Environmental Law, einer gemeinnützigen Organisation, erklärte: „Die einzige Möglichkeit, kohlenstoffbasiertes Öl und Gas zu ‚dekarbonisieren‘, besteht darin, ihre Förderung rasch, vollständig und dauerhaft zu beenden. Alles andere ist lediglich weiteres Greenwashing der Industrie.“

Auch die Rede von António Guterres bei der Eröffnungszeremonie der COP28 enthielt Aussagen in ähnlicher Richtung:

„Wir können keinen brennenden Planeten retten, indem wir die Brände mit fossilen Brennstoffen weiter anfachen. Wir müssen den Übergang zu erneuerbaren Energien beschleunigen und korrigieren. Die Wissenschaft ist eindeutig. Die Grenze von 1,5 °C ist nur erreichbar, wenn wir aufhören, sämtliche fossilen Brennstoffe zu verbrennen. Es geht nicht um Reduzierung, nicht um Verringerung, sondern um den Ausstieg – mit einem klaren Zeitplan.“

  • António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen

Fossile Brennstoffe und das 1,5-°C-Ziel

Bill Hare, Geschäftsführer von Climate Analytics und Autor mehrerer UN-Berichte zum Klimawandel, reagierte ebenfalls auf Al Jabers Aussagen. Den Austausch zwischen Mary Robinson und Al Jaber bezeichnete er als „außergewöhnlich, aufschlussreich, besorgniserregend und konfrontativ. ‚In die Höhlenzeit zurückkehren‘ ist ein wiederkehrendes Argument der Industrie für fossile Brennstoffe und kommt praktisch einer Leugnung des gesamten Klimawandels gleich.“

Hare ergänzte: „In einem der jüngsten Berichte der Internationalen Energieagentur steht, dass es keinerlei neue Erschließung fossiler Brennstoffe geben darf. Die Wissenschaft ist vollkommen eindeutig: Das bedeutet einen schrittweisen Ausstieg bis zur Mitte des Jahrhunderts, der das Leben der gesamten Menschheit verbessert.

Abschließend erklärte Hare: „Die eigentliche Herausforderung für den Öl- und Gassektor besteht darin, kein Öl und Gas mehr zu fördern. Am Ende zählt nichts anderes.“

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