Wir sind bereits mitten in der Wintersaison – genau der richtige Zeitpunkt, um uns noch einmal mit der „Beziehung“ zwischen Auto und Kälte zu beschäftigen.
Nachdem wir bereits erklärt haben, wie man die Batterie winterfest macht, und Tipps zum Enteisen der Windschutzscheibe gegeben haben, klären wir nun eine weitere Frage: Können Diesel oder Benzin im Kraftstofftank bei starkem Frost eigentlich einfrieren?
Für Deutschland ist das insgesamt oft kein grosses Thema. Es gibt jedoch Regionen – vor allem im Norden und im Landesinneren –, in denen diese Frage eher relevant werden kann, besonders wenn euer Fahrzeug ein Diesel ist – dazu gleich mehr …
Benzin ist sehr schwer zum Einfrieren zu bringen
Beginnen wir mit Benzin: Die Wahrscheinlichkeit, dass es einfriert, ist äusserst gering. Da Benzin aus einer Mischung verschiedener Kohlenwasserstoffe besteht, gibt es keinen klar definierten Gefrierpunkt wie etwa bei Wasser.
Damit Benzin tatsächlich einfriert, braucht es Temperaturen weit ausserhalb des Üblichen – typischerweise zwischen -40 °C und -50 °C. Weil es unterschiedliche Benzinsorten gibt, können sogar noch niedrigere Werte nötig sein, etwa -70 °C bis -100 °C – in diesem Bereich wären wir sehr wahrscheinlich ohnehin nicht mehr am Leben …
Sehr kalte Regionen und Additive bei Benzin
In Teilen der Welt, in denen extreme Minustemperaturen zum Alltag gehören – zum Beispiel in Sibirien oder in der Antarktis –, wird Benzin deshalb mit Frostschutz-Additiven versetzt, um dieses Risiko von vornherein zu minimieren.
Kondenswasser: Das eigentliche Problem bei Minusgraden
Auch wenn Benzin kaum einfriert, kann es bei Temperaturen unter 0 °C zu Kristallbildung kommen. Und wenn sich zudem Kondenswasser (also Wasser) im Tank oder in den Kraftstoffleitungen befindet, kann dieses gefrieren und Schäden verursachen.
Wer in wirklich sehr kalten Regionen unterwegs ist, sollte den Tank möglichst voll halten – auch um unnötige Zusatzbelastung für die Kraftstoffpumpe zu vermeiden.
Und der Diesel?
Während Benzin nur schwer gefriert, sieht es bei Diesel anders aus.
Ab etwa -9 °C bis -10 °C ist Diesel nicht mehr vollständig flüssig: Er beginnt zu gelieren und kann bei noch niedrigeren Temperaturen sogar einfrieren. Verantwortlich dafür ist Paraffin, ein Bestandteil von Diesel.
Was passiert, wenn Diesel im Auto geliert oder einfriert?
Wenn Diesel im Fahrzeug geliert oder einfriert, ist es wichtig, nicht zu versuchen, den Motor zu starten. Das Gel verstopft den Dieselfilter, setzt die Kraftstoffpumpe unter Druck, und die Startversuche können zusätzlich die Batterie entladen.
Noch wichtiger: Mischt auf keinen Fall Benzin in den Diesel, um das Einfrieren zu verhindern – die Reparatur kann teuer werden, weil dabei die Einspritzpumpe oder die Injektoren des Motors beschädigt werden können.
Trotz seiner vergleichsweise geringen „Kälteresistenz“ geliert Diesel nicht sofort, sobald das Thermometer unter 0 °C fällt. Üblicherweise muss der Kraftstoff 48 bis 72 Stunden Temperaturen unter -9 °C ausgesetzt sein, bevor diese Effekte spürbar werden.
In Regionen, die regelmässig von sehr tiefen Temperaturen betroffen sind, ist es ausserdem üblich, dass Tankstellen dem Diesel Additive beimischen, damit er nicht schon vor -17 °C geliert oder einfriert.
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