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Georgia: QTS-Blackstone-KI-Rechenzentrum verbraucht 110 Millionen Liter Wasser – County verzichtet auf Strafe

Blick auf ein Rechenzentrum mit Kühltürmen im Hintergrund und trockenem Boden mit einem Dürreschild.

Behörden in einem County in Georgia stellten nicht erfassten Wasserverbrauch fest, verzichteten aber wegen der wirtschaftlichen Bedeutung auf eine Strafe

Im US-Bundesstaat Georgia sorgt eines der grössten KI-Rechenzentrumsprojekte des Landes für Ärger: Der Entwickler Quality Technology Services (QTS), der zum Investmentkonzern Blackstone gehört, nutzte über viele Monate nicht autorisierte Wasseranschlüsse. Bevor Anwohnende den Vorgang ins Rollen brachten, wurden dabei rund 110 Millionen Liter Wasser entnommen.

Unbemerkte Anschlüsse und Beschwerden aus dem Wohngebiet

Auslöser der Überprüfung waren Beschwerden über einen deutlichen Abfall des Wasserdrucks in einem Wohngebiet des Countys, etwa 30 Kilometer südlich von Atlanta. Gleichzeitig hatten die Behörden die Bevölkerung wegen der Trockenheit selbst zum Wassersparen aufgerufen und darum gebeten, auf das Bewässern von Rasenflächen zu verzichten.

Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der im Bau befindliche Rechenzentrumscampus von QTS zwei Anschlüsse nutzte, von denen die Versorgungsbetriebe des Countys faktisch nichts wussten.

Projektumfang: QTS Fayetteville („Project Excalibur“) als KI-Rechenzentrum

Es handelt sich um das Vorhaben QTS Fayetteville, das auch unter dem Namen Project Excalibur bekannt ist. Der Komplex erstreckt sich über eine Fläche von rund 2,5 Quadratkilometern. Aktuell entstehen dort 13 Gebäude mit einer Gesamtfläche von etwa 576.000 Quadratmetern; langfristig könnte der Campus auf 16 Gebäude anwachsen. Das Gesamtinvestitionsvolumen wird auf 1 Milliarde US-Dollar geschätzt.

Warum der County auf eine Nachzahlung verzichtet

Wie Politico berichtet, hätte das Unternehmen für den nicht erfassten Verbrauch rückwirkend rund 147.000 US-Dollar zahlen müssen. Dennoch entschieden die Behörden des Countys, keine Strafe zu verhängen. Die Leiterin der örtlichen Wasserbehörde, Vanessa Tygert, begründete dies ungewöhnlich offen: „QTS ist der grösste Kunde des Countys, mit dem wir Partner bleiben müssen“.

QTS erklärt, das Wasser sei ausschliesslich für Bauzwecke verwendet worden – für die Betonherstellung, zur Staubbindung und für die Vorbereitung der Baustelle. Für den späteren Betrieb kündigt das Unternehmen geschlossene Kühlsysteme an, in denen Wasser wiederverwendet wird und kaum Wasser aus den kommunalen Netzen benötigt wird. Nach Inbetriebnahme, so QTS, werde Wasser im Wesentlichen nur noch für den Alltagsbedarf gebraucht, also für Toiletten und Küchen.

Kontrolle, Zeiträume und wachsender Widerstand gegen KI-Rechenzentren

Der Umfang des verdeckten Verbrauchs wirft jedoch grundsätzliche Fragen zur Kontrolle von Rechenzentrumsinfrastruktur auf. Der County räumte ein, den Vorgang über Monate nicht erkannt zu haben – unter anderem wegen Fehlern beim Umstieg auf ein cloudbasiertes Abrechnungssystem sowie aufgrund chronischen Personalmangels. Tygert zufolge erledigt in der Abteilung de facto eine Person gleichzeitig Inspektionen und Dokumentenprüfungen.

Selbst über die Dauer des Verstosses gibt es widersprüchliche Angaben: Die Behörden gehen von etwa 4 Monaten nicht erfassten Verbrauchs aus, während QTS einen Zeitraum von 9 bis 15 Monaten nennt.

Der Fall fällt in eine Phase wachsender Konflikte rund um die rasche Ausweitung der KI-Infrastruktur in den USA. In Georgia sind bereits mehr als 200 Rechenzentren angesiedelt; Energiebedarf und Belastung der Versorgungsnetze stossen zunehmend auf Widerstand bei Anwohnenden und lokalen Entscheidungsträgern. In diesem Jahr untersagte der Stadtrat den Bau neuer Rechenzentren vollständig in allen Stadtzonen. Laut U.S. Data Center Moratorium Tracker gelten vergleichbare Einschränkungen derzeit in mindestens 50 US-Städten.

Dürre und Ressourcenknappheit als Hintergrund

Zusätzliche Brisanz entsteht durch die Wetterlage: Der Bundesstaat erlebt eine moderate bis starke Dürre, und der Gouverneur hatte kürzlich wegen Waldbränden den Notstand ausgerufen. Vor diesem Hintergrund ist die Geschichte um zig Millionen Liter nicht erfasstes Wasser für den Bau eines KI-Komplexes zu einem Sinnbild der immer schärferen Spannungen zwischen Tech-Boom und begrenzten Ressourcen geworden.

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