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E-Autos laden in Spanien: E-Credits könnten ab nächstem Jahr günstiger werden

Weißes Elektroauto in modernem Showroom mit digitalen Displays im Hintergrund.

Ab dem kommenden Jahr könnte das Laden eines Elektroautos in Spanien günstiger werden. Die spanische Regierung hat einen neuen Mechanismus beschlossen, der Ladepunktbetreibern eine zusätzliche Einnahmequelle eröffnet: Sie können Kredite an Mineralölunternehmen verkaufen und die Erlöse dazu nutzen, die Ladekosten zu senken.

Die Regelung ist Teil des am 23. Juli veröffentlichten Königlichen Dekrets 611/2026. Es führt die sogenannten E-Credits ein – ein Kreditsystem für erneuerbaren Strom, der zum Laden von Elektrofahrzeugen eingesetzt wird. Ein E-Credit steht jeweils für eine erneuerbare Energiemenge von einer Megawattstunde (MWh).

Wie funktionieren E-Credits?

Das Grundprinzip ist vergleichsweise einfach: Wird ein Elektroauto mit erneuerbarem Strom geladen, entsteht für diese Energie ein elektronischer Kredit, der E-Credit.

Diese Kredite werden den Betreibern von Ladepunkten zugeteilt. Anschliessend können sie diese an Mineralölunternehmen veräussern, die sie erwerben, um die europäischen Vorgaben zur Senkung der CO₂-Emissionen einzuhalten.

Dadurch müssen die Mineralölunternehmen weder ausschliesslich auf Biokraftstoffe zurückgreifen noch Sanktionen wegen verfehlter Emissionsziele zahlen.

Im Rahmen der Richtlinie für erneuerbare Energien sind die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, den Einsatz erneuerbarer Energien im Verkehrssektor auszubauen. Das soll die Emissionen des Sektors senken und zur Erreichung der Klimaziele der Europäischen Union beitragen.

Welchen Vorteil haben Fahrer von Elektroautos?

Das Dekret führt nicht automatisch zu Vorteilen für Fahrerinnen und Fahrer. Ziel ist jedoch, dass sich die Einnahmen aus dem Verkauf der E-Credits in den Preisen für Ladevorgänge widerspiegeln.

Mit diesen zusätzlichen Erlösen sollen Betreiber ihre Tarife senken, Kundinnen und Kunden Rabatte anbieten oder stärker in die Infrastruktur investieren. Dadurch könnte das Laden künftig günstiger werden. Wie der Nutzen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt, kann jedoch je nach Betreiber unterschiedlich sein.

Zunächst gilt das System ausschliesslich für öffentliche Ladepunkte. Das Dekret sieht allerdings vor, dass auch Ladevorgänge zu Hause möglicherweise E-Credits erzeugen können. Dafür wären weitere Vorschriften erforderlich, welche die technischen Anforderungen sowie die Bündelung dieser Verbräuche festlegen.

Welchen Wert könnten E-Credits haben?

Die spanische Regierung hat keinen Preis für E-Credits festgelegt; ihr Wert soll sich am Markt bilden. Einige Unternehmen der Branche schätzen, dass jeder Kredit einem Gegenwert von fünf bis zehn Cent je kWh geliefertem Strom entsprechen könnte.

Sollten sich diese Prognosen bewahrheiten, könnten Ladevorgänge für viele Nutzerinnen und Nutzer von Elektrofahrzeugen deutlich günstiger werden.

In Portugal wird ein vergleichbares System diskutiert: die Nachweise für erneuerbaren Strom. Diese digitalen Zertifikate werden von der Nationalen Stelle für den Energiesektor (ENSE) ausgestellt und dienen als formeller Beleg dafür, dass grüner Strom in den Endverbrauch eingeflossen ist.

Der neue Mechanismus verpflichtet Energieversorger dazu, saubere Energiequellen zu kaufen oder deren Nutzung nachzuweisen. Er fungiert damit als wichtiges Marktinstrument, um die für 2030 festgelegten nationalen Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Zudem ist vorgesehen, dass diese Nachweise an Mineralölunternehmen verkauft werden können.

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