IAEO-Generaldirektor Rafael Grossi hat am Dienstag nach dem Angriff in der Nähe des Kernkraftwerks Barakah in den Vereinigten Arabischen Emiraten von einer „äußerst besorgniserregenden Situation“ gesprochen. Die Folgen könnten „sehr schwerwiegend“ sein, betonte er.
Rafael Grossi warnt vor Risiken für das Kernkraftwerk Barakah
„Die Situation ist äußerst besorgniserregend. Es handelt sich um einen Nuklearstandort im Nahen Osten, an dem die Folgen eines Angriffs sehr schwerwiegend sein können. Das Kernkraftwerk ist in Betrieb und beherbergt daher Tausende Kilogramm Nuklearmaterial in den Reaktorkernen – sowohl frischen Brennstoff als auch abgebrannten Brennstoff“, erklärte Rafael Grossi bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats.
„Ich möchte völlig klarstellen: Sollte das Kernkraftwerk Barakah angegriffen werden, könnte ein direkter Treffer zu einer zu hohen Freisetzung von Radioaktivität in die Umwelt führen“, fügte er hinzu.
Ein Treffer, der die Stromversorgungsleitungen des Kraftwerks außer Betrieb setze, könne die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze in den Reaktoren erhöhen. Dies könnte wiederum eine erhebliche Freisetzung von Radioaktivität zur Folge haben, erläuterte er.
Mögliche Schutzmaßnahmen nach einem Angriff
Im schlimmsten Fall wären laut dem Leiter der IAEO Schutzmaßnahmen erforderlich. Dazu könnten Evakuierungen, das Unterbringen der Bevölkerung in Schutzräumen oder die Einnahme von stabilem Jod gehören. Der betroffene Umkreis könne von einigen bis zu mehreren hundert Kilometern reichen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hatten am Sonntag den Einschlag eines unbemannten Fluggeräts gemeldet, das einen Brand an einem Generator ausgelöst habe, der das Kernkraftwerk Barakah versorgt. Die Anlage befindet sich in der Region al-Dhafra, die einen großen Teil des Westens des Landes umfasst.
Am Dienstag teilten die VAE zudem mit, die Drohnen, die auf die Nuklearanlage gezielt hätten, seien aus dem Irak gestartet. Dort greifen vom Iran unterstützte Gruppen seit Beginn des Golfkriegs Nachbarländer an.
Inzwischen bestätigte die IAEO, dass die Stromversorgung des Kernkraftwerks Barakah nach dem Angriff wiederhergestellt worden sei – „ein wichtiger Schritt für die nukleare Sicherheit“.
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