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Portugal plant neuen PPA-Schutz für erneuerbare Energien

Drei Geschäftsleute im Büro besprechen Energiedaten mit Windrad- und Solarmodell auf dem Tisch.

Das Ministerium für Umwelt und Energie bereitet ein neues Instrument vor, das die Entwicklung neuer Projekte für erneuerbare Energien in Portugal erleichtern soll. Geplant ist eine Art Absicherung für langfristige Stromlieferverträge, die in der englischen Terminologie als Power Purchase Agreements (PPA) bezeichnet werden. Wie Expresso erfuhr, soll das von der Regierung ausgearbeitete Instrument Stromerzeuger schützen, wenn Energieabnehmer ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Dadurch dürften PPA an Stabilität gewinnen und die Beschaffung von Bankfinanzierungen für den Bau neuer Solar- und Windkraftanlagen erleichtert werden.

Der neue Mechanismus trägt die Bezeichnung „Mechanismus zur Minderung des Ausfallrisikos bei PPA“. Er ist Bestandteil einer Verordnung, die die Regierung am 10. April an die Regulierungsbehörde für Energiedienstleistungen (ERSE) übermittelt hat. Die Energieregulierung soll dazu innerhalb von 30 Tagen Stellung nehmen. Nach Eingang der Beiträge der ERSE will die Regierung sowohl die endgültige Fassung der Verordnung als auch den Erlass ausarbeiten, mit dem der Mechanismus anschliessend umgesetzt wird.

Nach Informationen von Expresso will die Regierung das Instrument noch im Sommer in Kraft setzen. Damit sollen Finanzinstitute bei der Unterstützung neuer Projekte für saubere Energie stärker abgesichert werden.

Die Regierung will langfristige Verträge zwischen Stromerzeugern und Verbrauchern fördern.

PPA-Absicherung für erneuerbare Energien in Portugal

Die Entwicklung von Lösungen zur Unterstützung langfristiger Vertragsabschlüsse wird seit mehreren Jahren von Apren, dem portugiesischen Verband für erneuerbare Energien, gefordert. Pedro Amaral Jorge, der den Vorsitz von Apren kürzlich gegen die Leitung des Betreibers des iberischen Strommarkts (OMI) eingetauscht hat, argumentiert seit Längerem, dass die „Bankfähigkeit“ von Projekten für saubere Energien ein entscheidender Punkt für den Ausbau der erneuerbaren Kapazitäten in Portugal sei.

Eine Schwierigkeit für manche Entwickler von Photovoltaik- und Windenergieprojekten liegt in den Anforderungen der Banken bei der Prüfung von Krediten für neue Investitionen. Die Projekte müssen nicht nur belastbare Sicherheiten für künftige Einnahmen vorlegen – und PPA sollen genau diesen planbaren Einnahmestrom schaffen. Auch die Vertragspartner der Projektentwickler, also die Stromkäufer, müssen über gute Bonitätsbewertungen verfügen.

Bei der Vorbereitung des Mechanismus hat die Regierung bereits Gespräche mit OMIP, dem Betreiber des Terminmarkts von OMI, geführt. Damit soll ein Instrument entstehen, das sowohl den Anforderungen des Terminmarkts entspricht als auch das Stromsystem keinen übermässigen Risiken aussetzt.

Die Regierung hat die Energieregulierung bereits konsultiert und will den neuen Mechanismus im Sommer einsatzbereit haben.

Vorgesehene Regelung bei Zahlungsausfall eines PPA-Käufers

Die vorläufige Fassung des Mechanismus sieht vor, dass der nationale Strommarkt den Kauf der Energie für drei bis sechs Monate absichert, wenn ein Energieabnehmer in einem langfristigen Vertrag seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Ein solcher Fall könnte beispielsweise eintreten, wenn eine Fabrik, die einen PPA über zehn Jahre abgeschlossen hat, nach fünf Jahren insolvent wird. Für diesen Zeitraum würde der Stromerzeuger einen von der ERSE festzulegenden, vorab definierten Preis erhalten.

Der nur vorübergehend garantierte Preis soll unter den Referenzkosten liegen, die die Regulierungsbehörde für jede Energieart festlegt. Da Solar- und Windenergie unterschiedliche Kosten aufweisen, gilt dies jeweils getrennt. Auf diese Weise sollen Erzeuger dazu angehalten werden, zügig einen neuen Käufer für ihren Strom am Markt zu finden.

Expresso bat das Ministerium für Umwelt und Energie um Erläuterungen zu dem Mechanismus sowie um Auskunft darüber, ob die Regierung weitere Massnahmen zur Förderung bilateraler Stromverträge vorbereitet. Rechtzeitig gingen jedoch keine Antworten ein.

Die Förderung langfristiger Vertragsabschlüsse gehörte zu den Empfehlungen der technischen Begleitgruppe (GAT), die die Regierung im Mai vergangenen Jahres nach dem iberischen Stromausfall eingesetzt hatte. Langfristige Verträge zu stärken, soll neue Investitionen in einem Markt erleichtern, in dem in den kommenden Jahren eine stärkere Elektrifizierung des Energieverbrauchs erwartet wird. Zugleich dürfte zusätzliche Nachfrage durch neue Wirtschaftsakteure entstehen, etwa durch Rechenzentren. Die in dieser Woche vorgestellte Liste der GAT-Empfehlungen beinhaltet zudem eine Reform der technischen Dienste, um den Betrieb des Stromnetzes zu stärken und es weniger anfällig zu machen.

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