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Deutschland will Verbrennungsmotoren nach 2035 mit synthetischen Kraftstoffen erhalten

Blaues Elektroauto mit Nummernschild „E-FUEL 2035“ in moderner Ausstellungshalle vor großen Fenstern.

Deutschland hat sich an die Europäische Union gewandt, um den Verkauf neuer Autos mit Verbrennungsmotor auch nach 2035 weiter zu ermöglichen – sofern sie CO₂-neutrale Kraftstoffe wie synthetische Kraftstoffe nutzen.

Nachdem Italien die ausschließliche Ausrichtung der Europäischen Union auf Elektroautos kritisiert hatte, will nun auch Deutschland das vollständige Aus des Verbrennungsmotors ab 2035 verhindern. Zugleich möchte die Bundesregierung im Kampf gegen Emissionen anderen Technologien nicht „die Tür verschließen“.

Deutschland setzt auf Technologieoffenheit beim Verbrennungsmotor

Nach Ansicht von Michael Theurer, Staatssekretär im deutschen Verkehrsministerium, „sollte die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Nutzung synthetischer Kraftstoffe vorlegen oder dazu, was mit Verbrennungsmotoren geschieht, die CO₂-neutrale Kraftstoffe verwenden können“.

Deutschland betonte erneut, dass die Zukunft elektrisch sei. Theurer erklärte jedoch, es wäre sinnvoll, auch weitere Optionen zu prüfen.

Laut dem deutschen Verkehrsstaatssekretär „werden die Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie und synthetische Kraftstoffe benötigt, insbesondere bei schweren Fahrzeugen“.

Synthetische Kraftstoffe als Alternative

Synthetische Kraftstoffe und andere CO₂-neutrale Energieträger werden als möglicher Weg zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors betrachtet. Sie entstehen mithilfe der Abscheidung von CO₂ (Kohlendioxid), das anschließend mit grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen kombiniert wird.

Ob der deutsche Vorschlag angenommen wird, ist noch offen. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass der Verbrennungsmotor dank CO₂-neutraler Kraftstoffe weiterbestehen könnte.

Auf einer Pressekonferenz erinnerte Adina Vălean, EU-Verkehrskommissarin, daran, dass zahlreiche Akteure der Verkehrsbranche die Bedenken Deutschlands teilen.

Sie ergänzte: „Ich glaube, die Diskussion ist nicht abgeschlossen, obwohl die Abstimmung stattgefunden hat“, und ließ damit die Möglichkeit offen, die Regelung zu ändern, welche Verbrennungsmotoren in der Europäischen Union ab 2035 technisch untersagt hat.

Europa zeigt sich offen für eine Überprüfung der Maßnahmen

In diesem Zusammenhang ist auch an die jüngsten Aussagen von Thierry Breton zu erinnern. Der frühere französische Wirtschaftsminister und heutige EU-Kommissar für Binnenmarkt gehört in Europa zu den vorsichtigeren Stimmen bei einem Verbot des Verkaufs neuer Autos mit Verbrennungsmotor.

In einem Interview mit der französischen Zeitung Les Echos warnte der EU-Kommissar erneut vor den möglichen Risiken dieser Entscheidung. Dazu zählen ein Rückgang der Exporte, der Wegfall von 600.000 Arbeitsplätzen und höhere Autopreise für Europäer.

Quelle: Reuters

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