Drohnenangriff auf Öldepot in Novorossijsk
Nach einem ukrainischen Drohnenangriff ist in einem Öldepot in Noworossijsk an der Schwarzmeerküste im Süden Russlands ein Feuer ausgebrochen. Das teilten die örtlichen Behörden heute mit.
„Trümmer von Drohnen stürzten ab und lösten im Öldepot einen Brand aus. Mehrere technische und Verwaltungsgebäude gerieten in Brand. Drohnenteile fielen zudem auf das Gelände des Ölterminals“, schrieb der Bürgermeister von Noworossijsk, Andrei Krawtschenko, auf dem Nachrichtendienst Telegram.
Bei dem Angriff wurden nach seinen Angaben zwei Menschen verletzt. Rettungskräfte und spezialisierte Dienste seien vor Ort im Einsatz.
Das Ölterminal von Noworossijsk liegt am Ende mehrerer Pipelines, über die Erdöl aus Südrussland und der Kaspischen Region transportiert wird. Es zählt zu den wichtigsten Exportstandorten des Landes für Kohlenwasserstoffe.
Angriffe auf russische Energieanlagen
Als Reaktion auf die seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Militärangriffe greift die Ukraine regelmässig Ziele in Russland an. Nach eigenen Angaben richtet sie sich dabei sowohl gegen militärische Einrichtungen als auch gegen Energieanlagen, um Moskaus Fähigkeit zur Finanzierung der Offensive zu schwächen.
Brand in Umspannwerk beunruhigt UN-Atomenergiebehörde
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) äusserte ihrerseits „tiefe Besorgnis“ über einen Brand in einem ukrainischen Umspannwerk. Das Feuer sei durch „militärische Aktivitäten“ verursacht worden und habe zu einer teilweisen Abschaltung eines Atomkraftwerks geführt.
Wie die UN-Atomenergiebehörde in einer Mitteilung erklärte, habe die Ukraine sie über einen Brand informiert, der am Freitag im 750-Kilovolt-(kV)-Umspannwerk Dniprovska „wegen militärischer Aktivitäten“ ausgebrochen sei.
Infolge des Vorfalls wurde das Südukrainische Kernkraftwerk, das auch als Kernkraftwerk Piwdennoukrainsk bekannt ist, auf Anweisung des Netzbetreibers teilweise von seiner externen Stromversorgung getrennt, hiess es weiter.
Anders als das Kernkraftwerk Saporischschja – Europas grösstes Atomkraftwerk mit sechs Reaktoren, das im Südosten der Ukraine liegt und seit der russischen Besetzung Anfang März 2022 keinen Strom mehr erzeugt – war dieses rund 350 Kilometer südlich von Kiew gelegene Kernkraftwerk in Betrieb.
IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi zeigte sich „zutiefst besorgt über den Vorfall“ und bekräftigte, dass ein für die nukleare Sicherheit so wichtiges Umspannwerk „niemals Ziel“ von Kriegshandlungen sein dürfe. „Die IAEA wird die Lage weiterhin aufmerksam beobachten“, schloss die Mitteilung.
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