xAI, Elon Musks KI-Start-up, betreibt inzwischen 46 Gasturbinen ohne Genehmigung im US-Bundesstaat Mississippi, um seine Rechenzentren zu versorgen. Währenddessen leiden die Anwohner unter der Belastung – und finden kein Gehör.
Seit der Ansiedlung in Southaven im Mississippi hat xAI, das inzwischen zu SpaceX gehört, seine industrielle Präsenz kontinuierlich ausgeweitet. Dort betreibt das Unternehmen eine Energieinfrastruktur für Colossus, seinen Supercomputer auf der anderen Seite der Staatsgrenze in Memphis, Tennessee.
Ein derartiges Rechenmonster mit Zehntausenden NVIDIA-Prozessoren benötigt zwangsläufig enorme Mengen Energie. Deshalb setzt das Unternehmen unter anderem auf Erdgasturbinen, deren Zahl innerhalb weniger Monate stark gestiegen ist. Von 18 Anlagen im Sommer 2025 auf heute 46, wie das Mississippi Department of Environmental Quality (MDEQ) mitteilt.
xAI und die 46 Gasturbinen ohne Genehmigung
Das Problem: Die Turbinen laufen ohne Umweltgenehmigung. xAI umgeht diese Vorgabe mit einem regulatorischen Kniff: Die Generatoren stehen auf Anhängern und gelten deshalb offiziell als „vorübergehend mobil“. In Mississippi dürfen sie unter diesem Status bis zu einem Jahr ohne Genehmigung betrieben werden. Damit werden Emissionen und giftige Luftschadstoffe nicht überwacht.
Belastungen für die Anwohner in Southaven
Für die überwiegend afroamerikanischen und einkommensschwachen Einwohner sind die Folgen spürbar. Die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP), die älteste US-Organisation für Bürgerrechte, hat deshalb Klage eingereicht. Ihr Engagement kommt nicht von ungefähr: Die vor mehr als einem Jahrhundert zur Bekämpfung rassistischer Diskriminierung gegründete Organisation setzt sich seit Langem auch gegen Umweltungerechtigkeit ein.
„Die giftigen Emissionen dieser Anlage drohen den umliegenden Gemeinschaften dauerhaften Schaden zuzufügen. Die Verschmutzung durch Gasturbinen umfasst Stickoxide, die Smog verursachen, Feinstaub und gefährliche Chemikalien wie Formaldehyd. *Diese Schadstoffe werden mit einer Zunahme von Asthmafällen, Atemwegserkrankungen, Herzproblemen und bestimmten Krebsarten in Verbindung gebracht***“, erklärt das Southern Environmental Law Center (SELC), das die NAACP in diesem Verfahren vertritt.
Bereits als 2024 die ersten Turbinen in Memphis installiert wurden, warnten Wissenschaftler der University of Tennessee vor einer Verschlechterung der Luftqualität in der Region. In Southaven beklagen Anwohner zudem ohrenbetäubenden Lärm, der Tag und Nacht sogar in ihren Häusern zu hören ist.
Die Expansion von xAI nimmt weiter zu
Das MDEQ erklärt seinerseits lediglich, es „beobachte die Situation“. xAI wiederum betont, seine Turbinen verfügten über Technologien zur Senkung der Emissionen. Umweltverbände halten diese Antwort jedoch für bei Weitem nicht ausreichend. Nach Einschätzung des SELC legt der Bundesstaat Mississippi den Clean Air Act, das US-Bundesgesetz zur Regulierung der Luftqualität, falsch aus.
Parallel dazu genehmigte der Genehmigungsausschuss von Mississippi im März die Installation von 41 weiteren permanenten Gasgeneratoren am Standort Southaven. Auch gegen diese Entscheidung hat das SELC Einspruch eingelegt. Doch xAI will seine Pläne offenbar weiter vorantreiben: Das Unternehmen plant in der Gegend ein drittes großes Rechenzentrum sowie ein eigenes Gaskraftwerk zu dessen Versorgung.
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