Nach dem Schwerpunkt auf autonomem Fahren wurden beim Web Summit auch die Herausforderungen des Umstiegs auf Elektrofahrzeuge erörtert. Gastgeberin der Masterclass zu diesem Thema war das portugiesische Unternehmen Flow, das Firmen beim Wechsel zu elektrischen Fuhrparks berät.
Mineralölkonzerne und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge
Für Tomas Edwards, Marketingdirektor von Flow, ist die Beteiligung von Mineralölkonzernen an der Elektrifizierung des Automobils nicht nur „unvermeidlich“, sondern auch „entscheidend für den Erfolg dieser Transformation“. Das engmaschige Netz bestehender Tankstellen bietet seiner Ansicht nach eine hervorragende Grundlage für den erforderlichen Ausbau der Ladeinfrastruktur.
Auch dass Mineralölprodukte weiterhin einen erheblichen Teil der Einnahmen dieser Unternehmen ausmachen, darf laut Edwards „kein Hindernis für diese Zusammenarbeit sein“. Für den Marketingdirektor von Flow steht fest: Die Zukunft der Tankstellen liegt in ihrer Umwandlung zu Ladestationen.
Herausforderungen bei der Elektrifizierung von Unternehmensflotten
Neben der Rolle der Mineralölkonzerne diskutierte das Panel beim Web Summit auch die Hürden, mit denen Unternehmen bei der Elektrifizierung ihrer Fuhrparks konfrontiert sind.
Dazu zählen Bedenken hinsichtlich der Reichweite sowie des Einflusses des Batteriegewichts auf die Nutzlast. André Dias, CTO und Gründer von Flow, misst diesen Punkten jedoch wenig Bedeutung bei und bezeichnet sie als „keine Fragen“. Er verweist zum einen darauf, dass es bereits Nutzfahrzeuge gibt, die zwischen zwei Ladevorgängen 300 km zurücklegen können. Zum anderen liege der Unterschied bei der Nutzlast im Durchschnitt bei etwa 100 kg bis 200 kg.
Zur Notwendigkeit, Ladestationen auf dem Firmengelände zu errichten, erinnerte der CTO und Gründer von Flow daran, dass dies „sogar eine Chance sein kann“. Unternehmen könnten die Ladepunkte öffentlich zugänglich machen, damit Einnahmen erzielen und auf diese Weise die Betriebskosten amortisieren.
Dafür sei es laut André Dias wichtig, dass Unternehmen Ladestationen „zukunftssicher“ installieren; insbesondere die Vernetzung der Ladepunkte sei entscheidend. In einer Zukunft mit mehr Elektroautos könne die Möglichkeit, das Fahrzeug am Arbeitsplatz zu laden, zudem als Mitarbeiterbenefit des Unternehmens gelten.
Für Firmen mit einem Geschäftsbetrieb, der ein gewisses Maß an Unvorhersehbarkeit aufweist, empfiehlt André Dias eine sorgfältige Planung sowie die Einbindung der von den Fahrzeugen übermittelten Daten. So lasse sich feststellen, welches Fahrzeug im Fuhrpark die größte Reichweite hat oder welches sich am nächsten an einer Schnellladestation befindet.
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